Florian Klenk – der letzte Mohikaner der Anti-Tierschutz Position

Am 21. Mai 2008, in den frühen Morgenstunden jenes Tages, an dem die bundesweite Kampagne für Tierschutz in die Verfassung gestartet hätte werden sollen, überfielen WEGA-Kommandos 23 Wohnungen und Büros von TierschutzaktivistInnen in ganz Österreich. Nicht nur die TierschützerInnen, auch die Medien waren von der Vehemenz dieser Aktion überrascht. Alle dachten, dass die Polizei wohl gute Gründe haben musste, so zu handeln. Entsprechend waren die ersten Medienberichte sehr zurückhaltend. Die Polizei hielt aber alle hin, es wurden keine Beweise für irgendeinen Verdacht geliefert. Normalerweise gibt die Polizei nach einer solchen Großaktion eine Pressekonferenz und präsentiert ihre Beute. Nicht so in diesem Fall und so meldeten sich erste JournalistInnen mit einem vorsichtig kritischen Ton zu Wort.

Mit zunehmender Dauer der U-Haft der 10 TierschutzaktivistInnen, noch immer ohne dass belastende Ermittlungsergebnisse präsentiert worden wären, kam die Kritik mehr und mehr in Fahrt. Daran konnte auch eine sehr bösartig propagandistische Presseaussendung des Innenministeriums nichts ändern, in der Anfang September 2008 wider bessren Wissens behauptet wurde, den Beschuldigten müssten 62 Straftaten zugeordnet werden. Das war ein letzter hilfloser Versuch die Medien an der Nase herum zu führen. Fast niemand fiel mehr darauf herein, nur ausgerechnet der Falter mit Redakteur Klenk sah sich in dieser Situation bemüßigt, einen Frontalangriff gegen den Tierschutz zu fahren. In einer Reihe von Artikeln wurde die Wahrheit entstellt, ein Porträt von mir gebracht ohne mich auch nur irgendetwas zu fragen, und die Klenk-Haberer SOKO-Chef Zwettler und Kleider Bauer Besitzer Graf konnten ausgiebig ihre einseitige Sichtweise schildern. Es gäbe Tierschutzterror und die Polizei habe zu Recht ermittelt, war Klenks kategorisches Urteil.

Mittlerweile ist einiges Wasser die Donau hinunter geflossen und die Faktenlage belegt, dass die Polizei in verbrecherischer Absicht agiert hat. Aufwendigste Ermittlungen hatten zweifelsfrei ergeben, dass niemand vom VGT auch nur irgendetwas mit einer kriminellen Organisation zu tun hatte. Doch das war nicht dem politischen Auftrag entsprechend und so wurde alles vertuscht. Die politische Motivation der Polizei ist völlig klar durch den Umstand belegt, dass die SOKO selbst beschlossen hatte zu versuchen, dem VGT die Gemeinnützigkeit zu entziehen und ihn so finanziell zu vernichten. Ein Schritt, der absolut nichts mit der Aufklärung von Straftaten zu tun hatte aber voll gegen den VGT gerichtet war. Die Polizei hat zu Recht gegen den VGT ermittelt?

Mittlerweile schwankt auch Klenk, der letzte Mohikaner. In zwei Artikeln im Falter meldete er sich kürzlich zu Wort und meinte, die Justiz verliere jedes Augenmaß, der Tierschutzprozess würde langsam zur Farce verkommen. Aber er kann halt nicht aus seiner Haut und will seine Freunderln nicht vergrämen und so schreibt er auch: „Es gibt viele berechtigte Vorwürfe gegen die Tierschützer rund um Martin Balluch. Ihre Methoden haben zu Recht das Interesse der Polizei geweckt.“

Welche Vorwürfe kann Klenk hier meinen? Dass wir uns für Tierschutz und nicht für Klenk genehmere Anliegen einsetzen? Und welche Methoden von uns hätten zu Recht die Polizei auf den Plan gerufen? Unsere konfrontativen Kampagnen, wie sie seit jeher in Demokratien üblich sind, nur halt nicht für Tierschutz? Klenk zeigte in einer Diskussion sein wahres Gesicht, wie er erbost ausrief, wir TierschützerInnen dürften uns doch nicht mit Martin Luther King vergleichen! Die Methoden von Kings Kampagnen sind offenbar nur so lange ok, solange es dabei um Menschen geht.

Das, Herr Klenk, ist aber eine zutiefst undemokratische Sichtweise. Die Demonstrationsfreiheit ist nicht nur für Themen reserviert, die einem persönlich wichtig sind. Man kann nicht, wenn TierschützerInnen die eigenen Verhaltensweisen und das eigene Weltbild kritisieren, das plötzlich Terror nennen und nach der Polizei rufen!

Faktum ist, dass „die Tierschützer um Martin Balluch“ ausschließlich demokratiepolitisch legitime Methoden angewandt haben und dass es für die Polizei objektiv nicht den geringsten Anlass gab, gegen sie zu ermitteln. Fakt ist auch, dass die Ermittlungsmethoden nicht nur unbegründet sondern auch völlig überzogen waren. Fakt ist auch, dass die Polizei mit verbrecherischer Intention die entlastenden Ermittlungsergebnisse verschwiegen und die Gerichte, insbesondere die Untersuchungsrichterin für die U-Haft, vorsätzlich getäuscht hat. Und Fakt ist, dass es von vornherein einen politischen Auftrag zur Vernichtung des VGT gegeben haben muss, sonst hätte man sich nicht z.B. für die Gemeinnützigkeit des VGT interessiert. Fakt ist leider auch, dass trotz aller Beweise für diese Situation in diesem sogenannten Rechtsstaat kein Rechtsmittel existiert, um die Polizei dafür zur Rechenschaft zu ziehen.

Von seriösen JournalistInnen mit demokratischem Anspruch würde ich erwarten, dass sie diese Fakten schonungslos aufdecken. Offenbar fehlt Herrn Klenk die Seriosität oder er hat seinen demokratischen Anspruch beim Freundschaftsdienst für Zwettler und Graf aus den Augen verloren.

9 thoughts on “Florian Klenk – der letzte Mohikaner der Anti-Tierschutz Position

  1. Bsumgarnter says:

    Als ich nach einem Urteil (wegen Mordversuhes an Polizisten)
    (profil 1982 März/April) von von den Geschworenen mit 8.0 freigesprochen wurde, verweigerte der OGH eine Haftentschädigung für 3.5 Jahren U-Haft mit der Begründung, der Freispruch habe nicht „letzte Zweifle an der Unschuld des Angeklagten2 bewisen und der Oberstaatsanwalt Kellner beauftrage das BKA ganz offen, unter meinen Bekannten nach Gefälligkeitsaussagen zu suchen, damit der Prozess neu aufgerollt werden konnte. Er meldete Geschworenen-Irrtum an und kam damit nicht durch. Was meinen Sie, welche Chancen die Tierschützer vor einer Einzelrchterin haben, die das Prinzip der „freien Beweiswürdigun“ Anwendet.. Kleng ist in seienem Vertrauen zur Justiz und zum funktionierenden Rechtsstaat nicht nur naiv, sondern er verleiht sich die edle Maeaile des „Objektiven Journalisten“. Ich war in seinen Augen (teillschweigend) aucdh ein „Psychopath“, der auf sein Recht auf Haftentschädigung pochte. Leider konnte ich meine Unschuld nicht beweisen, und der einstimmige Freispruch von 8 Geschworenen beseitigte nicht „letzt Zweifel“ an der Unschuld des Angeklagten und werteten den Schuß in den Rücken aus Polizeiwaffen als „gesetzeskonforme Amtshandlung“. Sie können sich die Chancen ausrechnen, wenn die „freie Beweiswürdigung“ stattfindet.
    Viel Glück: Anton Baumgartner.
    PS: Inzischen habe ich bei der Korruptionsstaatsanwaltm eine Anzeige wegen „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ eingebracht und kann in demnächst ganz sicher mit einer Verhaftung unter ihrend einem Vorwand rechnen.

  2. Susanne says:

    Auf http://www.falter.at/web/heureka/archiv/02_2/06.php steht sehr deutlich, was man beim Falter über Tierschutz und Tierversuche denkt. Gleich vorweg wird festgestellt, dass der Artikel nicht ausgewogen ist. Das ist er auch tatsächlich nicht, auch wenn auch von alternativen Methoden die Rede ist. Es gibt zwar auch einen Artikel der pro Tierschutz ist und Hühnerfarmen betrifft, aber ich habe sonst nichts positives in punkto Tierschutz gefunden.

  3. surok says:

    „Offenbar fehlt Herrn Klenk die Seriosität oder er hat seinen demokratischen Anspruch beim Freundschaftsdienst für Zwettler und Graf aus den Augen verloren.“

    was konkret meinen sie mit „freundschaftsdienst“, soll das im wahren sinn des wortes verstanden werden? worin gruendet dann die annahme einer freundschaft zwischen klenk und zwettler und graf? wurden sie zusammen im cabrio gesichtet, oder gibts ein dienstaegliches golfspielen?

    oder denken sie eher an die bedeutung: „eine hand waescht die andere“…..gib mir infos zu maischi ich schreib dir einen netten artikel zum graf….

    oder ist das nur so in den nebel hineinformuliert, weil man sich kaum vorstellen kann, warum der DEMOKRAT klenk, der doch ein vorreiter in der korruptionsaufdeckung zu sein beansprucht, ploetzlich in den abstrusen vorgaengen in wr. neustadt keinerlei korruption entdecken kann…..

    eine erklaerung faellt auch mir schwer, dabei gaebe es doch einige…koerperliche abhaengigkeit von der ehemaligen pr-dame des hr. graf, seine buergerlicher habitus, der sich einen sonntag ohne schweinsbratl nicht vorstellen kann…usw.

    aber ihr verdacht auf freundschaftsdienst ist doch ein gehoeriger, da es den anspruch auf objektiven journalismus des klenk total in sich zusammenfallen lassen wuerde…deswegen waere eine klaerende stellungnahme ihrerseitsw dringend notwendig und absolut erwuenscht…auch wenn es dann nur der hinweis ist, dass es sich dabei nur um einen nicht belegbaren verdacht handelt

    von klenk selber erfaehrt man ja nix

  4. Mensch-, und Tierschützer says:

    Traurig, was hier so alles zu lesen ist.

    Um es mal festzuhalten: ich betrachte mich auch als „Tierschützer“, auch wenn mir die hier offenbar versammelten radikalen Tierschützer ob Ihrer Methoden grundsätzlich unsympathisch sind.

    Weiters finde ich die Methoden, mit denen Ihr von der österreichischen Justiz und der Exekutive behandelt werdet bzw wurdet widerwärtig, und hoffe im Sinne des Rechtsstaates, dass ihr gewinnt.

    Abgesehen davon halte ich es für bedenklich, wenn ihr von einer verallgemeinernd von „Anti- Tierschutz“ – Position Klenks sprecht, nur weil er Euch kritisch gegenübersteht.

    Ihr habt offensichtlich jeden Blick au die Realität verloren – erinnert mich an die Zeit von schwarzblau, wo die ÖVP ihre eigenen Interessen immer mit den „österreichischen“ verwechselt hat.

    Zweitens bin ich froh, dass es den „Falter“ im Allgemeinen und Klenk im Speziellen gibt. Nicht wegen seiner hier thematisierten Berichterstattung über „Euch“ (die fand ich zugegebenermaßen auch teilweise tendenziös) sondern wegen seiner Tätigkeit in anderen Fällen – beispielsweise die Vorgänge in der Justiz (Stichwort Dörfler) und, ja auch gerade bei den „Abhörprotokollen“. Denn, ihr werdet es nicht glauben, es gibt in diesem Land (leider) neben Tierleid noch andere Probleme, die gelöst werden müssen.

    Und sind wir ehrlich: in Österreich ist es um die Medienlandschaft im Allgemeinen und den Aufdeckerjournalismus im Speziellen sowieso eher schelcht bestellt – ohne „Falter“ würde es noch wesentlich düsterer aussehen…

  5. Waschbär says:

    Herr Klenk ist ein kleiner, abhängiger Schreiberling einer überbewerteten, abhängigen Wochenzeitung.

    Der Falter ist seit der feindlichen Übernahme einfach nur noch peinlich.

    „Wer zahlt schafft an“ – Franz Strohsack

  6. Dass der Klenk ein widerlicher Schleimer ist, wusste ich schon lange. Woher hat er die „Abhörprotokolle“ ? Das angebliche Tagebuch von Meischberger ist ja die größte Farce. Hier lauft wirklich ein Gegengeschäft. Warum veröffentlicht der Falter immer angebliche Protokolle der Behörden? Die haben ein Auflagenproblem. Falter verwende ich nicht einmal als Klopapier oder Putzfetzen. Mir ist Herr Balluch sehr sympathisch, seine Publikationen und Studien zeugen von höchster Intelligenz. Klenk hat nicht einmal irgendeinen akademischen Abschluss. Auf meinen Blogs http://justizaustria.blogspot.com/ und http://chronologieeinerentmuendigung.blogspot.com/ könnt Ihr mehr über die Justiz erfahren und wie man sich vonseiten der Wirtschaft und Politik Gerichtsurteile erkauft (Tierschützer und Bawag)

  7. nilschwein says:

    der falter ist wirklich heruntergekommen. daß der gestrenge chefredakteur es einmal zulassen würde, daß derartige verstrickungen den ruf des blattes kompromittieren, wer hätte es gedacht! war es nicht die symbiose mit der polizei, die man der krone stets vorwarf? und klenk will sein ethos und das des falters gegen wikileaks unredigierte veröffentlichung in die waagschale werfen! *resigniert lach*

    ich habe aufgehört den falter zu beziehen und zu lesen, als klenk dieser votivpark-artikel passierte 2005

  8. martin says:

    klenk veröffentlicht immer wieder dokumente, die er nur aus polizeikreisen haben kann (z.b. die abhörprotokolle in der causa grasser-maischberger). ob da nicht ein gegengeschäft läuft: ich liefere die tierschützer ans messer, dafür bekomme ich infos aus anderen bereichen?

  9. Efraim Gelbmoor says:

    Ich denke das Problem ist, dass es kein Thema ist, bei dem alle Leute persönlich betroffen sind. Selbst wenn hier die schlimmsten Machenschaften unseres Korrupten Staates zu Tage treten kümmert das in der Regel nur jene, die sich persönlich dabei behindert sehen.

    Deswegen wird lange und breit über Dioxinfälle, aber nicht über den täglichen Wahnsinn in Österreichs Tierfabriken berichtet.

    Und es ist auch kein spannender Krimi wie die Fritzel-Geschichte.

    Leider sind wir meist zu bequem um Verantwortung zu übernehmen, bevor es wirklich unschön geworden ist und das Schlimmste noch verhindert werden könnte…

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