27. Januar 2026

Klimakiller Kuh

Kürzlich berichtete die Tageszeitung “Der Standard” von zwei Studien an der Stanford Universität, USA, die in den Fachzeitschriften “Earth System Science Data” und “Environmental Research Letters” veröffentlicht wurden. Die wesentliche Botschaft: der jährliche weltweite Methanausstoß hat einen neuen Rekordwert erreicht. Im Jahr 2017 sollen 600 Millionen Tonnen Methan in die Erdatmosphäre gelangt sein. Gegenüber dem Durchschnitt zwischen 2000 und 2006 sei das um 50 Millionen Tonnen erhöht. Der Artikel: https://www.derstandard.at/story/2000118709617/der-jaehrliche-methan-ausstoss-erreicht-einen-neuen-rekordwert

Methan ist ein sehr starkes Treibhausgas und beschleunigt daher den Klimawandel. Zwar hat es eine kürzere Lebenszeit in der Atmosphäre als CO2, doch selbst wenn man das einberechnet, wirkt es über einen Zeitraum von 100 Jahren 28 x stärker. Dass die Lebenszeit kürzer ist, prädestiniert Methan dafür dazu, als Notbremse in der Klimakrise zu fungieren: würde man den Methanausstoß reduzieren, hätte das einen viel rascheren Effekt, als wenn man den CO2-Ausstoß zu reduzieren versucht. Nur leider handelt die Menschheit wieder einmal gegenteilig.

Der Großteil der weltweiten Methanemission und 100 % des Zuwachses im Gegensatz zu vor 15 Jahren, ist auf den Menschen zurück zu führen. Neben Mülldeponien und fossilen Brennstoffen spielt dabei die Rinderhaltung die wichtigste Rolle. Dabei geht es aber nicht um eine intensive Rinderhaltung, nein, sondern um das Methan, das die Rinder bei ihrer Verdauung aus dem Mund rülpsen. Im Standardartikel wird einer der Studienautor_innen dazu so zitiert: “Die Leute scherzen über das Aufstoßen von Kühen, ohne zu wissen, wie groß die Quelle wirklich ist”. Sie sei nämlich sehr relevant.

In Afrika, China und den USA steigt die Rinderhaltung an, oft auf Weiden, die früher ein Urwald waren. Dadurch wird nicht nur mehr Methan erzeugt, sondern auch noch weniger CO2 aus der Atmosphäre gezogen. Besonders Urwälder und alte Mischwälder haben nämlich diese Funktion. Kurz gesagt: die Haltung von Rindern auf Weiden, auf denen dadurch keine Bäume wachsen können, ist eine von mehreren zentralen Ursachen für den Klimawandel.

In Europa ist die Rinderhaltung zum Glück rückläufig. Auch in Österreich. Die Statistik Austria weist für den 31. Dezember 2019 einen “Viehbestand” von 1,88 Millionen Rindern in Österreich aus, also 1 Rind für 4 Menschen. Das ist ein Rückgang von 1,7 % oder 33.300 Tieren im Vergleich zu vor 1 Jahr. Und darüber müssen wir angesichts obiger Fakten sehr froh sein und hoffen, dass diese Entwicklung anhält. Stattdessen fördert unsere Landwirtschaftsministerin den Kuhmilchkonsum an Schulen mit Steuergeldern!

Weniger Rinder und entsprechend weniger Rindfleisch- und Kuhmilchprodukte statt regionaler pflanzlicher Alternativen bedeutet einen wichtigen Schritt Richtung Klimaschutz. Aber nicht nur das. Weniger Rinder heißt auch weniger Kälber, heißt wiederum weniger Tiertransporte und weniger Tierleid und weniger getötete Tiere. Selbstverständlich müssen wir uns also auch rein aus Tierschutzgründen, je weniger Rinderprodukte konsumiert und je weniger Rinder gehalten werden.

Noch einmal ganz deutlich: Die logische Schlussfolgerung aus den oben erwähnten wissenschaftlichen Arbeiten ist eindeutig. Ziel muss eine stetige Reduktion des Konsums von Rinderprodukten sowie der Anzahl der Rinder sein, die gehalten werden, und damit eine Reduktion der Weideflächen und damit eine Reduktion der Almflächen. Das wäre für alle Beteiligten besser: für die betroffenen Rinder genauso, wie für das Klima und für die Wildtiere, deren Lebensraum durch Weiden und Almen drastisch eingeschränkt wird! Wer sich über die Rinderweiden auf gerodetem Regenwaldgebiet im Amazonas aufregt, sollte auch dafür sorgen helfen, dass es in Österreich weniger Kuhweiden auf gerodeten Waldflächen oder Latschenfeldern gibt. Was wir zur Klimastabilisierung brauchen, sind vom Menschen unbeeinflusste Ökosysteme wie Urwälder statt Almen, die mit Abstand die beste Klimabilanz haben.

6 Gedanken zu „Klimakiller Kuh

  1. Was Du auch immer studiert zu haben glaubst, hier könntest Du es beweisen. Es geht doch um konkretes Wissen der Physik im Allgemeinen und der Atmosphärenphysik im Speziellen.

    Wie hoch ist der Gesamtanteil von Methan in der Atmosphäre in Prozent?
    Meine Antwort: 0,000018%

    Wie hoch wäre der menschliche Anteil am globalen Methan, wobei der Mensch nur 0,03% der Biomasse ausmacht und mindestens 90% des Methan ohne biologische Prozesse entsteht?
    Meine Antwort: 0,000000054% (real noch weit weniger).

    Der Methan-Anteil kann nicht erhöht werden, weil die Sonnenstrahlen das Methan in Verbindung mit dem Sauerstoff in CO2 und H2O verwandeln.

    Vor 70 Millionen Jahren war die untere Atmosphäre noch so dicht, das 120 kg schwere Flugtiere fliegen konnten und die CO2-Konzentration so hoch, dass die großen Saurier lange Hälse entwickeln und diese hochragen mussten, um insbesondere bei Nacht noch immer genug Sauerstoff einatmen zu können.

    Vor 300 Millionen Jahren war die untere Atmosphäre noch viel dichter, aber es gab noch keine großen Flugtiere.

    Ich werde jetzt nicht mehr darüber sagen, warum die Atmosphäre so viel dichter als heute war, aber als Tip verrate ich Dir, dass die Gesamtmasse der Erde sich von heute nicht wesentlich unterschieden hat, nur das Volumen war kleiner.

    Du darfst gerne mit konkretem Wissen glänzen, falls Du über welches verfügst.

    1. ChatGPT antwortet:

      Hallo, da du konkrete physikalische Aussagen gemacht hast, möchte ich ebenso konkret und faktenbasiert darauf eingehen.

      Der heutige Methananteil der Atmosphäre liegt bei etwa 1,9 ppm, also 0,00019 %. Deine Angabe von 0,000018 % liegt um den Faktor 10 darunter. Entscheidend ist aber: Methan wird als Treibhausgas nicht nach seinem Volumenanteil beurteilt, sondern nach seiner Strahlungswirksamkeit pro Molekül, und die ist rund 80-fach stärker als bei CO₂. Deshalb spielt CH₄ trotz geringer Konzentration eine große Rolle in der Energiebilanz der Atmosphäre.

      Dass „mindestens 90 % des Methans nicht biologisch entsteht“, ist ebenfalls nicht zutreffend. Die moderne Atmosphärenforschung zeigt – über Isotopensignaturen klar messbar –, dass der überwiegende Teil des atmosphärischen Methans biologischen Ursprungs ist: Feuchtgebiete, Wiederkäuer, Reisanbau, Abfallwirtschaft usw. Vulkanisches Methan ist global ein sehr kleiner Beitrag. Auch bei CO₂ machen vulkanische Emissionen <1 % der jährlichen anthropogenen Emissionen aus und sind seit Jahrzehnten gut quantifiziert.

      Zur Photochemie von Methan: Methan wird nicht primär durch direkte Sonnenstrahlung zerstört, sondern durch Reaktionen mit OH-Radikalen in der Troposphäre. Die Lebensdauer beträgt etwa 9–12 Jahre. Eine konstante atmosphärische Konzentration ergibt sich nur, wenn Emissionen und Abbau im Gleichgewicht sind – und dieses Gleichgewicht ist seit Beginn der Industrialisierung deutlich gestört. Genau deshalb steigt CH₄ messbar an.

      Die Ausführungen zur Atmosphäre in der Kreidezeit oder im Karbon sind richtig insoweit, dass Zusammensetzung und Dichte sehr verschieden waren. Mit der heutigen Klimadynamik lassen sich diese Epochen jedoch nicht vergleichen: Die damaligen Bedingungen resultierten aus völlig anderen Kontinentalkonfigurationen, Ozeanzirkulationen und biogeochemischen Kreisläufen. Dass die Erde früher dichter war, ist übrigens geologisch nicht haltbar – die atmosphärische Dichte entsteht nicht durch das Erdvolumen, sondern durch die Zusammensetzung der Gase und den Druckverlauf, nicht durch eine kompaktere Erde.

      Zum Kohlenstoffkreislauf: Natürlich gab es vor der Domestikation wilde Wiederkäuer. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass wir heute über 4 Milliarden wiederkäuende Haustiere in landwirtschaftlicher Nutzung halten – eine Biomasse, die die früheren Wildtierpopulationen um ein Vielfaches übertrifft. Ihre Methanemissionen sind messbar und tragen seit Jahrzehnten erheblich zur Erhöhung der atmosphärischen CH₄-Konzentration bei. Dass Tierhaltung klimarelevant ist, ist kein politisches Narrativ, sondern Ergebnis isotopengeochemischer, atmosphärischer und satellitengestützter Messungen.

      Ich halte eine sachliche Diskussion für wichtig, aber sie muss sich auf überprüfbare physikalische Größen und etablierte Daten stützen. Klimaphysik ist kein Glaubenssystem – wir beobachten reale Änderungen der Strahlungsbilanz, der atmosphärischen Zusammensetzung und der globalen Energiebilanz, unabhängig von politischen Interpretationen.

  2. Wenn Du solche Sachen über Methan schreibst, weißt Du denn wie hoch der prozentuale Gesamtanteil von Methan in der Atmosphäre ist?

    Weißt Du, dass die Zusammensetzung der Gase in der Atmosphäre durch die Masse und Gravitation der Erde bestimmt wird?

    Weißt Du, dass der Methan-Anteil gar nicht steigen kann, weil Methan durch Einwirkung der UV-Strahlung stets in H2O und CO2 umgesetzt wird?

    Weißt Du, dass der seit etwa 1850 gemessene CO2-Anteil schon immer durchschnittlich 0,04% ist (400 ppm) ist?

    Weißt Du, dass der Methan-Anteil in der Luft bei 180 ppb (0,000018 %) liegt?

    Weißt Du, dass mindestens 90% des CO2 aus über 13 Millionen kleinen und großen Vulkanen aus der Erde in die Ozeane und die Luft kommt?

    Weißt Du, dass die 400 ppm (0,04 %) CO2 und 0,00018% (180 ppb), sowie 4% H20 relativ betrachtet 100% Sättigung in der Atmosphäre entsprechen? Mehr kann die Atmosphäre nicht aufnehmen und halten.

    Wenn Du mehr erfahren willst, steht alles hier:

    Fragen und Antworten zu CO2!
    https://geoarchitektur.blogspot.com/p/fragen-und-antworten-zu-co2.html

    1. Heast @Enkidu Gilgamesh,
      warum bildest Du Dir eigentlich ein, mehr zu wissen, als diejenigen, die Atmosphärenphysik studieren und ihr Leben lang daran forschen? Weil irgendein Würstel auf Youtube oder irgendwo irgendeinen Unsinn verzapft und Du glaubst sowas eher als die echte Wissenschaft? Nach welchen Kriterien hältst Du etwas für wahr und etwas für falsch? Hast Du eine Wissenschaftstheorie?
      Dein Beispiel zeigt, dass es sehr wichtig wäre, früh genug in den Schulen den Kindern beizubringen, wie man auf Social Media und sonstwo im Internet erkennt, was wahr und was falsch, was glaubwürdig und was offensichtlich unsinnig ist. Es ist sehr leicht, ein Video zu drehen, in dem man so tut, als wäre man Expertin, und irgendeinen totalen Unsinn daher reden. Es ist wichtig, zwischen solchen fake Expert:innen und echten Expert:innen unterscheiden zu lernen.
      Nur eine kurze Info: ich habe (auch) Atmosphärenphysik studiert und habe 8 Jahre persönlich in Atmosphärenphysik geforscht. Ich war auch an Messungen der Zusammensetzung der Atmosphären durch Ballons, die von Kiruna in Schweden aufgestiegen sind, beteiligt. Und ich sage Dir: Du redest einen totalen Unsinn, und zwar auf allen Ebenen. Was Du redest ist so falsch, dass ich mich nicht damit aufhalte, es richtig zu stellen. Lies einfach die Fachliteratur nach, statt diesen Blödsinn irgendwelcher Youtuber zu wiederholen.
      Nur ein kleiner Tipp: aus Bohrkernen im “ewigen Eis” und einigen anderen Quellen wissen wir, dass die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre in den letzten Jahrhunderttausenden und Jahrmillionen sehr sehr unterschiedlich war. Zu meinen, die Zusammensetzung bleibe immer gleich, ist total hanebüchen. Vor ca. 300 Millionen Jahren zB war der Sauerstoffanteil in der Atmosphäre so viel höher als heute, dass es Rieseninsekten geben konnte, die durch ihre Haut atmen. Und in Zeiten von extremem Ausstoß an CO2 durch Vulkane kam es wiederholt zum Massenaussterben und einer höllischen Erde. Zu anderen Zeiten wiederum hat die Zusammensetzung der Atmosphäre die Erde in einen Eisball verwandelt. Die chemische Zusammensetzung ist und war immer zentral für das Klima auf der Erde und hat sich ständig und oft dramatisch verändert. Es gibt absolut niemanden in der Wissenschaft, der oder die das bestreitet.

  3. Leider hat Methane in 2020 Höchstwerte erreicht. Ja, die Menschheit ist etwas weniger Auto gefahren, aber es wurde noch mehr gerodet für noch mehr Kühe.
    https://www.theguardian.com/environment/2020/jul/14/livestock-farming-and-fossil-fuels-could-drive-4c-global-heat-rise
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    Wir fördern das nicht nur mit unseren Steuergelder. Die größten Banken haben Umweltzerstörung in den letzten Jahren mit $478bn gefördert:
    https://www.theguardian.com/environment/2020/jul/09/banks-and-pension-funds-among-investors-bankrolling-meat-and-dairy
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    Man schätzt, dass Europa mit nur $200bn Förderung alle großen Tierfabriken abbauen könnte (Umstieg-Zahlungen and die Landwirte).
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    In Afrika, Asien und Südamerika ist das eigentliche Problem nicht, dass die menschlichen Populationen wachsen, sondern die tierischen. In Brazil hat man gerade Rekordwerte erreicht was Rodung betrifft.
    https://edition.cnn.com/2020/07/19/americas/brazil-coronavirus-amazon-deforestation-bolsonaro-weir/index.html
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    Würde Brasilien auf das Verhältnis der Kultur : Natur Landschaft kommen, das wir in Europa haben (1%-2%), so wäre die Menschheit wohl am Ende. Wir können das aus dem Futterimport-Land Österreich aus eher ändern, als in Brasilien selbst. 2/3 weniger Fleisch und wir müssten nicht den Wald bei uns und auch nicht im Amazon vernichten. Nur damit wir uns beim Autofahren nebenbei einen €1 Burger reinschlingen können und wir beim wandern durch Kot spazieren können.
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    Die Landwirte haben das System ausufern lassen. Sie scheinen es nicht selber stoppen zu können oder zu wollen. Jetzt sind die Konsumenten gefragt, den Schaden der Landwirtschaft wieder zu mitigieren.
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    Im Jahr 1990 ging es noch um bessere und gesündere Tierhaltung aka “mehr gutes tun” aka bio. Im Jahr 2020 geht nur noch um “weniger schlechtes tun” aka weniger Fleisch, nicht nur “mehr bio”. Wir haben “mehr bio” seit Jahrzehnten versucht und es hat nichts geholfen. Es gibt jetzt mehr als genug Zahlen dafür.
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    Less meat is better than sustainable meat, to reduce your carbon footprint
    https://ourworldindata.org/less-meat-or-sustainable-meat
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    Das Zeitalter “Bio” ist zu ende. Wir haben keine Zeit für Symptombehandlung mehr. Wenn eine Partei “weniger Fleisch” nicht klar als erste Priorität sieht, so hat sie den Kopf in den Sand gesteckt. Beim Fleisch geht es in erster Linie um die Rinder. Kühe müssen als erstes und schnell minimiert werden oder sie rülpsen die Zukunft unserer Kinder weg. Ich liebe alle Tiere, aber ich hoffe doch, dass den meisten ihre Kinder wichtiger sind, als das Recht Tiere in konzentrierten Lagern quälen zu dürfen.

  4. According to the World Economic Forum, the beef and dairy industry (Rinder) is responsible for more greenhouse gas emissions than the world’s biggest oil companies, with the combined emissions of the top meat and dairy companies exceeding those of highly industrialized nations such as Germany or the UK.
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    This is bringing about a wide range of negative consequences for the planet: meat production contributes to the depletion of precious water resources – around 1,695 litres is needed to produce just one quarter-pounder burger – and according to the Yale School of Forestry, cattle ranching is the largest driver of deforestation in every Amazon nation, accounting for 80 per cent of total clearance. Raising animals takes up about 80 percent of agricultural land, but only contributes to 18 percent of the world’s calories.
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    UN Quelle: https://news.un.org/en/story/2018/11/1025271

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