Zur Tauve meiner lieben Tochter

(Tauve mit „v“ bezeichnet die vegan-säkulare Version einer Taufe im Sinne einer Aufnahme oder Initiation in die Gemeinschaft der Familie)

Meine liebe Tochter,

ich halte Dich hier in Händen und kann kaum glauben, dass Du höchstwahrscheinlich – und auch hoffentlich – im Jahr 2100 leben wirst, jenem Jahr, von dem uns die Klimaforscher:innen die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels vorhersagen, wenn wir nichts dagegen unternehmen. Wir, die Generationen vor Dir, haben Dir Deine Erde zugrunde gerichtet. Wir haben sie an den Rand des Zusammenbruchs getrieben, das größte Artensterben der Erdgeschichte ausgelöst und die Ressourcen unseres Planeten weit über jede Nachhaltigkeit brutal ausgebeutet. In die Zeit Deiner Geburt fällt mit einem ungeheuerlichen Netzwerk von Tierfabriken, Tiertransporten und Massenschlachthöfen weltweit auch das größte Leid, das es jemals gegeben hat. Von uns verschuldet.

Dein Uropa war ein Tiroler Bergbauernsohn aus Ranggen, der sich beim Bau der Glocknerstraße verdingt hat und letztlich sogar führend an verschiedenen Bauprojekten in Österreich, unter anderem dem Wasserkraftwerk Kaprun, beteiligt war. Als wir zu seinem Lebensende seine ehemaligen Baustellen besucht haben, sah er bei Kaprun einen Bach eine Steilflanke hinunter stürzen. Den haben wir vergessen in das Kraftwerk einzuspeisen, meinte er. Wie sinnlos, wenn das Wasser hinab fällt, ohne dass es für den Menschen Energie liefert. Die Schönheit unberührter Natur unabhängig vom Menschen, schien ihm keinen Wert zu haben.

Seine Enkel zwei Generationen später halfen mit, die Hainburger Donauau zu besetzen, um erfolgreich ein Wasserkraftwerk zu verhindern. Eine Gesellschaft im Umbruch. Vielleicht auch der evolutionäre Grund, warum wir Menschen mit 70 oder 80 Jahren altern und sterben, was physikalisch ja gar nicht notwendig wäre. Aber so sterben die fixen Ideologien mit, die sich im Laufe eines langen Lebens ins Gehirn eingemeißelt haben, und schaffen Platz für neue Ideen der neuen Generationen. Auch für Deine Ideen.

Ich hoffe sehr für Dich, liebe XXX, dass es der Menschheit noch gelingt, die Kurve zu kratzen. Es wäre so ungerecht, wenn Du keinen lebensfähigen Planeten mehr zur Verfügung hast und der Meeresspiegel bis 2100 um über 1 m angestiegen ist. Die Migrationsströme unter solchen Bedingungen möchte ich mir gar nicht ausmalen.

Liebe XXX, mit Deiner Tauve wirst Du in unsere Gemeinschaft initiiert und aufgenommen. In unserer Gesellschaft besteht die Gemeinschaft leider hauptsächlich aus der Kleinfamilie, was ich für problematisch halte. Ich habe nicht das Gefühl, dass diese soziale Lebensform der menschlichen Natur entgegen kommt. Vielmehr bräuchte es eine Integration in größere Zusammenhänge, wie die Großfamilie und den erweiterten Bekanntenkreis. Ein Kind, so heißt es, braucht ein Dorf, um glücklich aufzuwachsen. Wir werden unser Bestes geben, Dir diese Integration zu bieten. Ein Schritt in diese Richtung ist der Umstand, dass Du zwei Patentanten hast, die sich dankenswerter Weise bereit erklärt haben, Dich in besonderem Maße zu unterstützen. Du bist auch Teil einer großen sozialen Bewegung für Tiere, die oft wie eine Großfamilie zusammensteht, sogar international.

Meine liebe Tochter, Du lebst vegan. Ich weiß, das konntest Du nicht mitentscheiden, aber in Deinem Alter bleibt es uns Eltern nicht erspart, diese Entscheidungen für Dich zu treffen. Doch ich bin zuversichtlich, dass sie auch in Deinem Sinn ist. Vegan bedeutet zunächst, nichts vom Tier zu essen, weder Fleisch noch Milch oder Eier. Die Herstellung tierlicher Nahrung ist in der Regel mit großem Tierleid verbunden. Wenn Du alt genug bist, werde ich Dir erklären, was das bedeutet. Für einen mitfühlenden Menschen ist es unausweichlich, aus diesem Faktum die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Und in unserer Familie ist es ein Hauptanliegen, Dir zu helfen, Deine Sensibilität für alles Lebendige und Dein Mitgefühl zu stärken und sich entwickeln zu lassen. Wenn Du nie tierliche Produkte zu Dir genommen hast, werden sie Dir auch nicht abgehen.

Mit Deinem Veganismus, liebe XXX, wirst Du auch dazu beitragen, den Klimawandel zu bremsen und die Belastung der Erde durch uns Menschen zu reduzieren. Angesichts der weltweiten Krise ist das ein Gebot der Stunde. Du wirst dabei auch mithelfen, diese Lebensform als normal zu etablieren. Ich vermute, dass Du später stolz darauf sein wirst, immer schon vegan gewesen zu sein, wenn Du alt genug bist, die Umstände zu begreifen. Es mag sein, dass Dir durch unsere Entscheidung Dich vegan zu ernähren eine gewisse Last aufgebürdet wird, weil die Mehrheitsgesellschaft „anders“ ist und oft einen großen Druck auf uns ausübt, sich ihr anzupassen. Doch wir werden Dich nach Möglichkeit vor diesem Druck abschirmen, Dich schützen und Dir einen sicheren Hafen in unserer Familie bieten. Ein Platz in einem veganen Kindergarten ist bereits für Dich reserviert.

Dein Uropa aus Tirol, den ich vorher erwähnt habe, hat als junger Mann jeder Kreuzotter, die er fand, den Kopf abgeschlagen und dafür von der Behörde in Innsbruck ein Kopfgeld kassiert. Man wollte Giftschlangen ausrotten, weil die nützen ja keinem Menschen. Deine Familie heute sieht das anders. Kürzlich habe ich nur 70 m von unserem Haus in der Obersteiermark entfernt eine Kreuzotter gesehen. Deine Schwester ist barfuß herum gelaufen und ein Biss dieser Schlange wäre für sie tödlich. Ich habe die Kreuzotter dennoch nicht getötet, sondern lieber Deine Schwester eindringlich gewarnt, aufzupassen, und werde, so lange sie noch jung ist, immer in ihrer Nähe sein. Meine Einstellung ist, dass die Natur nicht uns gehört, dass nicht wir sie nach unseren Bedürfnissen formen. Nein, die Natur war zuerst da. Wir sollten uns ihr anpassen, und sie mit einer gewissen Demut respektieren. Ich vermute, dass Du durch Dein Leben bei uns für diese Gefühle später auch ein Verständnis entwickeln wirst.

Liebe XXX, Du wirst mit mir viele Tage und Nächte in unberührter Natur, in den hohen Bergen, den letzten Resten unserer Urwälder, den hintersten Winkeln abseits von Wanderwegen und Straßen, und auch unter Wölfen, Bären, Luchsen und Bisons verbringen. Für mich hat die vom Menschen unbeeinflusste Natur den höchsten Wert. Es ist unfassbar, wie tief beeindruckend die Atmosphäre in solchen Primärwäldern statt den schrecklichen Fichten-Monokulturen ist. Es ist unserer Familie ein großes Anliegen, Dir auch diesen Wert zu vermitteln. Staunen statt zerstören. Die Natur auf Dich wirken lassen, statt sie zu benutzen. Die Geräusche, die Gerüche, durch Berührung die Konsistenz des Natürlichen mit allen Sinnen wahrnehmen! In unserer Gemeinschaft wird der Wald für Dich zu Deinem Zuhause werden. Ein Ort, an dem Du Dich viel sicherer als unter Menschen fühlst. Mir geht es so.

Deine Tauve ist kein religiöser Akt, kein allmächtiger Gott wird angebetet, Du bist für keine Erbsünde verantwortlich. Deine Familie ist säkular und den Prinzipien der Naturwissenschaft und der Vernunft verschrieben. Du sollst keine Angst vor einer überirdischen Allmacht haben müssen und keine Schuldgefühle, weil Du an einen Geist glauben und ihn lieben sollst, ohne es zu können. Die Naturwissenschaft, z.B. der Biologie, kann Dir Unglaubliches über den Wald und seine Tiere und Pflanzen lehren. Wenn man das verinnerlicht, sieht man alles um sich mit anderen Augen.

Aber auch die Mathematik wartet mit ungeheuerlicher Schönheit und Harmonie auf, wenn man sich auf sie einlässt. Ich durfte 12 Jahre lang auf universitärer Ebene in der Mathematik forschen und hätte Dir viel darüber zu erzählen, wenn Du das eines Tages von mir erfahren willst. Die Grundprinzipien der Physik, die Astronomie, die Welt der Quanten, all das sind wahre Wunder, die zu ergründen sehr erfüllend sein kann. Ich werde Dir diese Möglichkeit bieten.

Unser Anspruch in unserer Gemeinschaft, meine liebe Tochter, ist, nur nach Regeln zu leben, die auch vernünftig begründet sind. Deine Uroma wollte mich immer zwingen, beim Essen nicht mit den Ellenbogen den Tisch zu berühren. Warum das vernünftig sein soll, hat sie mir nie erklären können. Einmal hat sich ein Mann beim Essen darüber sehr erregt, dass ich den letzten Rest einer Suppe aus dem Teller geschlürft habe, statt ihn mühsam auszulöffeln. Derselbe Mann biss dabei herzhaft in den toten Körper eines Huhns aus Qualzucht und Massentierhaltung. Kein Problem für ihn, Hauptsache sein Verständnis von anständigen Tischsitten wird eingehalten. Da haben die Benimm-Regeln jede Basis in der Vernunft verloren. Bei uns in der Familie bedeutet Anstand, ein Leben mit Mitgefühl, Toleranz, Rücksicht auf die Natur und zivilgesellschaftlichem Rückgrat zu führen.

Meine liebe XXX, ich muss Dir aber auch etwas gestehen: Deine Eltern werden gerade jetzt wieder einmal von der Staatsanwaltschaft verfolgt, weil sie sich für Tiere eingesetzt haben. Vielleicht ist es eine Bürde für Dich, vielleicht bis Du aber auch eines Tages stolz darauf. Die spannendsten mathematischen Erkenntnisse und das Wissen von der wunderschönsten Ecke eines Urwaldes entbinden uns nämlich nicht der Verantwortung, die wir als Mitglieder der Gesellschaft haben. In unserem Namen können Tiere gequält, unberührte Natur zerstört und das Klima gekippt werden, oder eben auch Tiere gerettet, unberührte Natur bewahrt und der Klimawandel rückgängig gemacht. Wir haben uns deshalb für den gesellschaftspolitischen Tierschutz- und Umweltaktivismus entschieden. Das ist kein leichtes Leben, das kann ich Dir sagen, aber es ist leider notwendig. Zu viele egoistische Interessen großer Konzerne gieren nach den Schätzen der Erde ohne Rücksicht auf Verluste und auf die nächsten Generationen. Nur, wenn ich mich ihnen entgegen stelle, kann ich mich in den Spiegel schauen. Das wirst Du eines Tages verstehen.

Als Dein Vater, meine liebe Tochter, tröpfle ich das Wasser dieses Natursees hier im obersteirischen Gebirge auf Dein kleines Köpfchen, als Symbol für Deine Aufnahme bei uns. Gemeinschaft, Veganismus, Naturwissenschaft, Vernunft, Tierrechte, Natur und politischer Widerstand sind die Eckpfeiler unseres Lebens, in das Du nun eintrittst. Das sind die Potentiale zur Entfaltung Deines Lebens, die wir Dir bieten. Aber über allem steht die unbändige Liebe, die wir Dir gegenüber empfinden. Auf sie wirst Du Dich immer verlassen können, egal wie sich Dein Leben entwickelt. Ich heiße Dich herzlich und voll uneingeschränkter Zuneigung bei uns willkommen,

Dein Papa

19 thoughts on “Zur Tauve meiner lieben Tochter

  1. Julia schmidt says:

    Lieber Herr Balluch
    Ich finde ihren Beitrag sehr bewegend und schön geschrieben, außerdem ist es sehr interessant die Meinung anderer zu lesen. Auch wenn ich Ihnen oft zustimme, habe ich noch Dinge zu ergänzen.
    Zu erst zu dem angesprochenen Thema des Veganismus: ich selbst bin Vegetarierin und versuche, Vorallem im eigenem Zuhause auf tierische Produkte zu verzichten. Ich werde in einer Woche 16 und habe in den 6,5 Jahren in denen ich auf Fleisch verzichte bemerkt, dass man seine Meinung niemand anderem aufdrängen kann und soll, stattdessen bewirkt man das Gegenteil: Leute werden oft sauer, sie wollen die Meinung anderer nicht aufgedrückt bekommen (was auch verständlich ist), ich denke anstatt anderen die Meinung auf zu erdrücken sollte man Leute belehren, so dass sie für sich selbst die bessere Entscheidung treffen. Auch wenn es die eigene Familie ist. Ihre Tochter ist noch nicht im Stande dazu ihre eigene Entscheidung zu treffen und zur Zeit ist es wohl wichtiger sie ausgewogen und gesund zu ernähren und nicht auf Zwang vegan. Ihre Tochter wird mit ihren Werten aufwachsen und sich selbst ihre Meinung bilden, ob sie sich vegan ernährt oder nicht ist alleine ihre Entscheidun, die nicht von anderen bestimmt werden soll. Auch das Thema „Geschlechter“ haben sie kurz angesprochen, Meiner Meinung nach wird in den meisten Einrichtungen wie z.B. Schule über gender Identität geredet und darauf geachtet. Es geht nicht darum Kinder geschlechtslos zu erziehen, aber ihnen “Platz” für ihre eigene Entwicklung zu lassen. Das bedeutet nicht, dass man Babys nichts blaues und Pinkes mehr schenken darf, dass jungen auf Grund der stereotypen nicht mehr mit Autos spielen dürfen und Mädchen keine Kleidchen mehr anziehen können, aber man sollte Kindern von Anfang an beibringen was Identität ist und auch in der Schule mehr darüber reden. Nicht um Kindern eine nonbinäre Identität aufzudrücken, aber um ihnen zu zeigen, dass freie Entfaltung der Identität völlig ok ist.

  2. JönAss says:

    Sehr geehrter Herr Balluch und Familie,
    Zunächst wollte ich Ihnen meinen herzlichsten Glückwunsch zur Geburt Ihrer Tochter aussprechen. Ein Kind ist immer eine große Aufgabe, aber auch eine Riesen Freude und Ihres kann sich glücklich schätzen in eine solch fürsorgliche Familie geboren worden zu sein.
    Ich kann das Bemühen eine bessere Welt für die eigenen Kind zu schaffen voll und ganz nachvollziehen und hoffe das dies Ihnen so gut wie es geht gelingt.
    Jedoch will ich mit diesem Kommentar auch ein Stück meiner eigenen Meinung kundgeben, denn einerseits finde ich es gut, dass Sie ihrem Kind eine Entscheidungsfreiheit im Thema Religion bieten, andererseits bin ich etwas skeptisch gegenüber der Veganen und voll naturbelassenen Erziehung. Nicht falsch verstehen. Ich habe nichts gegen vegane Ernährung und die Natur im Allgemeinen. Im Gegenteil ich versuche natürlich auch meinen Anteil für die Umwelt zu geben, so viel oder wenig es ist. Aber nun zum eigentlichen Thema zurück.
    Ich persönlich denke dem Kind wichtige Nahrungstoffe für das Wachstum im ganz jungen Alter fehlen könnten und das es durch diese Naturbelassenen Erziehung eventuelle soziale Rückstände erleiden könnte.
    Ein gesundes Mittelmaß in allen Bereichen ist bestimmt auch keine schlechte Lösung für das Kind…

  3. Milf Hunter 69 says:

    Lieber Martin Balluch,
    zuerst einmal herzlichen Glückwunsch für Ihre Tochter, ich wünsche ihr ein tolles Leben.
    Nun möchte ich jedoch noch kurz das Thema Veganismus ansprechen. In Biologie (Bayrisches Gymnasium 10te Klasse) haben wir gelernt, dass sich ein Veganer eigentlich regelmäßig tierisches Vitamin BA12 spritzen lassen miste, um die entstehenden Mängel wieder auszugleichen. Jedoch werden die Zuchttiere teilweise so schlecht gepflegt und ernährt, dass sie auch fast kein Vitamin B12 besitzten.
    Zusammenfassend würde ich also sagen, dass es heut zu tage gar keinen Unterschied macht, sich vegan zu ernähren oder nicht. Ich schätze es sehr, wenn sich Menschen dazu verpflichtet sehen, der Unwelt und den Tieren zu helfen und finde, dass man niemanden dafür haten sollte.

  4. dust.in says:

    Ein sehr schöner und auch tiefgründiger Text! Ich persönlich finde es schön, Unterstützung in diesem Thema zu erfahren. Und auch, dass das Zusammenleben von der Natur und den Menschen (und deren Art zu leben) beleuchtet wird. Es ist so wichtig, das zu verstehen, vor allem in der heutigen Zeit, wo sich vieles widerspricht.
    Viel Glück und alles Gute!

  5. Liebe Familie Balluch!
    Herzliche Gratulation zur kleinen Tochter!!!
    Dieser Text ist einfach nur schön!!!
    Eure Kinder können sich wirklich glücklich schätzen, solche Eltern zu haben und
    sie werden auch einmal stolz auf Euch sein.
    Viele VGT AktivistInnen kämpfen derzeit mit Euch, dass die Generation Eurer Kinder
    auch noch eine lebenswerte Erde hat
    Viel Freude und Glück von Christine

  6. Milena says:

    Was für ein schöner Text! Ich wünsche Ihrer ganzen Familie und Ihnen alles Gute. Ihre Tochter wurde in eine sehr besondere Familie hineingeboren!

  7. cheetah says:

    alles Gute Euch! <3

  8. Sabri says:

    Der Tauvtext ist absolut berührend und schön, wie er ist, ich hoffe es ist richtig, da etwas hinzuzufügen – das Wichtigste ist gesagt.

    „Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen.“
    (Sprichwort aus Pakistan)
    Wenn Eure beiden Töchter auf ihre Frage nach einem guten Weg Eure Antwort bekommen, wie Ihr sie ihnen gebt, haben sie einen wunderbaren Beginn ihres Lebenswegs vor sich – gleichgültig, wohin sie sich später einmal entscheiden werden zu gehen. Der Anfang des Weges legt immer auch so viel von dem fest, was später oder wohin später zu gehen möglich sein wird…

    „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen.“
    (Afrikanisches Sprichwort)
    Ja, ein ganzes Dorf wäre besser… Aber seit den 80-er Jahren spricht man vom Globalen Dorf, und ihr habt Unterstützer und Mitstreiter und seid vernetzt über die Ländergrenze hinaus – Eure Kinder werden nie alleine bleiben müssen und werden gut aufgehoben sein. Und ein afrikanisches Dorf wäre keine gute Umgebung heute, um als Mädchen in Sicherheit zu sein: Die moderne Form der Sklaverei ist der Frauenhandel afrikanischer Mädchen und Frauen nach Europa, dieser Menschenhandel (Frauenhandel) passiert in einem unvorstellbaren Ausmaß und wird von den Regierungen Europas – gedeckt, muss man sagen. Es ist etwas Anderes, heute in die Welt als ein (veganes) Mädchen geboren zu werden als ein (veganer) Junge. Ich wünsche Euren Mädchen, dass sie auch in diesem Bewusstsein einen guten Weg gehen werden!

    Den folgenden Text zitiere ich vor allem (abgesehen davon, dass er weise ist), weil manchmal Kinder von Eltern, die in der Gesellschaft sehr stark im Licht der Öffentlichkeit (nicht nur dem der Staatsanwaltschaft, sondern vor allem der Medien) stehen, in der Pubertät testen wollen oder müssen, was ihren Eltern wichtiger ist, sie selbst oder der Wertekanon, und dann wird`s nicht so einfach, weil sie für einige Zeit das Gegenteil ausprobieren, sozusagen auf Teufel-komm-raus.

    „Von den Kindern
    (Khalil Gibram)

    …Und er sagte: Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind Töchter und Söhne der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Sie kommen durch euch, aber nicht von euch. Ihr dürft ihnen eure Liebe schenken, aber nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Ihr dürft ihren Körpern ein Zuhause geben, aber nicht ihren Seelen, denn ihre Seelen wohnen im Haus der Zukunft und das könnt ihr nicht betreten, nicht einmal in euren Träumen. Ihr dürft bestrebt sein, ihnen zu gleichen, aber versucht nicht, sie euch gleich zu machen. Denn das Leben schreitet nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern. Ihr seid der Bogen, von dem eure Kinder wie lebendige Pfeile ausgeschickt werden. … Wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er genauso den Bogen, der bleibt.“

    Ich habe die Erfahrung gemacht, egal ob man Pflegeeeltern oder Lehrer oder Stiefelternteil eines Kindes ist und egal, wieviel Lebenszeit man mit einem Kind verbringt – das Kind nimmt das gemeinsame Leben und Lernen auf, in dem Maß, wie es hilfreich für sein Leben ist. Aber den Eltern ist es sozusagen ausgeliefert, es gibt keinerlei Maß, es saugt sie in sich auf, damit ist nichts und niemand Anderes vergleichbar. Und ich finde, was Eure Kinder da kriegen, ist eine wunderbare Nahrung – in jeder Hinsicht!
    Liebe Grüße und alles Gute für den Weg!
    Sabri

  9. Liebe Sabri,
    vielen Dank für Deine freundlichen und, wie immer, interessanten Worte.
    Ein Kommentar kann ich mir nicht verkneifen. Du schreibst:
    > Es ist etwas Anderes, heute in die Welt als ein (veganes) Mädchen geboren zu werden als ein (veganer) Junge.
    Ich finde es sehr traurig, dass das tatsächlich so anders ist. Faktum ist meiner Erfahrung nach, dass die Menschen von 2 bis 5 Jahre (etwa) am allermeisten in Geschlechter trennen und sehr intensiv Geschlechteridentitäten entwickeln. Ich hätte gerne eine möglichst geschlechtsneutrale Entwicklung gefördert, aber das scheint nachgerade unmöglich. Mädchen in diesem Alter höre ich täglich, wie sie sagen, Buben dürfen keine Kleider/Haarspangen/Röcke tragen, weil sie keine Mädchen sind, Buben sind in dieser oder jener Hinsicht dumm, Mädchen brauchen das oder jenes nicht machen, weil sie Mädchen sind, usw. Überraschend, wie wahnsinnig wichtig es offenbar Menschen in diesem Alter ist, eine Geschlechtsidentität zu haben und möglichst anders als jene zu sein, die nicht zu diesem Geschlecht dazu gehören.
    Abgesehen davon erlebe ich Benachteiligungen von Buben, sodass ich immer wieder das Gefühl habe, erleichtert zu sein, nur Töchter zu haben, weil ich einem Sohn nicht erklären könnte, warum er so benachteiligt wird. „Die Zukunft ist weiblich“, dröhnt es meinem Empfinden nach von allen Seiten. Als Bub hat man es heute sehr schwer in unseren Breiten.

  10. Sabri says:

    Lieber Martin,
    ich war gerade auf einer Fortbildung „Schlimme Jungs, brave Mädchen“ vom Bayerischen Kultusminsterium, und ich weiß, was du meinst: Die Jungen sind die Bildungsverlierer seit 20 Jahren, Tendenz jährlich sich verschlimmernd (egal, ob BRD-weite Zahlen oder Vergleichsuntersuchungen aus einem Südtiroler Bergdorf), Jungen leiden unter der Feminisierung des Bildungssystems und machen weniger gute Abschlüsse in längeren Ausbildungszeiten als die Mädchen. Passend dazu nehmen ihre Lehrerinnen (es gibt ja zunehmend weniger Lehrer, 3 % der Kindergärtner in der BRD sind männlich) sie um ein Vielfaches unkonzentrierter, ungehorsamer, aggressiver, leistungsschwächer wahr als die Mädchen…es braucht wirklich jungengerechtere Schulen, als sie derzeit sind. (Es braucht überhaupt andere Schulen, als sie derzeit sind.)
    Aber dass es bedauernswert ist, dass „kleine Leute“ unter fünf Jahren k e i n e geschlechtsneutrale Erziehung wollen – das finde ich nicht. Seit Bischof-Köhler (2008) gilt in der Pädagogik: Das Dogma von der biologischen Gleichheit ist gefallen, Geschlechterdivergenz ist kein Erziehungsfehler! Jungen sind explorativer, risikofreudiger, wettbewerbsorientierter als Mädchen, diese sind personenorientierter, fürsorglicher, geduldiger und einfühlsamer als Jungen – und Geschlechterverhalten ist nur teilweise erlernt, es ist biologisch mitbestimmt. Und es gilt immer: Wie man ist, so wird man auf jeden Fall auch anerkannt und darf man sein, und „kleine Leute“ dürfen darauf Wert legen, eben ihrem Geschlecht zuzugehören. Ihnen das abzusprechen, würde ihnen etwas wegnehmen, was zu ihnen gehört.
    Aber auf der anderen Seite gibt es sehr viele Menschen, die schon als Kinder (oder später als Jugendliche) spüren, dass sie gar nicht das Geschlecht sind, als das sie wahrgenommen und definiert werden. Weil sie als das andere Geschlecht eingeordnet worden sind, oder weil sie beide Geschlechter in sich tragen. Und was mit Menschen passiert, die so in unsere Gesellschaft kommen, ist ein einziges Unrecht ihnen gegenüber – wir sind gerade dabei, darüber mehr zu verstehen, weil Einzelne angefangen haben, ihr privates Erleben dieser Geschlechtergewalt öffentlich zu machen („Ich bin Linus“ von Linus Giese, einem trans Mann, ist zum Glück ein Bestseller geworden, ein gut geschriebenes und berührendes (Geburtstags-)Geschenk für jeden aufgeschlossenen Erwachsenen oder Jugendlichen), und die Gesellschaft ändert ihr Verständnis von Zweigeschlechtlichkeit, zum Glück.
    Allerdings habe ich eine gute Bekannte, deren Familie seit längerem über der Frage zu zerbrechen droht, ob ihr eines Kind nun ein Mädchen ist, wie seit Geburt angenommen, oder ein Junge, wie es selbst seit einiger Zeit glaubt – weil die damit verbundene Geschlechtsoperation nicht reversibel ist, scheiden sich die Geister. Diese Familie lebt in einer nicht allzu langen Stichstraße – und in dieser Straße leben s e c h s junge Erwachsene, die in den letzten Jahren beschlossen haben, trans zu sein, und zum Teil geschlechtsumwandelnde Operationen hinter sich haben. Das schreit danach, nicht als Zufall wahrgenommen zu werden – scheint also die Unzufriedenheit mit dem Lebenskonzept „zugewiesenes Geschlecht“ während der Pubertät irgendwie ansteckend zu sein?!

    Ja, Jungen haben es schwerer als Mädchen – derzeit in diesem Teil der Welt. Aber es ist doch falsch, nicht global zu sehen, wie es weltweit den Mädchen geht und wie den Jungen. Und man muss nicht einmal in andere Kontinente blicken – das ist beim Sklavenhandelt in Europa, der zum überwiegenden Teil Mädchen und Frauen betrifft, genauso, ob in Österreich oder Deutschland, ist egal. Die Menschen, die in Europa gekauft und verkauft und ausgebeutet und oft auch getötet werden, sind ganz überwiegend weiblich. Und ob es um Infantizid, Vorenthaltung medizinischer Behandlung oder Vorenthaltung von Bildung, um Kinderheirat, genitale Verstümmlung, Anklage und Tötung wegen Hexerei… oder was auch immer an Unrecht von Menschen gegenüber anderen Menschen geht, Mädchen und Frauen sind in einem immens höheren Ausmaß weltweit betroffen als Jungen und Männer. Also, wenn die Zukunft weiblich wäre – wieso eigentlich nicht? Vielleicht gibt`s dann weniger Gewalt.
    LG Sabri

  11. Liebe Sabri,

    danke für Deine differenzierte Sicht. In vielem gebe ich Dir recht. So lerne ich jetzt erst langsam, wie sehr sich als weiblich sehende Kinder nicht nur das Bedürfnis haben, sich vom anderen Geschlecht abzugrenzen, sondern auch gezielt ganz andere Prioritäten setzen. Ich bin zum Beispiel noch nie im Leben vor meinem Kleiderkasten gestanden – auch als 3 Jähriger nicht – und habe mit überlegt, was ich mir heute anziehe oder wie ich am besten wirke. Das war und ist mir immer schon wurscht, warum auch immer. Jetzt mit meiner älteren Tochter weiß ich vor dem Weggehen, dass ich mir 15 Minuten Zeit nehmen muss, weil sie sehr sorgfältig den Kasten durchstöbert, dieses oder jenes Kleider verwirft, um sich dann für eines zu entscheiden. Und wehe man sucht eines für sie aus! Das eine für diesen Tag oder keines. Punkt.

    Und das ist nicht der einzige Unterschied. Woher diese Unterschiede auch immer kommen.

    Es fällt mir sehr schwer, Dir zuzustimmen, – und deshalb tue ich es nicht -, dass Buben weniger mitfühlend, geduldig oder feinfühlig wären. Ich kann jedenfalls mit Bestimmtheit sagen, dass man diese Vorurteile keinesfalls ausleben darf, weil man dann den Individuen nicht gerecht wird. Es gibt definitiv Buben, die mitfühlender sind als manche Mädchen. Wir dürfen auch nicht aus dem Umstand, dass Frauen an der Leistungsspitze deutlich schlechter Schach spielen oder an der Forschungsspitze deutlich weniger Frauen mithalten, schließen, dass das angeboren so wäre. Da müssen wir sehr vorsichtig sein.

    Gänzlich widersprechen muss ich Dir bei der These, dass Frauen mehr Gewalt erfahren oder erfahren haben, in der Geschichte. Ich denke das ist eindeutig umgekehrt. In die Kriege wurden die Männer geschickt, bei Drohung mit der Todesstrafe. Gefoltert und getötet, auch durch den Staat, wurden bei weitem mehr Männer im Laufe der Geschichte, z.B. Srebrenica, wo die 8000 männlichen Wesen der Stadt ermordet wurden, alle Frauen aber nicht. Ganz ähnlich bei den Geiselerschießungen der Nazis im 2. Weltkrieg, oder auch in den KZs, die zum großteil reine Männerlager waren. Im Schnitt ist es viel gefährlicher, als junger Mann in der Nacht auf der Straße herum zu gehen, als als Frau. Sagt die Statistik. Kurzum, Gewalt gegen Männer ist häufiger, salonfähiger und viel akzeptierter als gegen Frauen.

  12. Martina U. says:

    Ich bin Vegetarier, halte von Veganismus aber rein gar nichts. Veganismus ist langfristig ungesund und man tut gerade Heranwachsenden damit keinen Gefallen. Ohne tierische Eiweiße fehlt dem Menschen ein evolutionsbedingter zentraler Ernährungsbestandteil. Eltern, die Kindern eine vollständige Ernährung vorenthalten, sind schlechte Eltern – auch wenn sie es gut meinen.
    Ich wünsche Ihrer Tochter trotzdem alles Gute und Glück im Leben.

    PS: Im Kambrium etwa war der CO2-Gehalt in der Atmosphäre 12 mal so hoch wie heute, ohne dass die Erde eine zweite Venus wurde bzw. das Klima „gekippt wäre. Besser noch: Damals explodierte die Artenvielfalt geradezu. Es ist schlussendlich völlig egal, ob Materie vom Menschen oder von Vulkanen vom festen in den gasförmigen Zustand überführt wird. Die Erde kommt damit bestens zurecht.
    Sie als Doppeldoktor sollten das eigentlich wissen. Andererseits ersetzt – laut Arthur Schopenhauer – natürlicher Verstand jeden Grand von Bildung, aber keine Bildung den natürlichen Verstand. Das mag einiges erklären.

  13. @Martina U.
    Sie schreiben so, als würden Sie sich auskennen. Ist das so? Woher haben Sie das denn, dass Veganismus langfristig ungesund ist? Für wen gilt das? Ich lebe seit 32 Jahren vegan. Wann kommt der Zusammenbruch in Ihren Augen? Oder auf welche Studien können Sie verweisen? Ich persönliche kennen sehr viele Menschen, die seit langem vegan leben und vegane Kinder haben und von ungesund habe ich jetzt noch nichts mitbekommen.

    Besonders seltsam finde ich, dass Sie meinen, „tierische Eiweiße“ würden evolutionsbedingt so wichtig sein. Warum sollte das so sein? Welche wissenschaftliche Quelle dafür können Sie nennen? Ist das Ihr Bauchgefühl oder gibt es da auch Seriöses dazu zu sagen? Ich wüsste nicht, was an pflanzlichen Eiweißen fehlen würde. Es geht doch um die 8 essenziellen Aminosäuren, oder nicht, die wir Menschen nicht selbst synthetisieren können. Und die sind in praktisch allen Pflanzen enthalten.

    Was die Evolution betrifft: haben Sie das Gefühl, dass der Mensch „schon immer“ Kuhmilch getrunken hat? Sie meinen ja, vegetarisch gut – vegan schlecht, aus Gründen der Evolution. Dann müsste der Mensch ja evolutionär an den Konsum von Kuhmilch angepasst sein. Aber 70 % der Menschen auf der Welt sind laktoseintolerant. Wie passt das zusammen? Abgesehen davon kann ich mir nicht vorstellen, wie Steinzeitmenschen vor der neolithischen Wende an Kuhmilch herangekommen sein sollen.

    Seltsam finde ich auch, dass Sie Eiweiß als Grund des Versagens der veganen Ernährung erwähnen. Eiweißmangel hat für Sie Langzeitfolgen? Normalerweise reagiert der Körper auf Eiweißmangel mit Heißhunger. Was sind Ihrer Ansicht nach die Langzeitfolgen von nicht befriedigtem Heißhunger? Also es gäbe ja viele Gründe, die man eher anführen könnte, was an der veganen Ernährung problematisch sein könnte, wie Vitamin B12, Vitamin D, Omega3 Fettsäuren oder Kalzium. Alles im Übrigen unter Kontrolle, auch bei meinen Kindern. Aber Eiweißmangel? Ich denke, außer in Ländern mit Hungersnot gibt es keinen Eiweißmangel bei Menschen. Weil die essen einfach sonst mehr bis sie satt sind.

    Und was Sie für mich endgültig in die unwissenschaftliche Esoecke abdriften lässt, ist Ihre Ansicht zum Klimawandel. Also Sie meinen ernsthaft, die tausenden Klimaforscher:innen irren sich alle, sind ja zu doof dafür, was Martina U. durchschaut hat. Ach wie dumm, ein Blick in die Vergangenheit hätte genügt um seelenruhig weiter fossile Brennstoffe zu verbrauchen und sich um nichts zu scheren. Glauben Sie das wirklich?

    Bohrkerne im Eis der Antarktis zeigen, dass zumindest in den letzten 700.000 Jahren niemals so viel CO2 in der Atmosphäre war, wie heute. Sehr häufig wenn Vulkane große Mengen an Treibhausgasen in die Luft geblasen haben, kam es zum Massensterben. Der Meeresspiegel steigt, laut neuestem IPCC Bericht sogar auf 1 m bis 2100. Wohin mit all den Millionen Menschen, die dann ihre Bleibe verloren haben? Trösten Sie die auch mit der Vergangenheit? Immerhin gab es Zeiten, in denen der Meeresspiegel gut 100 m höher war als heute.

    Merken Sie eigentlich die Wetterkapriolen, die auf den Klimawandel zurück zu führen sind? Finden Sie die Überschwemmungen, Hitzewellen, Murabgänge und Stürme lustig? Oder mit welchem Argument wollen Sie die denn einfach so wegwischen?

  14. Karsten R. says:

    Die kambrische Radiation ist sicher beeindruckend, nur fand diese in den Ozeanen statt. Auf den Kontinenten war das Leben deutlich weniger divers. Tier gab es da (höchstwahrscheinlich) noch nicht, die ersten Landwirbeltiere gabt es etwa 200 Mio. Jahre später. Ein paar Moose und Pilze gab es zu der Zeit wahrscheinlich schon an Land. Das war es dann aber auch.

    Wie ganz richtig von Ihnen recherchiert betrug der Kohlendioxidgehalt der Luft etwa 4,5 Vol.-%. Das entspricht ungefähr dem Kohlendioxidgehalt unserer Atemluft beim Ausatmen. Noch ungünstiger ist es mit dem Sauerstoffgehalt, der war 4-5 Vol.-% geringer als die Luft, die wir ausatmen. Der Vergleich von Ihnen ist also optimal gewählt.

  15. @Karsten R.
    Mit anderen Worten: Landwirbeltiere oder gar Menschen hätten zu dieser Zeit niemals überleben können. Es mag schon stimmen, dass die Erde den Klimawandel überlebt. Aber die Menschheit überlebt ihn nicht, und mit ihr die meisten Arten von Landwirbeltieren.
    Und vor 700 Millionen Jahren war die Erde ein Eisball, komplett mit Eis bedeckt. Das Leben hat diese Phase überstanden, erstaunlicherweise, aber es gab nur Einzeller. Was es alles gibt!
    Dazu kommt noch, dass der Übergang in solche Klimaphasen – mit Ausnahme der Vulkanausbrüche und Meteoriteneinschläge – viel langsamer vonstatten gegangen ist, als der menschengemachte Klimawandel heute. Die Arten hatten also viel länger Zeit, sich anzupassen.
    Ich würde also gerade aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit schließen, dass wir einen menschengemachten Klimawandel um jeden Preis verhindern sollten.

  16. Barbara says:

    Hallo Martina,
    ich finde die Art und Weise, einen Menschen wie Martin hier öffentlich zu massregeln, sehr unpassend!
    Tierische Eiweissprodukte (und auch alle anderen tierischen Produkte) werden unter quälerischen Bedingungen erzeugt. Immer! Da hilft auch ein vermeintliches Bio-Label nichts. Keine Kuhmutter will ihr Baby verlieren um ihre Milch den Menschen zu überlassen (denen sie ausserdem nachweislich gar nicht guttut). Und sie will auch nicht schon bald wieder „vergewaltigt“ (=künstlich besamt) werden, während ihr Kind qualvoll und allein in einem Schlachthof massakriert oder gar tagelang auf LKW oder Schiff leidet um dann unter Höllenqualen geschächtet zu werden.
    Also bitte: Behalten Sie Ihre Weisheiten für sich und zitieren nicht auch noch einen brillanten Menschen wie Schopenhauer für Ihre Zwecke. Er würde sich im Grabe umdrehen!

  17. Nicole says:

    Meine Tochter ist fast 5 Monate alt. Wir leben ebenfalls vegan und werden ihr diesen Weg als Möglichkeit vorleben. Tier- und Umweltschutz ist für uns jeden Tag dabei. Im tiefen Vertrauen dass sie diesen Weg auch selber gehen wird und in der großen Hoffnung, dass sich viele mit auf diesen Weg begeben.

  18. Welch unfassbar schöner, emotionaler, eindringlicher und berührender Text. Was mehr braucht ein Kind? Die Welt braucht jedenfalls mehr Kinder, die so aufwachsen dürfen. Bin gerührt! Von Herzen alles Liebe für XXX und Eure ganze Familie <3

  19. Anita says:

    Selten so einen berührenden, zu Herzen gehenden Text gelesen. Danke und alles Liebe der Familie! <3

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Beim VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN (VGT) begegnete Stefan S. der Fleischproduktion in Österreich aus völlig anderer Perspektive: Ich esse gerne Fleisch....

Anna, Botschafterin für die Schweine auf Vollspaltenboden

Der Unterschied ist wie Tag und Nacht: Schweine in der Tierfabrik und Schweine in Freiheit. In der Schweinefabrik der depressive...

Zum Band 1 der Tieraktivismus Trilogie von Tom Putzgruber

Als ich das Buch mit der Post geschickt bekam, habe ich es kaum heben können, so schwer ist es: 620...

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