VGT

Im Gedenken an unseren geschätzten Aktivisten und lieben Freund Josef Reisinger

Seit vermutlich 2016 war er immer dabei. Damals zunächst für die Tiere, die in den unerträglichen Gatterjagden gehetzt und massakriert wurden. Den VGT hat er als Informant kontaktiert. Als Anrainer wusste er, wann die Gatterjagden stattfinden. In seinem Dorf hat er sich damit aber nicht beliebt gemacht, uns diese Information weiter zu geben. Doch der Schutz der Tiere war ihm wichtiger.

Bei unzähligen Aktivitäten hat er sich nachher im Rahmen des VGT engagiert, ob bei Demos gegen den Pelz oder bei Aktionen gegen den Vollspaltenboden. Da hat er sich schon einmal öffentlich mit einer Schweinefigur in ein Bett gelegt, um für weiches Stroh in der Schweinehaltung zu werben. Nichts war ihm zu mühsam oder zu peinlich. Im Gegenteil, mit seiner immer freundlichen und vernünftigen Art hat er jeder Tierschutzaktivität noch mehr Sinn gegeben.

Ich erinnere mich sehr gerne an ihn, an lange Fahrten zu Veganen Sommerfesten, zu Demos und Aktionen quer durchs Land. Es war immer spannend, ihm zuzuhören, wenn wir danach essen gegangen sind. Dabei erzählte er uns auch, dass er seine Behinderung durch einen Spitalsvirus bekommen hat. Wegen einer Nichtigkeit in Behandlung, hatte er sich infiziert und war seither lebenslang nicht mehr in der Lage, wie vorher normal zu gehen. Ein erschütterndes Schicksal, das er erstaunlich leicht genommen hat.

Besonders in Wr. Neustadt und St. Pölten hat man ihn oft bei den Infoständen des VGT gesehen. Trotz seiner Behinderung immer lächelnd und gut aufgelegt. Dabei sind Männer um die 60, wie er, die sich für Tiere engagieren, sehr selten gestreut. In dieser Generation wird Tierschutz eher belächelt. Nicht so für unseren Josef. Vielleicht hat die so enge Beziehung zu seinem Kater Timmi dazu beigetragen, dass er das Schicksal der Tiere ernst nahm wie jenes der Menschen. Er hat auch sein Facebook-Account nach Timmi benannt.

Plötzlich, Mitte November 2021, erreichte uns die Nachricht von ihm, dass er im Spital mit Corona infiziert worden ist. Und als ob das nicht reicht, schrieb er Ende November, dass er Krebs habe. Am 11. Dezember ist er dann für uns überraschend im Alter von 66 Jahren gestorben.

„Es ist nie der richtige Zeitpunkt, es ist nie der richtige Tag, es ist nie alles gesagt, es ist immer zu früh, und doch sind da Erinnerungen, Gedanken, Gefühle, schöne Stunden, einfache Momente, die einzigartig und unvergessen bleiben“ schreibt seine Familie zu seinem Tod. Wie wahr! Als Tierschützer und Tierschützerinnen sind wir oft mit dem gewaltsamen Tod von Tieren konfrontiert. Jedes Mal reißt er ein Loch in unser Leben, zeigt uns, wie fragil unser Dasein ist. Doch niemals, niemals kann man sich damit abfinden, niemals kann man dabei zur Tagesordnung übergehen. Auch Josefs Tod reißt ein Loch in unsere Gemeinschaft. Es fehlen die Gespräche, sein herzliches Wesen, seine vernünftigen Gedanken, sein großes Engagement. Ein Loch ist entstanden, das sich nicht mehr schließen lässt.

Lieber Josef, wir werden Dich sehr vermissen!

Die bewegte Geschichte des größten Jagdgatters Österreichs: Der Lainzer Tiergarten

100 Jahre ist er 2019 alt, der Lainzer Tiergarten, dieses einerseits beliebte Ausfliegsziel der Wiener_innen, dessen liebliche Landschaft aber andererseits die düstere Geschichte von Massenabschüssen eines Jagdgatters überdeckt. Aus Anlass des Jubiläums hat die Stadt Wien nun ein Buch mit dem Titel „Der Lainzer Tiergarten einst und jetzt“ herausgegeben. Eigentlich ist es eine Neuauflage, weil ein Buch mit demselben Titel bereits 1923 erstmals erschienen ist. Und eigentlich ist es kein Jubiläum, weil der Lainzer Tiergarten unter dem Namen „kaiserlicher Tiergarten“ eine viel längere Geschichte hat. Das Buch ist aber äußerst spannend und allen zu empfehlen, die sich auch ein bisschen für die Grätzelgeschichten der Friedensstadt und der Gegend um die Kirche St. Hubertus interessieren. Ein bisschen ist es auch eine Geschichte der Jagd in Österreich und eine Geschichte des Verhältnisses der Menschen zur Natur. Auch der VGT wird im Buch als Teil der Geschichte des Lainzer Tiergartens erwähnt.

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25 Jahre VGT

Der Verein Gegen Tierfabriken (VGT) ist jetzt 25 Jahre alt geworden! Was für bewegte 2 ½ Jahrzehnte! Angefangen hat alles zu einer Zeit, als Tierschutz für Nutztiere noch ein Fremdwort war. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es Tierschutzvereine, und damals verband man mit Tierschutzarbeit die Hilfe für obdachlose Hunde und Katzen, vielleicht auch einen Gnadenhof für ausrangierte Arbeitspferde. Tierschutz galt als eine gute Tat, keine politische Arbeit an der Gesellschaft, der Schutz von Tieren war ein Akt von Tierliebe, keine Frage der Gerechtigkeit. Und Nutztiere, ja, die waren dazu da, genutzt zu werden. Schützen brauchte man die nicht. Wovor? Vor ihren eigenen „BesitzerInnen“?

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The State vs. VGT

On international conferences, I am often met with utter disbelief that the group I work with, VGT, does not receive any funding from the state. Isn’t animal advocacy work charity in the public interest? Especially in Eastern Europe, it seems, the financial existence of most groups is depending on that kind of income. The disbelief changes to amazement, if I add that in Austria, to the contrary, the state is considering us enemy number one and will try everything in its power to attack and destroy us, on all fronts.

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Zu den Videos aus 20 österreichischen Schlachthöfen

Die Aufnahmen sind schockierend. Ich bin ja einiges gewöhnt, aber da kann ich nicht mehr hinschauen. Diese unfassbare Brutalität, mit der diese Menschen auf die Tiere einschlagen, die da zum Ort ihres gewaltsamen Todes gedrängt werden. Sie riechen das nahe Ende, das Blut, die Angst bei ihren Leidensgenossen vor ihnen. Ich darf mir das nicht zu realistisch vorstellen, sonst verzweifle ich an der Welt. Und das ist tägliche Realität in Österreich? Natürlich haben wir es irgendwie gewusst, aber wir sind Meister des Verdrängens.

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Unsere Bewusstseinsarbeit trägt Früchte!

Etwa 80 % unserer Arbeit ist die Verbreitung von Information und kritischen Gedanken zum Umgang mit Tieren. Die restlichen 20 %, in denen wir uns z.B. für direkte Gesetzesreformen einsetzen, haben einen ähnlichen Effekt in der Öffentlichkeit. Bei jeder Aktion, bei jedem Flugblatt, bei jedem Medienbericht, bei jeder neuen Ausgabe unserer Zeitung usw. erreichen wir Menschen, die wiederum andere Menschen informieren, und so diffundiert unser Gedankenanstoß immer weiter durch die Bevölkerung. Selbst wenn wir nicht gleich überzeugen, es arbeitet. Und oft arbeitet es über Jahre oder Jahrzehnte. Und manchmal wächst der durch unser aller Arbeit gepflanzte Samen erst in der nächsten Generation. Aber er wächst.
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Warum der VGT basisdemokratisch organisiert ist

Der Verein Gegen Tierfabriken VGT ist ein relativ kleiner Verein, wenn man ihn mit den großen NGOs in Österreich wie Greenpeace oder den Vier Pfoten vergleicht. Der VGT ist aber erstaunlich groß, schaut man sich die Mehrheit der rund 180 Tierschutzvereine Österreichs an. Und der VGT ist basisdemokratisch organisiert, wie die Richterin nach den Angaben von Polizeispitzel „Danielle Durand“ festgestellt hat. Basisdemokratisch bedeutet, die Entscheidungen des Vereins werden nicht an RepräsentantInnen delegiert, selbst wenn diese dafür gewählt wurden, sondern nach Möglichkeit immer unter Abstimmung aller Aktiven getroffen. Die Basisdemokratie ist also eine sehr direkte Form der Demokratie. Im Gegensatz dazu sind die großen Organisationen, wie Greenpeace und Vier Pfoten, hierarchisch organisiert, d.h. eine Chefetage fasst Beschlüsse. Und dabei ist diese Chefetage nicht einmal dem Rest der Organisation verantwortlich, d.h. sie wurde nicht gewählt und muss sich auch in Zukunft keinen Wahlen stellen.

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Neuer SOKO-Bericht belegt: Angeklagte kannten sich nicht!

Angeklagt sind wir 13 Personen im Tierschutzprozess wegen Bildung einer kriminellen Organisation. Eine kriminelle Organisation, so kann man in §278a StGB nachlesen, ist eine „unternehmensähnliche Verbindung“. In einem Unternehmen gibt es Chefs, die geben ihre Befehle nach unten weiter und irgendwann erreichen sie die ausführenden Organe. Die Chefs müssen diese ausführenden Organe gar nicht kennen, genauso wie umgekehrt, die ausführenden Organe nicht die Chefs. So wurde mir erklärt, dass man mit Personen zusammen angeklagt sein kann, eine kriminelle Organisation zu bilden, obwohl man die anderen Angeklagten gar nicht kennt. Ich für meinen Teil kannte bis zur Untersuchungshaft nämlich 5 meiner Mitbeschuldigten nicht.

Die Staatsanwaltschaft hat aber in allen SOKO-Ermittlungen über 4 Jahre hinweg nie auch nur den kleinsten Hinweis darauf gefunden, dass irgendwer irgendwem einen Befehl gibt, eine Straftat durchzuführen. Also selbst wenn die mir unbekannten 5 Mitangeklagten Straftaten begangen hätten – was ginge das mich an?

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