Kleider Bauer zahlte mir heute € 1885,64 Verfahrenskosten

Wie berichtet hatte Kleider Bauer ein gerichtliches Verfahren angestrengt, um meinen Blogeintrag zu Falter-Redakteur Florian Klenk sperren zu lassen. Zusätzlich sollte ich € 30.000 zahlen. Nachdem das Bezirksgericht Fünfhaus in Wien Kleider Bauer Recht gegeben hatte (!), wurde meinem Rekurs vom Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien stattgegeben und dieser Beschluss kürzlich vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Anstelle von € 30.000 Kosten für mich und einem gesperrten Blog, hat mir Kleider Bauer heute, am letzten Tag der Frist, meine Anwaltskosten von € 1885,64 überwiesen.

Die Auswirkung solcher Prozesse an einem Beispiel. Aus den Protokollen der Verhandlung im Tierschutzprozess lassen sich folgende Fakten nennen (siehe z.B. www.tierschutzprozess.at):

Werner Graf, einer der Besitzer von Kleider Bauer, hatte am 29. Juli 2010 bei seiner Einvernahme im Tierschutzprozess ausgesagt, dass ein Sachschaden an einer Filiale, bei dem u.a. die Worte „Pelz=Mord“ an die Tür geschmiert worden waren und bei dem nichts gestohlen worden war, an die Versicherung als Einbruchsdiebstahl gemeldet worden ist. Graf sagte auch, dass ihm bewusst gewesen sei, dass der Selbstbehalt bei Vandalismus € 12.700 und bei Einbruchsdiebstahl nur € 1.800 gewesen sei.

Am 28. Mai 2008 hatte die Firma Kleider Bauer gegenüber der Polizei bzgl. eines Vorfalls mit Buttersäure bei ihrer Filiale in Graz einen Sachschaden von € 479.000 angegeben. Am 29. Juli 2010 erklärte Kleider Bauer Besitzer Werner Graf bei seiner Einvernahme im Tierschutzprozess, nachdem er zuerst versucht hatte, die Antwort auf die Frage zu verweigern, dass in dieser Sache ein Vergleich mit der Versicherung für € 257.000 geschlossen worden sei, der aber alle ausstehenden Beträge mit der Versicherung und auch zukünftige Vorfälle umfasst habe. Fünf Fälle von Sachschäden, die nichts mit Tierschutzvandalismus zu tun hatten, seien auch unter diesen Vergleich gefallen, u.a. eine Überschwemmung der Innsbrucker Filiale.

Ein Kommentar dieser Fakten muss aber unterbleiben, weil es von Kleider Bauer wahrscheinlich sofort eingeklagt würde und Kleider Bauer dabei gar nichts, ich aber meine finanzielle Existenz und die Existenz dieser Webseite, riskiere.

Das ist die Realität in unserer Demokratie.

PS: Das ist auch der Grund, warum Abgeordnete gegen Klagen immun sind (und natürlich StaatsbeamtInnen bei „hoheitlichen Akten“). Man kann nämlich durch Klagen jedeN mundtot machen.

8 thoughts on “Kleider Bauer zahlte mir heute € 1885,64 Verfahrenskosten

  1. Karin Marion Mülder says:

    Nachdem mein Kommentar offensichtlich von KLEIDER BAUER gelöscht wurde, habe ich auf deren Seite bei Facebook nochmals gepostet:
    Es entsetzt mich, daß ich bei meinem heutigen Besuch bei KLEIDER BAUER im DEZ in Innsbruck nicht eine einzige Winterjacke OHNE ECHTEN PELZ an der Kapuze finden konnte. Da werde ich wohl nicht mehr kaufen ! Meine Herrschaften, Umdenken ist angesagt.
    Löscht mich aus Eurer Kundenkartei !
    Zitat: „Der Verbraucher muss sich bewusst sein, dass Fellkapuzen an Winterjacken oder Pelzbommel an Wollmützen unsägliches Tierleid verursachen. Die dafür getöteten Füchse oder Marderhunde vegetieren bis zu ihrem frühen Tod in winzigen Gitterkäfigen“

  2. Susanne says:

    Ich habe mich früher nicht so sehr mit Tierschutz beschäftigt und wusste deshalb auch nichts über die Auseinandersetzung mit Kleiderbauer. Ich habe früher auch dort eingekauft. Aber gegen Pelz hatte ich schon immer etwas, obwohl ich auch da nicht wusste, wie diese Tiere leiden müssen. Als ich eine Jacke nicht nehmen wollte, weil ein Pelzkragen darauf war, bedrängte mich die Verkäuferin, geradezu, ich solle die Jacke doch nehmen und warum ich sie wegen des Pelzes nicht nehmen wolle. Ich wunderte mich schon etwas über ihr vErhalten, denn es hätte ihr doch egal sein können, ob ich diese, oder eine andere Jacke kaufte. Erst jetzt wird mir klar, warum sie so unbedingt diese Jacke verkaufen wollte. Das ist mir in keinem anderen Geschäft passiert. Heute überlege ich mir, wo ich einkaufe und warum ich in manchen Geschäften nicht einkaufe. Es ist schon wichtig, dass es Leute gibt die darauf aufmerksam machen was passiert. Nur wenn sich das Kaufverhalten ändert, kann man etwas ändern.

  3. Claudia says:

    Lieber VGT, lieber Herr DDr. Balluch! Sie und das Aufzeugen von den Grausamkeiten gegenüber den Tieren fehlen uns und der Gesellschaft so sehr!!! Dieser Winter ist entsetzlich! Ich habe noch nie so viele Frauen, aber auch Männer so ungeniert mit Pelzen von toten Tieren in Mänteln oder in Kapuzen ver- oder eingearbeitet gesehen. Was ist passiert? Noch vor wenigen Jahren trauten sich die Frauen mit den Fellen von den Tierkadavern nicht ausser Haus!? Wer nimmt Rücksicht auf die Menschen, die den Ablick der Hartherzigkeit in Form von bis zu 60 toten Tieren und ihrer abgezogenen Haut nicht ertragen können???? Statt Produzenten, Verkäufer und Käufer an den Pranger zu stellen, wird Tierschützern nachgejagt, die für Gerechtigkeit und endlich Mitgefühl für Tiere kämpfen! Diese werden wir Verbrecher behandelt, während die wirklichen Verbrecher frei herum marschieren . Sobald ich erfahren habe, dass die Brüder Graf der Firmen Kleider Bauer und Hämmerle hinter der Denunzierung und „Vernichtung“ der Tierschützer stehen, meiden ich und meine Freundinnen das Geschäft.
    Bei solchen kaufen wir nicht ein!!!

  4. Lieber Herr Balluch, zum TROST hier eine Posse aus meiner Biographie – Vorladung beim Landesamt für VT: Mein großes Verbrechen war, dass ich im BMF/BRZ Todesfälle und Mordversuche an hohen Beamten miterleben musste. (als SAP-Beraterin für den Bundeshaushalt) Da ich vom Psychosekten-Konzern Epitarsis zur „Unterdrückerischen Person“ ernannt wurde (siehe http://www.peterpilz.at – Februar-März 2007) wandte ich mich aufgrund von Verfolgung durch die Sekte an div. Nachrichtendienste um Hilfe. Daraufhin wurde ich zweimal (April 2006, August 2008) vom LA-VT Wien wie eine Verbrecherin vorgeladen. Das ist ein Beweis dafür, dass diese Beamten beim Verfassungsschutz, die uns eigentlich vor Terroristen schützen sollten, selber mit Kriminellen (u.a. auf politischer Ebene) zusammen arbeiten und diese decken. Der ermordete Beamte im BMF (11.11.2003) war zuständig für den Elektronischen Zahlungsverkehr der Republik Österreich. Es geht vor allem um gewollte Fehler bei Datenmigrationen im Bundesrechenzentrum. Das wird von LA-VT mit allen Mitteln vertuscht. Daher kann ich gut verstehen, wie viel UNRECHT Ihnen vonseiten des sog. „Verfassungsschutzes“ (früher STAPO) angetan wurde. Ich wünsche Ihnen aus ganzem Herzen einen glatten FREISPRUCH und SCHADENERSATZ für die U-Haft. Diese Justizposse kostet dem Steuerzahler nur unnötig Geld. Wo kommen wir hin, wenn sich Wirtschaftsunternehmen Gerichtsprozesse und Sonderkommissionen der Polizei kaufen können? Wo leben wir eigentlich?

  5. Wolfgang Kauders says:

    Herzliche Gratulation zum Erfolg gegen das mundtot Machen!

  6. Bernd says:

    1885,64 verdient Kleider Bauer wahrscheinlich durchschnittlich am Verkauf eines einzelnen Pelzmantels.

  7. Asmodeus says:

    ich kaufe den falter einfach nicht mehr. klenk ist mir zu tendenziös.
    lieber martin balluch. kämpfen sie weiter für gerechtigkeit.

  8. eva says:

    also ich fasse das alles nicht. entweder ich bin bisher völlig blind durch die welt / durch österreich marschiert…. oder ich hab einfach nur glück gehabt? wie kann es sein dass man SO mit staatsbürgern umgeht? mir fehlen wirklich die worte. leute wie KHG können machen was sie wollen, millionen ausbeuten aus unserem staatsvermögen – die werden auch noch fotografiert und hofiert dass alles aus ist. also wenn diese welt nicht verrückt ist dann weiss ich nicht…. man kann nur weiter guten glaubens bleiben-sonst würde man verrückt werden. denke ich mir. ich wünsche allen „angeklagten“ viel durchhaltevermögen und alles alles gute.eva

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Beim Tierschutzprozess steht auch die Pressefreiheit unter Anklage

Spätestens seitdem zwei Selbstanzeigen, die sich wortwörtlich an der Anklage im Strafantrag des Tierschutzprozesses gegen zwei der Beschuldigten orientiert hatten,...

Justizministerin prüft aufmüpfige Staatsanwaltschaften „aufsichtsbehördlich“

Am 28. Oktober 2010 habe ich einen Brief an die Justizministerin geschrieben: https://martinballuch.com/?p=262 Damals hatte die Staatsanwaltschaft Linz die Selbstanzeige...

Florian Klenk – der letzte Mohikaner der Anti-Tierschutz Position

Am 21. Mai 2008, in den frühen Morgenstunden jenes Tages, an dem die bundesweite Kampagne für Tierschutz in die Verfassung...

Schließen