Reformismus

Aus der Erfahrung lernen: das Verbot des Fasanaussetzens und Reformismus versus Abolitionismus

Jede soziale Befreiungsbewegung, wie die Tierrechtsbewegung, führt dieselbe Diskussion über ihr taktisches Vorgehen und die Grundsatzpositionen: Reformismus versus Abolitionismus, also sollen wir bereit sein, über Reformen zu verhandeln und Kompromisse einzugehen, oder sollen wir das nicht. Auch bei den Grünen in Deutschland war diese Diskussion einmal virulent, nämlich Realos versus Fundis. Wie überhaupt in Deutschland derartige Diskussionen viel virulenter zu sein pflegen, als in Österreich. Die Reformismus-Abolitionismus Diskussion hat aber weltweit an Fahrt gewonnen, als Gary Francione seine Thesen zu verbreiten begann. Lustig, weil er selbst vormals ein Legebatterieverbot z.B. als sehr positiv bewertet hatte. Dann plötzlich der dramatische Wechsel: wer auch nur die geringste Reform im Tierschutz will, sei ein „new welfarist“, der in Wahrheit die Totalausbeutung der Tiere fördere. Als US-amerikanischer Universitätsprofessor im Elfenbeinturm seines Instituts, suchte er sich ausgerechnet den VGT aufgrund unserer erfolgreichen Reformkampagnen als punching ball aus und nannte uns das größte Hindernis in der Umsetzung von Tierrechten.

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Das Ergebnis unserer Kampagne gegen Kaninchenkäfige von 2007

Bei Tierschutzkampagnen sind wir ja mittlerweile so lange Übergangsfristen gewohnt, dass in Zukunft wahrscheinlich jene AktivistInnen, die den Fortschritt erkämpfen, dessen Umsetzung nicht mehr erleben werden. Beim Schweinekastenstand sind es ja 21 Jahre bis das Verbot in Kraft tritt. Bei den Kaninchen dürfen jene Tiere, die zur Fleischgewinnung gehalten werden, seit 1. Jänner 2012 nicht mehr in Käfigen, sondern in Buchten oder Freigehegen gehalten werden. Kaninchen zur Pelzerzeugung darf es in Österreich sowieso nicht geben und für Kaninchen zur Rassezucht oder als Haustiere müssen sich die HalterInnen an den neuen verbesserten Vorgaben (allerdings ohne Käfigverbot) erst ab 2020 orientieren.
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Abolitionismus gegen Reformismus: Klaus Petrus in Wien

_DSC4215kleinAls Klaus Petrus am 22. April 2013 in Wien sein neues Buch „Tierrechtsbewegung“ vorstellte, hatte er angekündigt über Tierrechte versus Tierbefreiung und die Tierrechtsbewegung in liberalen Gesellschaften zu sprechen. Doch schließlich wurde es ein Vortrag über sein Steckenpferd Abolitionismus und warum Reformismus, und da insbesondere jener, den der VGT praktiziert, zu kritisieren ist. Petrus bezieht sich dabei auf die Ausführungen eines US-amerikanischen Universitätsprofessors für Rechtsphilosophie, Gary Francione. Dieser Mann erfand vor einigen Jahren den abfällig gemeinten Begriff „New Welfarism“ für jede Art von Aktivismus, die sich nicht darauf beschränkt, einzelne Menschen zur veganen Lebensweise zu überreden. Dabei bezeichnete er den VGT aufgrund unserer Reformkampagnen z.B. gegen Kastenstände oder gegen Legebatterien als stärkste Kraft in der Gesellschaft gegen Veganismus und Tierrechte. Ich nannte daraufhin diese Position in meiner Reaktion als „Mad Abolitionism“. Im Detail kann man meine Ausführungen hier nachlesen:
http://www.vegan.at/warumvegan/tierrechte/abschaffung_vs_reform.html

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