Erfüllungsgehilfen für die TierschutzgegnerInnen gestern im Club 2

Gestern gab es endlich eine Club 2 Sendung zur Tierschutzcausa. Einerseits hatte der ORF bisher offenbar Hemmungen über ein laufendes Verfahren zu diskutieren. Meinem Eindruck nach wurden diese jetzt durch den Umstand gemildert, dass bereits überall in den Medien darüber heftig diskutiert wird. Andererseits konnte man einfach keine Personen finden, die sich öffentlich für die Verfolgung von TierschutzaktivistInnen aussprechen. Insofern muss man Florian Klenk, Heinz Mayer und Karl Bauer, die gestern in dieser Funktion aufgetreten sind, dankbar sein.

Auf der anderen Seite finde ich es doch immer wieder erstaunlich und nicht wirklich nachvollziehbar, wie manche Menschen so scharf gegen den VGT auftreten können und sogar diese offensichtlich verrückten Ermittlungen befürworten. Ich glaube gestern konnte man wieder sehen, wie diese Einstellung entsteht.

Mayer platzte mit der Geschichte heraus, dass irgendein Kollege von ihm, der Tierversuche gemacht habe, mehrere Demonstrationen bei seinem Haus habe erdulden müssen und bei diesen Demonstrationen habe es Sachbeschädigungen gegeben. Und immer würde dabei mein Name auftauchen.

Dieser Vorwurf war auch Thema im Tierschutzprozess. Daher kenne ich die Fakten. Erstens handelte es sich bei der Sachbeschädigung um einen Farbeiwurf auf ein Garagendach dieses Tierexperimentators. Zweitens hat es tatsächlich insgesamt zwei Demonstrationen gegeben, aber die standen in überhaupt keinem Zusammenhang mit diesem Farbeiwurf, sondern fanden mehr als 6 Monate danach statt. Die Demonstrationen waren legal und Polizei war anwesend. Der betroffene Tierexperimentator hatte sich auf mich eingeschossen und behauptet, ich wäre anwesend gewesen. Dazu legte er vor Gericht ein Foto vor und siehe da – das war überhaupt nicht ich! Mit anderen Worten: es gab eine Bagatellsachbeschädigung, es gab legale Demonstrationen, die nicht mit der Sachbeschädigung in Zusammenhang standen und ich hatte weder mit dem einen noch mit dem anderen etwas zu tun.

Wie kann Mayer also diese Geschichte so einfach ernst nehmen und wie selbstverständlich weitererzählen? Mayer hat bei einigen Medienauftritten am Anfang des Tierschutzprozesses diesen öffentlich verteidigt. Ich kann mir diese einseitige Zugangsweise nur so erklären, dass bei Mayer bereits vorher latent ein Ärger über den Tierschutz existierte und er daher besonders gerne bereit war, solche Geschichten über den Tierschutz und mich als dessen Repräsentanten zu glauben. Und das motivierte ihn, den Tierschutzprozess zu verteidigen.

Ähnlich bei Klenk. Er wurde durch Kleider Bauer einseitig informiert und verbreitet diese falsche Darstellung seitdem mit dem Brustton der Überzeugung. So seien Kinder am Schulweg belästigt worden – kein Wort davon im Tierschutzprozess, in dem wirklich alles, was nur irgendwie verdächtig ist, vorgebracht wurde. Die bösen Emails gegen Kleider Bauer sind echte Lächerlichkeiten. Keine Rede von Drohungen, es wurden lediglich normale Kampagnen angedroht, und das am liebsten zitierte – anonyme – Email vom „Abschlachten von Kindern“, das in jedem SOKO-Bericht über Kleider Bauer wiederholt wird, klingt im echten Wortlaut auch ganz anders. In diesem Email wird gesagt, dass man mit den Kindern der Kleider Bauer Besitzer einmal dasselbe tun sollte, was Pelztieren zugefügt wird, eben sie abschlachten, dann würde Kleider Bauer endlich wissen, wie so etwas ist. Vielleicht kein nettes Email, aber von einer echten Drohung weit entfernt. Da sollte Kleider Bauer einmal die Emails lesen, die wir NGOs regelmäßig von aufgebrachten TiernutzerInnen so bekommen, siehe z.B. https://martinballuch.com/?p=283 ganz unten.

Und auch die ach so schlimmen „Buttersäureanschläge“ sind schließlich nichts als Stinkbomben. Ok, auch nicht die feine Art, aber Buttersäure ist im Wesentlichen ranzige Butter und riecht wie faule Eier. Sie ist nicht gesundheitsgefährdend. Und wenn sie nicht direkt z.B. auf Pelz aufgebracht sondern z.B. durch einen Türspalt gespritzt wird, wie in den Tierschutzfällen, dann genügt kräftiges Lüften, um den Geruch zu entfernen. Zur Not muss ein Geruchsentfernungsdienst ein paar Stunden daran arbeiten.

Die restlichen Fälle von Sachbeschädigungen waren Schäden bzw. Beschmierungen an Scheiben und mit Lack übergossene Autos. Ja, das sind Sachbeschädigungen und das sollte nicht passieren. Aber insgesamt gab es bei Kleider Bauer in all den Jahren 13 solche Vorfälle. Gegen den VGT gab es im letzten Jahr allein 9 solche Vorfälle. In Wien kommt es zu 4000 Sachbeschädigungen dieser Art pro Jahr. Ein Riesenunternehmen wie Kleider Bauer steckt sowas finanziell total locker weg, das fällt nicht einmal im Budget auf. Genau deswegen findet sich an vielen Stellen im Akt, dass sowohl die Besitzer von Kleider Bauer als auch die SOKO selbst die Demonstrationen und den Imageschaden für das weitaus größte Problem der Tierschutz-Anti-Pelz Kampagne halten.

Soweit die Fakten. Aber Klenk präsentiert das, als ginge es um Terror und Mord. Wie kann es sein, dass Klenk hier auf einem Auge blind ist und weder das Pelztierleid noch den Schaden bei Kleider Bauer in Relation z.B. zu Schäden bei Tierschutzorganisationen oder zum tatsächlichen Schadensaufkommen insgesamt sieht? Im Verfassungsschutzbericht für 2007, dem Jahr mit den meisten dieser Straftaten gegen Kleider Bauer, steht wörtlich, dass die Anzeigen wegen Tierschutzstraftaten stark rückläufig sind, aber die legale Aktivität exponentiell zunimmt. Letztere ist also immer schon das echte Problem von Kleider Bauer gewesen.

Bei Klenk, wie bei Mayer, orte ich eine viel zu große Bereitschaft, diese Gschichtln zu glauben, als das für kritische ZeitgenossInnen zu erwarten ist. Das lässt sich nur damit erklären, dass Klenk wie Mayer vielleicht unbewusst Argumente gegen den Tierschutz suchen oder seit langem gesucht haben, weil sie das Thema für entbehrlich halten oder ihnen diese TierschützerInnen sowieso auf die Nerven gehen.

Die wahren Opfer in dieser Causa sind die Pelztiere bzw. die Versuchstiere. Gegen deren Los ist alles andere hier völlig harmlos. Und bevor ich mich um das Schicksal einer reichen Unternehmerfamilie sorge, deren 30ster BMW aus Protest gegen eine Geschäftspolitik, die über Leichen geht, mit Farbe überschüttet wurde, sorge ich mich darum, dass eine kritische NGO von höchster Stelle mundtot und durch laufende Sachschäden und Drohemails mürbe gemacht wird. Das ist nämlich eine echte Bedrohung der Demokratie im Land. Es sind Klenk und Mayer, deren Wertekompass durcheinander geraten ist und die auf einem Auge blind sind!

27 thoughts on “Erfüllungsgehilfen für die TierschutzgegnerInnen gestern im Club 2

  1. Anna Mahringer says:

    Jeder, der Gewalt an Andersdenkenden verharmlost („Und auch die ach so schlimmen „Buttersäureanschläge“ sind schließlich nichts als Stinkbomben“), ist gefährlich und moralisch keinen Deut besser als jene, die er kritisiert.

  2. Anna Mahringer says:

    Jeder, der Gewalt an denen Andersdenkenden verharmlost („Und auch die ach so schlimmen „Buttersäureanschläge“ sind schließlich nichts als Stinkbomben“), ist gefährlich und moralisch keinen Deut besser als jene, die er kritisiert.

  3. Roland says:

    Der Klenk insinuiert, die naturwissenschaftlich korrekte Formulierung „nichtmenschliche Tiere“ wäre sprachlich-ethisch problematisch – wahrscheinlich weil ihm die Dekonstruktion der Mensch-Tier-Dichotomie und die damit verbundenen persönlichen ethischen Implikationen unangenehm sind. Aber er müsste doch wissen, dass die Mensch-Tier-Dichotomie erst die Grundlage bildet für das konkrete ethische Dilemma der täglich zig-tausend verhungernden Menschen in Futtermittelexportländern. Vielleicht gehört er zu der Elite, die dadurch, dass sie sich biologische Produkte nichtmenschlich-tierlichen Ursprungs leisten können, die Welthungerproblematik verdrängen können. Aber so ungebildet ist er doch auch nicht, dass er nicht wissen müsste, dass das – wegen der durch die Verlängerung der Nahrungsmittelkette verbundenen Nahrungsmittelverschwendung – keine verallgemeinerbare Alternative darstellt, und der wirkungsvollste Lösungsansatz für das konkrete und akute ethische Dilemma des Welthungers und der Nahrungsmittelknappheit unter – wie Klenk sie polemisch nennt – „menschlichen Tieren“ eben die Dekonstruktion der Mensch-Tier-Dichotomie ist.

  4. Erich H. says:

    Es war leider eine ‚gemütliche‘ Diskussion. Vor allem hat am Beginn ein härtere Angriff auf die Pelzhändler erfolgen sollen, etwa:
    Tierschutzgesetz §1: Ziel dieses Bundesgesetzes ist der Schutz des Lebens und des Wohlbefindens der Tiere aus der besonderen Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf.
    (§1) Ziel dieses Bundesgesetzes ist der Schutz des Lebens und des Wohlbefindens der Tiere aus der besonderen Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf.
    (§ 32) Die Schlachtung und Tötung von Tieren darf nur so erfolgen, dass jedes ungerechtfertigte Zufügen von Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwerer Angst vermieden wird und darf nur von Personen vorgenommen werden, die dazu die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten haben. Das Schlachten von Tieren ohne Betäubung ist verboten.
    …. die Zucht von Pelztieren verboten.
    und dann das Video dass den lebenden Tieren das Fell abgezogen wird.
    http://features.peta.org/ChineseFurFarms/index.asp
    Da hätten alle einmal tief durch geatmet und der Verlauf wäre nicht mehr so gemütlich gewesen. Aber der ORF …

  5. marianne jellasitz says:

    Firmen die keine Demos und Kritik wünschen könnten ja nach China gehen. Dort dürften sie sich austoben, Demonstranten und Kritiker verhaften lassen, Pelze massenhaft verkaufen. Aus Elfenbein könnte man ja Knöpfe für die Pelzmäntel schnitzen – alles möglich im Land der unbegrenzten Wirtschaft . Für diese Kreationen gäbe es sicher Käufer unter den „Tussis“ und Zuhältern auf dieser Welt.
    Marianne Jellasitz

  6. Tara says:

    @Marianne Jellasitz:
    es könnte Strategie sein dass Klenk stellvertretend für Graf erschienen ist. Natürlich inoffiziell stellvertretend ;))) Die Angriffe durch Klenk auf Tierschutz wirken gravierender als wenn Graf sie selbst vorbringt. Wer weiß ob Klenk nicht auf einer geheimen Gehaltsliste von Graf steht?
    Zu Mayer Heinz kann ich nur sagen: naja! Meiner Meinung mußte er sich seeeehr anstrengen Argumente gegen die Tierschützer zu bringen.

    Und beides, sowohl die Anschuldigungen von Klenk als auch von Mayer, auch wenn sie nur NACHGEPLAPPERT sind bzw. GERADE DESHALB, sind tw. Unterstellung strafbarer Handlungen und das ist strafbar nach StGB! Solange nicht die tatsächlichen Täter verfolgt werden, nämlich die, die alles ungeprüft glauben und sofort danach handeln und sei es indem sie es nur weitererzählen, wird es m. M. nach immer Ungerechtigkeit geben, so wie im gegenständlichen Tierschutz-Verfahren.

    Und wer verteidigt diejenigen die durch Verleumder zu Schaden kommen???
    Meines Erachtens sollten nun die, die durch Unterstellung strafbarer Handlungen einen derartigen Prozess losgetreten haben zur Verantwortung gezogen und wegen Verleumdung angezeigt werden. Das ist mehr als angebracht!
    Es darf in einem Rechtsstaat nicht geduldet werden, dass irgendwelche Verleumder irgendwelche Geschichten erfinden oder aber ungeprüft bzw. ohne die Möglichkeit zu haben dies überprüfen zu können weiter erzählen, um andere zu schädigen und dann noch ungestraft davon kommen! Schließlich wissen die Grafs (Kleiderbauer, Fürnkranz & Co.) ganz genau worum es geht und stellen absichtlich Ereignisse falsch dar um sich bei den Tierschützern zu rächen für entgange Geschäftserfolge. Und das mit Geldern der Steuerzahler! Alleine deshalb sollte Kleiderbauer geschlossen und Graf des Landes verwiesen werden! Das wäre die einzig richtige Antwort auf die Vorgehensweise von Graf und Warnung für alle anderen die sich gerne solcher schmutzigen Methoden bedienen um anderen Schaden zuzufügen. Punkt.

  7. marianne Jellasitz says:

    Ich halte den Klenk für einen sehr guten Journalisten und kann daher nicht verstehen warum er sich für Kleiderbauer so engagiert
    Herr Graf (Kleiderbauerchef) hat es ja vorgezogen nicht zu erscheinen – wahrscheinlich weil er wie immer von nicht Kenntnis hat sonder wie bereits bei Gericht stereotyp antwortet „dass weiß mein Bruder“.
    Konsumenten Augen auf – kauft nur dort wo kein Tierleid verkauft wird. Das ist die einzige Methode um die ewig Gestrigen auszuschalten. Geld und Unterstützung nur für Zukunftsorientierte und für eine bessere Welt.

    Marianne Jellasitz

  8. nilschwein says:

    ich habe diesen club gesehen und habe mich gefragt, ob wir wirklich einen prof. des verfassungsrechts brauchen um in kronenzeitungsmanier mit anspielungen und unerschleif jemanden nämlich sie hr. balluch, in einkriminelles licht zu zerren. das sind die eliten, die sich arrogieren unsere gesellschaft zu leiten. sie haben sich sehr gut verteidigt, und das nach einem sicherlich substanzraubenden prozesstag, intellektuell waren sie ihren gegnern klar überlegen. meine hochachtung gilt auchh fr. prof. velten, die sozusagen die ehrenrettung der alma mater, nach mayers performance bestritt

    ich wünsche ihnen, daß diese ganze verfahrene angelegenheit letztendlich doch einigermaßen gut ausgeht für sie und ihre mitangeklagten

  9. Jimmy says:

    Schon ein Weilchen her: Jäger haben die heißgeliebte Katze eines kleinen Buben abgeschossen. 20m vom Wohnhaus entfernt. Man braucht kein Forensiker zu sein, um die Jagdmunition zu erkennen. Dicke Tränen auf eine Bubengesicht. An diesem Tag sind die Jäger wie jede Woche ins Dorf-Wirtshaus gekommen. Allerdings hat an diesem Tag die Wirtin, die Tante des kleinen Buben, keine rechte Freude mit der Jägerschaft: „So, könnt’s Euch gleich wieder zusammenpacken, bei uns kriegt’s nix zum Trinken.“ Ob ich das gut finde, wenn man Menschen auch privat zeigt, was man von ihren Untaten hält? Nicht nur gut, sondern legendär – und völlig gewaltfrei. Wer sagt, dass man Tierquälern das Auto betanken, das Essen servieren, das Haus putzen, Kleidung verkaufen,… muss? Die Dorfwirtin ist übrigens sicher keine radikale Tierschutzaktivisten, sondern einfach nur eine Frau mit dem Herzen am rechten Fleck und mit ausreichend Mut.

  10. hetti says:

    das ist ja unter anderem das perfide von klenks auftritt und seinen behauptungen: es werden dinge in den raum gestellt (wie zB dass es drohungen gegen die kleider bauer kinder gab), die einmal laut ausgesprochen – egal ob sie nun stimmen oder nicht , einen ungebrochenen eindruck hinterlassen und der/die beschuldigte nicht unmittelbar das gegenteil beweisen kann, sondern gleich in eine verteidigungsposition gedrängt. wird.

    fakt ist aber: 1) es wurden nie die kinder vom kleider bauer bedroht, das ist eine lüge vom klenk. im kompletten strafakt steht kein wort davon. 2) die sogenannte „drohmails“ an die firma kleider bauer sind von unbekannten leuten geschriebenworden und werden nicht direkt mit martin balluch und den anderen angeklagten im zusammenhang gebracht. das problem (der anklage) der ganzen sache ist aber dass weil eben der vgt eine anti pelz kampagne bei kleider bauer gemacht hat/macht , wird versucht alles was damit zu tun hat – egal ob irgendein persönlicher zusammenhang besteht, den leuten pauschal in die schuhe zu schieben.

  11. Jan says:

    Ich finde das diskutieren über einen Blog (bzw. per Browser) mühsam und umständlich. Weiß jemand vielleicht eine Mailingliste oder dergleichen zum Thema, wo man sich ganz normal per Mail beteiligen kann?

    Jan

  12. Susanne says:

    @FrF „Aber gerade deshalb sollte man sich so einen Faux-Pas wie die “Kinder-Mail” nicht leisten,“

    Wenn ich das richtig verstanden habe, war das eher als Vergleich gemeint, so wie jemand einem anderen sagt, er würde ihm wünschen, dasselbe einmal zu erleben, damit er versteht wie das ist. Das würde ich nicht als Drohung auffassen, denn solche Vergleiche sind allgemein üblich.

  13. Jan says:

    Ich habe gestern bereits drüben bei Klenk meine Sicht zum diesem Club-2 hinterlassen: http://www.florianklenk.com/2011/01/27/zu-gast-im-club-2-zum-thema-radikaler-tierschutz/

    Nachtrag zu Klenk: Ich glaube tatsächlich daß er in der Causa irgendwie (und sei es nur indeirekt) persönlich involviert ist. Anders kann ich mir die Meinungsschieflage dieses ansonsten von mir sehr geschätzten Journalisten nicht erklären. Vermutlich wäre es das beste man würde ihn wohlwollend ignorieren solange der Prozess läuft.

  14. mappo says:

    bezüglich eindringen in die intimsspähre: also hausdurchsuchungen mit polizeigewalt, festnahmen und 3 monate uhaft sind in keinster weise mit den zwei home demos gleichzusetzen. das ist ja absurd. das was den tierschützer_innen widerfahren ist bzw. was ihnen jetzt bei dem prozess widerfährt (wo private telefonüberwachungsprotokolle vorgelesen werden etc…) war/ist ein wirkliches brutales eindringen in deren privatssphären bzw. ein herausgerissen werden aus deren leben!
    bei dem tierexperimentator wurde nur seine moralisch fragwürdige „arbeit“ VOR seiner haustüre gewaltfrei thematisiert. wenn er im rahmen seiner arbeit tätigkeiten nachgeht, welcher von einer gewissen gruppe von menschen als fragwürdig gesehen wird in so einer weise dass sie sich sogar dazu aufraffen zu demonstrieren, dann muss es möglich sein auf öffentlichen raum vor seinem haus informationen publik zu machen. wenn das schon aus einschüchterung gilt, dann kann mensch gleich die meisten demos verbieten. die wahren opfer hier sind die versuchstiere die nicht die möglichkeit haben nach feierabend das tierversuchslabor zu verlassen und in ein nettes eigenheim fernab jeder gewalt zu fahren.

  15. mappo says:

    in einer demokratischen gesellschaft muss es möglich sein, dass gesellschaftliche missstände thematisiert werden können. legale , angemeldete und von der polizei überwachte demos – wie zB die zwei kundgebungen vor dem haus des tierexperimentators losert – sind verfassungsrechtlich geschützt, sonst hätten sie nicht stattfinden können. es hat trifftige gründe für diese home demos gegeben. tierqual passiert meistens anonym hinter schloss und riegel, unter ausschluss der öffentlichkeit. wenn alle schlachthäuser und tierversuchslaboratorien gläsern wären, dann gäbe es wahrscheinlich viele formen von tierausbeutung nicht, weil ein großteil der leute die offensichtlichen qualen, welchen den tieren zugefügt werden, nicht mittragen würden. das sichtbarmachen, sowie das öffentliche thematisieren von misständen bezüglich tierausbeutung ist ein großes und wichtiges anliegen der tierschutz/-tierrechtsbewegung. wenn der losert seine taten und handlungen (–> seine tierversuche) moralisch vertretbar findet, dann sollte er ja auch kein problem mit einer demo haben! soviel platz für gesellschaftliche konfrontation muss in einer demokratischen gesellschaft sein, dass personen für ihre handlungen verantwortung übernehmen müssen und mit den konsequenzen einer home demo leben müssen.

  16. juergen gruber says:

    Antwort an Poster martin.
    Ich denke es ist wesentlich schlimmer was so genannte Nutztiere in unserer Gesellschaft über sich ergehen lassen müssen als so mancher Nutznießer dieses Tierleids.Man kann wohl eine Demonstration vor einem Haus nicht mit dem Leid vieler Tiere vergleichen.Um es anders zu formulieren Hr. Mayer wird das überleben,was man von vielen Tieren nicht behaupten kann.Ausserdem sollten Sie bedenken das Tiere keine eigene Stimme haben um sich zu verteidigen daher ist es nur Recht wenn Sie menschliche Fürsprecher und Helfer haben.Diese Helfer müssen leider oftmals zu legalen aber vieleicht unkonventionellen Mitteln greifen um Gehör zu finden.Es wäre natürlich besser wenn dies nicht nötig wäre und unsere Gesellschaft Tiere nicht so behandeln würde wie sie es tut.Wenn Sie nicht wissen was Ich damit meine besuchen Sie einmal eine Aufzuchtanlage oder einen Schlachthof.Dort spielen sich schreckliche Dinge ab.Daher sollten nicht Tierschuetzer kritisiert werden sondern der Umgang unserer Gesellschaft mit Tieren.

  17. FrF says:

    Ich stimme Vielem zu, was Herr Balluch im Laufe der letzten Monate an dieser Stelle geschrieben hat und würde Tierschützer allgemein als ethische Avantgarde bezeichnen. Aber gerade deshalb sollte man sich so einen Faux-Pas wie die „Kinder-Mail“ nicht leisten, u.a. aus den Gründen, die Martin schon sehr gut ausgeführt hat. Ich glaube, es wäre viel besser, wenn man diesen Riesenfehler (die Mail) einfach eingestehen und sich entschuldigen würde. Ganz abgesehen davon, dass es moralisch falsch ist, die Kinder von Kampagnengegnern ins Spiel zu bringen, grenzt es rein pragmatisch gesehen an PR-Suizid für den Tierschutz.

  18. Angelika says:

    „Ich finde, eine Demonstration vor dem Wohnhaus des Tierexperimentators überschreitet die Grenze des Zulässigen – und das völlig unabhängig davon, ob dabei Straftaten verübt wurden oder nicht“.
    Es ist ja nicht so, dass jemand, der Tierexperimente durchführt, seine Persönlichkeit im Labor an den Nagel hängt und schliesslich als anderer Mensch nach Hause geht. Mayer meinte im Club 2, dass Menschen, die Straftaten begehen, seien sie auch eine moralische Überlegung wert, mit Konsequenzen rechnen müssen. Ebenso Tierquäler.

  19. Hux says:

    Sehr geehrter Herr Dr Balluch,
    nachdem ich durch meinen Sohn ,der ein Verfechter des Tierschutzes mit Leib und Seele ist,sensibilisiert und umfassend informiert werde,was hier in diesem mehr als fragwürdigen Prozess vor sich geht, habe ich mir natürlich die Diskussion im Club 2 angesehen.Dazu möchte ich folgendes sagen: Herr Bauer hat sich mit seinen diffusen Äußerungen ,verbunden mit einer unglaublich plumpen Ausdrucksweise eher selbst geschadet als Ihnen.Was Florian Klenk betrifft,bin ich ganz ihrer Meinung.Er hat es offenbar zugelassen ,sich von der Gegenseite zu sehr persönlich beeindrucken zu lassen.Dieses war eindeutig zu spüren.Herr Dr Meier,“Verfassungspapst“ ,hat in meinen Augen durch seine offenkundige Unbedarftheit der Prozessvorgänge und der sehr einseitig bewerteten Schilderung eines ihm bekannten Vorfalles einen unwürdigen (unprofessionellen) öffentlichen Auftritt hingelegt,den er sich nicht leisten dürfte.So ein Verhalten kann nur als Respektlosigkeit und unwichtiges Abtun gegenüber einer als unangenehm empfundenen oder unwichtig eingestuften Gemeinschaft gewertet werden.Noch dazu in Unkenntnis der gesamten Sachlage! Er wurde erst aufmerksam,als Frau Dr Velten,die ich ob ihrer offenen Worte sehr beeindruckend und Ihrer Seite damit sehr förderlich fand, sehr sachlich und nachdrücklich einige der untragbaren Zustände aus ihrer persönlichen Teilnahme an einem Prozeßtag darlegte,die in diesem Verfahren vorherrschen.Frau Dr Petrovic nahm sich ebenfalls kein Blatt vor den Mund . Sie sagte das, was sich längst aufdrängt.Nämlich die willkürliche,unerlaubte Einmischung der Politik in gerichtliche Verfahren,wenn ihr ,oder ihren Schützlingen, jemand unangenehm wird.Es ist daher unser aller Sache ,aufzuschreien ,wenn der so gepriesene Rechtsstaat ,der uns ja schützen soll seine Pflichten derart mit Füßen tritt. Ich werde das Prozedere weiter sehr aufmerksam verfolgen,und wünsche Ihnen viel Kraft und Durchhaltevermögen. Angesichts der Mißstände ,die so viel unnötiges Tierleid verursachen,werden meine Familie und ich ihre Anliegen mit-und weitertragen.

  20. Elisabeth says:

    Ich vermute, es ist sein Hedonismus. Er befürchtet wahrscheinlich, bestimmte „Leckereien“ (Hummer? Gänsestopfleber? Zibetkatzenkaffee? oder Fleisch überhaupt?) nicht mehr konsumieren zu dürfen oder er wehrt sich schon im Vorfeld gegen das Entstehen von Zweifeln oder gar eines schlechten Gewissens. Daher setzt er sich nicht mehr mit der Sache an sich – der Gewalt gegen Tiere – auseinander, sondern er verschiebt das Problem im Sinne der eigenen Entlastung, auf die „bösen“ Tierschützer, die angeblich die falschen Methoden anwenden, die dann angeblich „viel schlimmer“ sind als die von den Tiernutzern ausgehende Gewalt, mit der er sich dann nicht mehr befassen zu müssen glaubt.
    Dies ist allerdings ein durchsichtiges Manöver – mit der Gewalt gegen Tiere sich zu befassen, ist jeder Mensch verpflichtet, der Anspruch auf ethisches Handeln erhebt, selbst dann, wenn 100% der bisherigen Tierschutzpolitik falsch wären, so wäre er um so mehr verpflichtet, es besser zu machen.
    Zum Motiv Hedonismus mögen noch andere Motive hinzutreten: Reaktanz (bei Kindern Trotz genannt).

  21. Werter Herr Schröter! Gerne erkläre ich Ihnen den Bruch in Klenks Einstellung aus der Sicht einer staatlich anerkannten Verschwörungstheoretikerin (laut Beschluss LG ZRS Wien Sept 2009): Klenk ist ja nur zum Schein LINKS! Es geht um Blutsbrüderschwüre (bis den Tod) der FM-Party! (the honorable party of the highest Freemasons) Offensichtlich sind die Unternehmer der Textilkette, Klenk, Falter, Univ-Prof Meyer und der geschädigte Tierversuchs-Professor (sonst wird man gar nicht Verfassungsrechtler und Uni-Prof in Österreich) einander verbunden und verpflichtet – bis hin zu grausamen Ritualen bei Verrat – zu helfen. Ich denke, dass Prof. Meyer gar nichts persönlich gegen Tierschutz hat. Und der Fairheit halber muss man auch erwähnen, dass Hr. Florian Klenk sich bei Herrn Balluch bedankt hat, dass er auf die Skandale in Skandinavien aufmerksam machte! Ich denke, sowohl Prof. Meyer als auch Klenk sind in einem Gewissenskonflikt. Das ist eben der Fluch der Loge. Buchempfehlung: Kurt Tozzer, Todesfalle Politik! Ich persönlich habe fast den Eindruck, dass Prof. Meyer Herrn Balluch ob seiner Sturheit und Besessenheit für die Sache der Tiere BEWUNDERT! Ob alles, was hier geschieht, den armen Viecherln wirklich zugute kommt, wird die Zukunft zeigen! Ich hoffe es!

  22. sohnemann says:

    naja, der klenk….
    meine mutter hat mir von einer ORF SEITENBLICKE-Sendung im Jahr 2008 erzählt, wo man KLENK als PARTNER der KLEIDERBAUER-PRessesprecherin gesehen hat.
    sollte das stimmen würde das seine einseitigkeit in dieser Causa erklären.
    Darüber hinaus gibt es auch Stimmen aus dem FALTER, wonach KLENK Berichte zum Tierschutz in seiner Funktion als Chefredakteur verhindert.

    Unglaublich ist auch, dass jemand wie Heinz MAYER für unsere Verfasssung zuständig sein kann!
    Hat er doch tatsächlich den Vorwurf 278a StGB gegen die „Väterrechtler“ als „lächerlich“ bezeichnet, dem laufenden Verfahren gegen die TierrechtsaktivistInnen dieses Prädikat jedoch verwehrt!
    Für manche gilt die Unschuldsvermutung anscheinend doch mehr als für andere…

  23. Wolfgang Schröter says:

    Ich versteh´s nicht ….
    Wenn so ein richtiger konservativer Law-And-Order-Schreiberling
    für die Verfolgung von Tierschützern eintritt,
    dann verstehe ich das –
    weil es liegt ja auf seiner ideologischen Linie !
    —————————————————————-
    Bei Herrn Klenk verstehe ich es absolut nicht !
    Nach allem, was ich bisher von Florian Klenk gelesen
    und gehört habe, war er bisher immer ein System-Kritiker –
    und ganz sicher kein System-Unterstützer !
    Herrn Klenks Meinung in der Tierschützer-Causa
    passt irgendwie nicht zu seiner sonstigen Einstellung.
    Für mich besteht da ein offensichtlicher Bruch.
    —————————————————————-
    Kann mir irgend jemand in diesem Forum erklären,
    warum das so ist ???

  24. Susanne says:

    Korrektur:

    „Hat er sich mit seiner “Arbeit” so verdient, oder so beliebt gemacht? Da es keine wirklichen Beweise zu geben scheint, trifft letzteres wohl kaum zu.“

    Sollte heissen: Trifft ersteres wohl nicht zu.

  25. Susanne says:

    Ich habe diese Sendung gesehen und ich glaube, jeder der sie gesehen hat wird derselben Meinung sein wie ich. Es kam sehr gut heraus, dass dieser ganze Prozeß eine Farce ist. Es ist eine Schande für Österreich was da abgeht. Als unbeteiligter Betrachter hat man das Gefühl, dass hier tatsächlich ganz gezielt und bewusst auf eine Art und Weise vorgegangen wird, die man mit Irrtum, oder persönlicher Sichtweise nicht mehr erklären kann. Ich möchte es jetzt nicht so offen aussprechen, aber ich glaube jeder weiß was ich meine, wenn ich sage, dass es einen ja geradezu anspringt, dass hier nichts mit rechten Dingen zugeht. Die Verhandlung MUSSTE offenbar in Wr. Neustadt abgehalten werden. Man hat einen Unbeteiligten in das Verfahren hinein gezogen, der nie von der Polizei befragt wurde. Das alleine ist schon skandalös. Es wurden sogar Richter versetzt, die es wagten anders zu entscheiden (ich finde das im Moment nicht, aber sie werden es vermutlich sowieso wissen) und einer dieser SOKO-Leute wurde nachträglich sogar zum neuen Leiter des Wiener Landesamtes für
    Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung ernannt. Warum? Hat er sich mit seiner „Arbeit“ so verdient, oder so beliebt gemacht? Da es keine wirklichen Beweise zu geben scheint, trifft letzteres wohl kaum zu. Das ist alles so derart unglaublich und unfassbar, dass man das Gefühl bekommt, die Demokratie und der Rechtsstaat Österreich hat ausgedient. Es werden entlastende Beweise nicht erwähnt, Eine „verdeckte Ermittlerin“, die sowieso alle Beteiligten kennen, die also nicht mehr „enttarnt“ werden könnte, muss versteckt aussagen, darf nicht direkt befragt werden und noch vieles andere und das alles auch noch ganz unverschämt vor den Augen der Öffentlichkeit!!! Man möchte es gar nicht glauben, so absurd ist das alles. Aber trotz allem glaube ich, dass der Tierschutzgedanke durch diesen Prozeß eher gestärkt wurde, weil vielen Beobachtern klar wurde, dass es anscheinend nur darum geht, Tierschützer zu vernichten, damit das Geschäft auf Kosten der gequälten Tiere gut läuft. Menschen die sich an Grausamkeiten nicht stören, oder selbst grausam sind, machen Geschäfte mit dem Leid anderer. In diesem Fall geht es um Tiere, aber solche Leute machen meistens keinen Unterschied zwischen Tier und Mensch.

  26. martin says:

    Bei aller berechtigten Kritik am Tierschutzprozess: Auch die Vorgangsweise der Tierschützer muss kritisch hinterfragt werde dürfen. Am Beispiel der Geschichte von Heinz Mayer: Ich finde, eine Demonstration vor dem Wohnhaus des Tierexperimentators überschreitet die Grenze des Zulässigen – und das völlig unabhängig davon, ob dabei Straftaten verübt wurden oder nicht. Da wird ein politischer Konflikt auf eine persönliche Ebene verlagert und tief in die Intimsphäre eines Menschen eingegriffen. Eine Home-Demo kann dazu führen, dass man sich zu Hause nicht mir wohlfühlt und nicht mehr sicher fühlt – und das gilt nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für seine ganze Familie. Gerade die Angeklagten, die sich zu Recht über Hausdurchsuchungen und die damit verbundenen Eingriffe in ihre Privatsphäre beschweren, sollten dafür sensibilisiert sein – auch bei Menschen, mit deren beruflichen Aktivitäten sie nicht einverstanden sind.

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