Polizei belästigt Mensdorff-Pouilly Anrainer wegen Kontakt zu uns

Bei unseren Kampagnen und unserer Aufdeckungsarbeit leben wir von Informationen und der Hilfe von Menschen, die Tierquälereien beobachten und uns darauf aufmerksam machen, insbesondere bei der Jagdkampagne. Wie hätten wir sonst die vielen Jagdgatter und Fasanerien finden sollen, wie die Treibjagdtermine erfahren und wie wissen, wann gezüchtete Vögel für die Jagd ausgesetzt werden? Doch diese InformantInnen fürchten sich und bleiben lieber anonym. Aus gutem Grund, wie ein Polizeiakt über unsere Dokumentationen der Jagdpraktiken bei Mensdorff-Pouilly beweist.

In diesem Akt zeigt sich, dass die Polizei lediglich den Kontakt zwischen mir und einem Anrainer beobachtet hatte. Doch das reicht für den Bezirkspolizeikommandanten bereits aus, diesen Mann zu drangsalieren. In einem Brief werden die Landespolizeidirektion und die Bezirkshauptmannschaft aufgefordert, den Anrainer besonders zu prüfen:

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Und tatsächlich, als der besagte Anrainer im Dezember 2015 während einer dieser Straßensperren aufgrund der Sperrzone um das Jagdrevier von Mensdorff-Pouilly mit seinem Traktor zu seinem Wald wollte, um Holz zu schlägern, ordnete besagter Bezirkspolizeikommandant höchstpersönlich an, ihn besonders zu kontrollieren. Schließlich erhielt der Anrainer eine Strafverfügung wegen 4 Übertretungen der Straßenverkehrsordnung, vom Fehlen einer „10 km“-Plakette bis zum Fehlen des Verbandskastens im Traktor.

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Anschließend wurde ihm mündlich sowohl vor Ort als auch telefonisch zu verstehen gegeben, dass man von ihm wisse, dass man seine Fahrzeuge und seinen Wohnort kenne, dass man ihn als Verräter sehe und dass man ihn in Hinkunft sehr genau kontrollieren werde, sollte er weiterhin „den VGT bei sich einquartieren“, wie das genannt wurde. Es ist erschütternd zu sehen, wie einseitig sich die Polizei verhält, von einem „Graf“ spricht, obwohl Adelstitel längst abgeschafft sind, und dessen illegale Jagdpraktiken mit allen Mitteln schützt, selbst durch Einschüchterung lokaler Landwirte und Waldbesitzer!

Bemerkenswert ist übrigens auch, dass Mensdorff-Pouilly vorher informiert wird, wenn VGT-AktivistInnen zum Filmen kommen. Wer kann das wohl gewesen sein, außer die Polizei selbst? Diesmal nicht die Bezirkspolizei sondern eher das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, oder nicht, das sich ja so für Tierschutz interessiert und daher unsere Aktivitäten  – und unsere Telefone – sicher sehr genau überwacht.

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