Fakten zu: ein kritischer Blick auf Almen

Ich habe vor kurzem 6 Tage im westlichen Teil des Toten Gebirges in der Obersteiermark verbracht und mein Schlafplatz war sozusagen von 4 Almen eingekreist. Es war praktisch nicht möglich, mit meiner kleinen Tochter und schon gar nicht mit meinem uralten Hund, der keiner Kuh mehr davon laufen kann, auch nur ein bisschen zu wandern, ohne auf Kuh- oder Ochsenherden zu treffen. Zusätzlich war alles zugeschissen. Bei einer Wanderung auf einen nahen Gipfel musste ich gefühlte 100 Kackhaufen von Rindern übersteigen, konnte mich nirgends hinsetzen und nicht einmal meinen Rucksack abstellen, vom Gestank und der Menge Fliegen ganz zu schweigen. Das hat mich motiviert, bei meiner Rückkehr diesen kritischen Beitrag über Almen zu schreiben: https://martinballuch.com/ein-kritischer-blick-auf-almen/

Dabei hat sich gezeigt, dass es manche Personen als Sakrileg sehen, wenn man Almen kritisiert. Offenbar muss man als guter Österreicher Almen mögen. Dass zumindest in einem gewissen Teil der Bevölkerung diese Ansicht tatsächlich vorherrscht, merkt man spätestens daran, dass von seiten der Almbauernschaft damit gedroht wird, sie würden die Almen verlassen, wenn der Wolf nicht wieder ausgerottet wird. Ich glaube daher, es ist an der Zeit, meine angeführten Argumente im obigen Blogeintrag nun mit einigen Fakten zu unterlegen.

Da gibt es zunächst einmal den Mythos, dass wenn eine Alm aufgelassen wird und die Natur zurückkommt, diese ein unansehnliches Gestrüpp wäre, das niemand betreten wollen würde. Na schauen wir uns das einmal bei mir zu Hause am Hochschwab genauer an:

Schüttbaueralm, 1220 m, aufgelassen zwischen 1910 und 1927

Das ist die Schüttbaueralm auf 1220 m, seit etwa 100 Jahren aufgelassen. Es hat sich ein wunderschöner, lockerer Baumbestand gebildet. Es gibt (zum Glück) keine Forststraße auf diese ehemalige Alm, weil sie zu einer Zeit aufgelassen wurde, zu der man diese noch nicht so bauen konnte, wie heute. Die Folge ist, dass dieser Ort wunderschön ist, ein Mischwald durch den man wandern kann, und der große Ruhe ausstrahlt. Ich bin mir sicher, dass kein Mensch dieser Erde an dieser Stelle lieber eine dicke Forststraße, eine Herde Kühe und einen Haufen Kacke antreffen würde. Das ist undenkbar.

Nächstes Beispiel:

Hochalm, 1600 m, vor 1910 aufgelassen

Die ehemalige Alm ist die hellgrüne Fläche in der Mitte des Kessels, damals umgeben von Wiesen ohne Latschenfelder. Sie hieß Hochalm, lag auf 1600 m, also hier über der Baumgrenze, und wurde von Erzherzog Johann als eine sehr große Alm mit vielen Tieren beschrieben. Schaut man genau, sieht man, dass dort jetzt leider eine Jagdhütte steht. Aber obwohl ich häufig vorbeikomme, habe ich dort noch nie einen Jäger gesehen. Vermutlich bleiben die lieber unten bei den Forststraßen, ist bequemer. Da diese Alm bereits vor 1910 aufgelassen wurde, führt auch hier keine Forststraße hinauf. Vor Ort sieht man übrigens die Grundmauern von etwa 1 Dutzend Almhütten noch immer stehen. Zum Glück sind die weg, sehr erfreulich. Man sieht auch, dass im Fall von aufgelassenen Almen über der Baumgrenze die Latschenfelder zurückkehren. Sehr vorteilhaft für das Klima, weil auch diese Pflanzen gut 20 cm dicke Stämme ausbilden. Zum Wandern können sie mühsam sein, aber wie man sieht ist das hier nicht der Fall. Das Gras wird hier etwa 20-30 cm hoch und es wächst eine Vielzahl von Pflanzen. Ein wunderschönes, natürliches Ökosystem, das den Bewuchs auf jeder Alm in den Schatten stellt. Die Auflassung ist also auch hier eine Erfolgsstory.

Ein weiteres Beispiel:

Trawiesalm, 1240 m, vor 1910 aufgelassen

Ein Foto der weithin bekannten Trawiesalm, 1240 m, an einem der am häufigsten begangenen Wege auf den Hochschwab-Hauptgipfel. Sie ist ebenfalls schon vor 1910 aufgelassen worden. In meinen Kindheitstagen habe ich noch die alte Almhütte gesehen, die mittlerweile völlig verfallen und verrottet und unter einer Grasmatte versteckt ist. Hier ist ein Wäldchen entstanden, das wunderschön ist. Kein Mensch kann durch diese ehemalige Almfläche gehen, ohne sich über die Schönheit der Landschaft zu freuen. Hier ist auch eine Quelle, aus der zur Zeit der Almwirtschaft sicher nicht getrunken hätte werden können, weil die Kühe einfach überall hin kacken, und so auch in den Quellbereich. Auf der Trawiesalm trifft man immer wieder fröhliche junge Menschen, die hier zelten. Ein bisschen abseits vom Weg, zwischen den Bäumen, sind lauschige Zeltplätze. Auch das wäre zur Zeit der Almwirtschaft sicher nicht möglich gewesen.

Will die Almbauernschaft ernsthaft damit „drohen“, dass alle Almen zu so wunderschönen Plätzen werden könnten, wenn wir nicht wieder den Wolf ausrotten? Was für eine „Drohung“! Ja, bitte, ich würde mich freuen, wenn es überall so aussehen würde. Das wäre großartig!

In meinem ersten Blogeintrag erwähne ich, dass Almen zu Lawinentoten führen. Ich beziehe schon seit sehr vielen Jahren die Unfallberichte des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit. Und da finden sich immer wieder schreckliche Lawinenunfälle auf Almen, die ohne Alm nicht passiert wären. Hier ein Beispiel:

Lawinentote (Pfeil: Auffindungsort) auf der Stoißer Alm, 1333 m, am 5. 1. 2019

Am 5. Jänner 2019 wanderte eine 20 jährige Frau über die Stoißer Alm und wurde von einer Lawine verschüttet. Sie starb an der Unfallsstelle. Am linken Rand ist die Almhütte zu sehen. Der Bereich der Lawine wurde gerodet, um für eine Alm Platz zu schaffen. Deshalb gibt es hier keinen Bannwald mehr, der diese Lawine aufgehalten hätte. Im Hintergrund sieht man den Baumbestand ohne Alm. Dort ist keine Lawine abgegangen. Damit ist klar: diejenigen, die hier unbedingt eine Alm haben wollten, sind für den Tod dieser Frau verantwortlich.

Man könnte viele Beispiele dieser Art bringen. Hier zum Beispiel der Tirolerkogel:

Lawinentote am Tirolerkogel, 1330 m

Auf diesem Foto des Tirolerkogels sieht man deutlich, wie für die Alm der Wald gerodet worden ist. Vor wenigen Jahren fuhr dort eine Frau im Winter mit der Rodel über die Forststraße ab und wurde von einer Lawine getötet. Im Waldbereich daneben hat es keine Lawine gegeben.

Die Almbauernschaft verbreitet gerne die Behauptung, dass die Wanderer, und zwar vor allem jene, die auch in Pensionen nächtigen und Geld in der Region lassen, Almen lieben würden, und dem Wald vorziehen. Das ist aber nicht richtig. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die das Gegenteil belegen.

Quelle: Pröbstl-Haider, U., Nina Mostegl und Anne Schlegel 2019: „Touristische Bedeutung des Wolfes“, in „Der Wolf. Im Spannungsfeld von Land- & Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus und Artenschutz“, herausgegeben von Klaus Hackländer, Leopold Stocker Verlag, S. 129-148.

In diesem Artikel wird eine Untersuchung an der BOKU in Wien vorgestellt, in deren Rahmen 1003 Personen, davon 16,9 % Mountainbiker_innen und 83,1 % Wanderer, zu ihren Präferenzen bzgl. der Landschaft befragt wurden. Zunächst wurden den Teilnehmer_innen an der Studie verschiedene Bilder derselben Landschaft vorgelegt, wobei mittels Computer die Bewaldung zunehmend hinzugefügt, und die Forststraße und die Almhütte zunehmend entfernt bzw. verdeckt wurden. Dabei zeigte sich: am beliebtesten war jenes Foto mit dem meisten Wald und der wenigsten Alm.

In einer detaillierteren Untersuchung ergab sich dann, dass es zwei Wanderer-Typen gibt. Wanderer Typ 1 (72,5 % aller Befragten) stammt eher aus dem urbanen Raum, ist eher jünger (Mittel 47 Jahre) und höher gebildet, und bevorzugt mehr Wald und unberührte Natur, und weniger Alm und weniger durch den Menschen beeinflusste Landschaften. Der Wanderer Typ 2 dagegen (10,6 % der Befragten, also mit Abstand die Minderheit) stammt eher aus dem ländlichen Raum, ist eher älter (Mittel 51 Jahre) und weniger gebildet, und bevorzugt vom Menschen genutzte und geprägte Landschaften und Almen. Wanderer Typ 2 ist übrigens auch rabiat gegen den Wolf, während Wanderer Typ 1 nichts gegen den Wolf hat. Die Mountainbiker_innen mit 16,9 % sind im Mittel noch jünger (40 Jahre) mit einem noch höheren Bildungsgrad, und sie werten unberührte Landschaften und einen Wald höher als Almen.

Ammer und Pröbstl (Ammer U., Ulrike Pröbstl 1991: „Freizeit und Natur“, Hamburg, Berlin: Paul Parey) zeigen, dass ein Waldanteil von 50-70 % als positiver eingestuft wird, als waldfreie Almen. Hunziker (Hunziker M (2000): „Einstellungen der Bevölkerung zu möglichen Landschaftsentwicklungen in den Alpen“, Birmensdorf: Eidgenössische Forschungsanstalt WSL) bestätigt, dass die Urlauber_innen einer zunehmenden Verwaldung wesentlich weniger kritisch gegenüberstehen, als häufig angenommen wird.

Zur Bodenerosion auf alpinen Grasmatten gibt es nicht nur wissenschaftliche Untersuchungen. In praktisch jedem Wanderführer und von jedem Alpinen Verein wird darauf hingewiesen, dass man nicht parallel zu einem Weg gehen soll, weil dadurch die Grasnarbe zertrampelt wird und Erosion greifen kann. In einer Diplomarbeit von Raphaela Robens an der Uni München wurde die Erosion durch Trittbelastung genau heraus gearbeitet. Tritt man auf einen hochalpinen Rasen, dann wird durch das Gewicht die Grasnarbe physisch beschädigt. Bei Wiederholung löst sich der Trittrasen auf, es entstehen Vegetationslücken, Bodenteilchen werden gelöst und der Boden verdichtet. Die Erosion greift jetzt durch Regen und Schnee. In der Diplomarbeit wird auch explizit erwähnt, dass „Weidevieh“ durch sein größeres Gewicht die Grassoden löst, Pflanzen überrollt und die Böschungen destabilisiert. Die Folge ist, dass der dünne Erdboden abgelöst wird und unter Umständen der ganze Hang zu rutschen beginnt.

Typische Bodenerosion auf einer Alm

Wer die Quellschutzgebiete für die Wiener Wasserleitung im Hochschwab kennt, weiß, dass da mit verschiedenen Mitteln verhindert wird, dass jemand das unmittelbare Quellgebiet betritt geschweige denn dort seine Notdurft verrichtet. Der Grund ist klar: im Quellbereich abgesetzter Kot liefert permanent Kotbakterien in das Wasser und verseucht somit die Wasserqualität. Quellen auf Almen, die nicht in einer Weise eingefasst sind, dass die Rinder dort nicht hin können, werden auf diese Weise zwangsläufig verseucht. Kühe koten überall, wo sie leben. Sie koten daher auch auf die Quellen und sie koten auf die Bachverläufe darunter. Wasser, das von einer Alm kommt, darf daher nicht getrunken werden, ohne vorher sterilisiert zu werden, entweder chemisch oder durch Abkochen.

Kriechbaum et al. (Kriechbaum, Splechtna, Pennerstorfer, Pröbstl und Seiberl 2019: „Wolf ODER Artenvielfalt auf Almen: Ist das die Frage?“, in Der Wolf. Im Spannungsfeld von Land- & Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus und Artenschutz“, herausgegeben von Klaus Hackländer, Leopold Stocker Verlag, S. 113-128) analysieren die Biodiversität auf Almen und kommen zu dem Schluss, dass mit Ausnahme der Bürstlingsrasen sämtliche auf Almwiesen anzutreffenden Pflanzenarten und 38 Lebensraumtypen nicht von einer Beweidung abhängig sind, d.h. auch ohne Beweidung vorkommen.

In demselben Artikel krisitieren die Autor_innen, dass zunehmend auf Almen Gülle ausgebracht werde, oft mit modernen Geräten auf den Zubringerstraßen, die mit Hochdruck den Kot 60 m weit auf große Flächen und steile Hanglagen verspritzen. Der Einsatz von Kraftfutter bei Milchkühen führt so zu einer völligen Überdüngung.

Zwischen dem Jahr 2000 und 2016 ist die Besatzdichte auf Almen um 65 % angestiegen. Magerweiden auf Hochalmen vertragen maximal 0,25 Großvieheinheiten pro Hektar, auf Mittelalmen sind es 0,75. Doch in von den Autor_innen untersuchten Almregionen in der Steiermark waren es im Durchschnitt 1,3 Großvieheinheiten pro Hektar, was deutlich über der maximalen Besatzdichte liegt. Von extensiver Weidewirtschaft kann nicht mehr gesprochen werden. Die zu intensive Beweidung wirkt sich sehr ungünstig auf die Pflanzengesellschaften aus. In ganz Österreich betrug die durchschnittliche Besatzdichte auf Almen im Jahr 2017 genau 1,05 Großvieheinheiten pro Hektar, mit steigendem Trend. Die Autor_innen schließen, dass die Sinnhaftigkeit von Beweidung anzuzweifeln ist, „da geeignete Lebensbedingungen für naturschutzfachlich relevante Arten an eine deutliche Extensivierung der Beweidung gebunden sind. Sollte dies nicht oder nur schwer möglich sein, wäre aus ökologischer Sicht das Endstadium Naturwald den gegenwärtigen (intensiven) Weideflächen vorzuziehen. Eine punktuelle oder kleinflächige Verbrachung und Verbuschung [ist] aus zoologischer und naturschutzfachlicher Sicht grundsätzlich positiv. Gründe dafür sind das Ausweich-, Refugial- und Wiederbesiedlungspotenzial dieser Flächen, ein stetes Angebot von Blüten (Nahrung, Lebensraum), ein stetiges Angebot an hoher Vegetation […] und kleinklimatisch günstige, stabilere Bedingungen in diesen Bereichen. Diese Einschätzung deckt sich mit zahlreichen anderen Studien.

Dass Rinder auf Almen, und zwar nicht nur Kühe, die ihre Kinder schützen, sondern auch Ochsen und Kalbinnen, aggressiv auf Hunde reagieren, ist allgemein bekannt. Bisher nirgends gelesen habe ich, dass sie durchaus auch auf Kleinkinder, egal ob in der Tragetasche oder zu Fuß, aggressiv reagieren können. Das ist mir nicht nur kürzlich im Toten Gebirge passiert, sondern gerade eben wieder erneut:

Diese Kalbinnen starren auf ein Kind, in dem sie offenbar nicht einen Menschen erkennen.

Als sich meine Tochter bewegt hat, zuckte eine der beiden Kalbinnen zusammen und senkte den Kopf. Eine dritte kam im vollen Galopp angerannt. Sie haben nicht anders reagiert, als wäre meine Tochter ein Hund gewesen.

Personen mit Beweidungsrecht auf Almen haben auch oft das Recht, dort eine Hütte zu bauen. Wird das Beweidungsrecht immer weiter gereicht, entstehen so auf Almen häufig ganze Hüttendörfer, wie hier auf der Augstwiesenalm:

Hüttendörfer auf Almen sind keine Seltenheit

Edna Hillmann von der ETH Zürich hat die Auswirkung von Kuhglocken auf 25 Schweizer Almen untersucht. Diese Glocken, die oft 5 kg schwer sind, werden den Tieren umgehängt, damit man sie schnell finden kann. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass die Glocken einen Lärm von 100 – 113 Dezibel erzeugen, also etwa die Lautstärke eines Presslufthammers. Sowohl wegen dem Lärm als auch nur wegen dem Gewicht, aßen die Tiere mit Glocken deutlich weniger und hatten eine niedrigere Frequenz ihrer Kauschläge als die Kühe ohne Glocken.

26 thoughts on “Fakten zu: ein kritischer Blick auf Almen

  1. Moritz W. says:

    Lieber Martin,

    wirklich toll, welche Arbeit du bisher geleistest hast. Ich habe „zufällig“ deinen Beitrag über FB gefunden und deinen Blog sofort gefunden.

    Der Beitrag über Almen ist – aus der Sicht des Wildtierschutzes – sicherlich kritisch hinterfragbar. Klar hatten wir vor ein paar Tausend Jahren noch (und nicht Millionen – als Physiker sollten sie halt schon ein bisschen realistischer sein und etwas genauer recherchieren, wenn Sie unsicher mit Zahlen sind) Bisons, Wölfe und Luchse in unseren Wäldern.

    Allerdings nur deshalb, weil dort – und natürlich auch im Rest des Landes – ausreichend Platz war. Die Rehe haben nicht im Wald gelebt, Rehe sind Weidetiere. Im Wald lebten Bären, Wölfe, Lüchse und Bisons, so wie es in den polnischen Nationalparks heute noch der Fall ist. Rehe leben heute nur deshalb in den Wäldern, weil wir Menschen ja lieber immer größere Städte und immer mehr Kinder haben wollen. Immer größere Autos und immer größere Häuser. Immer schnelleres Internet und immer modernere Technologien. Größere Flugzeuge und, der einzige Punkt in denen ich deine Arbeit wertvoll finde, immer billigere Lebensmittel (besonders, wenn es sich um Fleischkonsum handelt).

    Ich sehe deinen Beitrag trotzdem als äußerst fragwürdig an. Ich denke nicht, dass du dir tatsächlich bewusst bist, welches Ausmaß unser Mensch-Sein auf unsere Mutter Erde hat.

    Und du musst mir eingestehen, dass es ja wohl ein bisschen ignorant ist, dass du, nun, plötzlich, das letzte bisschen Wald und Berge auch noch kritisieren und bemängeln möchtest. Weist du, wo Du in meinen Augen anfangen solltest??

    Kaufe keine neuen Sachen mehr!
    Baue dein eigenes Gemüse an.
    Lass das Handy eher mal links liegen und beschäftige dich mit dir selbst und deiner Familie.
    Und anstatt Leute zum Aktivismus zu motivieren, zeigen ihnen, was aktive Lebensgestaltung bedeutet. Lass die Menschen teilhaben. Aber empfehle niemandem eine derart unnütze Ansicht.

    Hierzu zwei Punkte: Tier sind fühlende Wesen, dem stimmen wir sicherlich zu.
    Warum also hat eine Kuh dann Aggressionen, wenn sie deine Tochter sieht? Tiere sind nur dann aggressiv, wenn sie Gefahr lauern, oder Angst verspüren. Also, wenn deine Tochter Angst vor Kühen auf den Almen hat, dann liegt das in meinen Augen daran, dass du selbst unglaubliche Angst vor diesen Tieren hast. Und zu diesen besonderen Zeiten auf der Welt: Angst regiert die Welt. Wenn der Papa Angst hat, dann verspürt auch die Tochter Angst. So ist das Leben. Das ist keine Physik, das sind spirituelle Erkenntnisse, die etwas älter sind, als Aktivismus und Wissenschaft.

    Zweiter Punkt: Wer auf Kuhfladen ausrutscht, der sollte besser im Tal bleiben. Wenn du Kuhfladen nicht möchtest, aber lieber wieder Wölfe in den Wäldern, dann freunde dich mal mit dem Gedanken an, dass du und deine Tochter Kadaver und Überreste von Tieren im Wald finden werdet, die genauso Fliegen anziehen und stinken.

    Deine Argumentation ist echt stockig.

    Statt perfiden Aktivismus zu betreiben, kläre doch deine Leser lieber mal darüber auf, wie sie ihr Leben nachhaltig verbessern können. Auf ganzheitlicher Ebene:

    Den Körper, durch eine vitalstoffreiche (vegane) Ernährung, ausreichend Sport und nachhaltige Entspannung.
    Den Geist, durch eine bewusste Annahme von Gedanken und Transformation von Glaubensmustern, die unsere Gegenwart stören.
    Die Seele, durch das bewusste Annehmen von Herzenswünschen und dem Beschreiten des Seelenplans.

    Ich wünsch dir viel Erfolg weiterhin. Bedenke, wir sind alle eins.

    In Lak’ech Ala K’in
    „Ich bin Du, und Du bist ich.“

  2. Martin Balluch says:

    @Moritz W.
    Reden Sie von dem Artikel oben? Scheint mir nicht so. Wo steht da, dass Bisons, Wölfe und Luchse vor Millionen Jahren statt tausenden noch in Österreich gelebt haben? Wölfe wurden vor 150 Jahren ausgerottet, nicht tausenden. Ich bin immer wieder erstaunt wie manche Leute in der Lage sind etwas zu lesen, was aber nirgends steht.
    Und wo steht, dass Rehe im Wald gelebt haben?
    Und wo steht, dass ich das letzte bisschen Wald und Berge kritisiere??? Ich kritisiere Almen, nicht Wald und Berge.
    Und wo steht, dass ich nicht selbst Gemüse anbaue? Mache ich nämlich.
    Meine Tochter hat überhaupt keine Angst vor Kühen, und ich schon gar nicht.
    Ein bisschen mühsam, oder, wenn Sie haufenweise Sachen an meinem Artikel kritisieren, die dort gar nicht stehen.

  3. Alex says:

    Das mit Tirolerkogel und der Lawinentoten ist natürlich tragisch, aber das allein der Abholzung zuzuschreiben, etwas wage, denn hätte man die Autobahn, Schnellstraße, Bundesstraße oda wos a imma fia an Foaweg net baut woan, wäre Martin B. (20Jahre) mit seinem 200 Ps Boliden net zu Tode kumma!

  4. Beate Sackl says:

    Liebe Frau Schramböck!
    Ich finde es unerträglich, was sie hier schreiben. Sie verurteilen alle Bäuerinnen und Bauern und glauben auch noch das was sie schreiben.
    Ich bin Biobäurin mit Leib und Seele und lebe und arbeite mit meinem Mann, meinen fünf Kindern, meinen Schwiegereltern und unseren Tieren auf unserem wunderbaren Hof in Kärnten und lasse mich von ihnen auf keinem Fall als gierig beschimpfen.
    Mit freundlichen Grüßen Biobäurin Beate Sackl.

  5. Leonie says:

    Genau sperren wir die Tiere einfach das ganze Jahr über ein, die haben eh kein Recht auf Freiheit. Und das mit deiner Tochter zeigt einfach nur das Tiere jedes Lebewesen gleich ansehen und als gleich viel Wert beurteilen. Ihnen ist es egal ob Mensch oder Hund es ist beides ein Lebewesen und sie werden sich und ihre Herden vor beiden Beschützen wollen. Nur weil ein „Mensch“ vor ihnen steht denken sie sich ja auch nicht, dass dieser nicht gefährlich sein könnte. Aber die Menschheit ist heutzutage so selbstsüchtig und arrogant geworden, es ist unglaublich. Nur damit du mit deiner Tochter und deinem Hund in Ruhe wandern gehn kannst und weil du dir zu schade bist über Mist drüber zu steigen, müssen die Kühe das ganze Jahr über im Stall stehen. So gehört es sich. Bravo!

  6. Margarete Friedam says:

    Grundsätzlich verfehlt ja schon der Inhalt zum Titel „Kritischer Blick auf Almen“ das Thema, denn eine Alm hat ja ihren Namen von der Beweidung und Sennerei der Tiere, wie z. B. Rind und Schaf, und da kann man nicht verlangen, dass die Tiere weg müssen. Da wäre ja auch die Bezeichnung Alm nicht mehr anzuwenden.

    -Außerdem wurden Rinder bereits vor 10 000 Jahren domestiziert, als erstes im jetzigen Nahen Osten. Dieser Fortschritt kam natürlich auch in unsere Breiten und in den Alpen ist es halt einmal nicht nur flach und leicht zugänglich. Da unser Land sehr klein ist, werden halt auch höhere Lagen genutzt.
    – Es stimmt sichern nicht, dass nur Jungtiere (von denen man nicht von Babys spricht, denn ich kann ja wohl nicht Mensch und Tier vergleichen) auf Almen sind, denn sonst würde es ja das Problem Mutterkuh – Wanderer nicht geben. Das muss ja einleuchten.
    – Das mit dem Murmeltierabschuss mag vielleicht ein Einzelfall sein, aber grundsätzlich gibt es auf Almen zweierlei Interessen, einerseits die Interessen der Viehhalter, die trachten, dass sie das Vieh wieder wohlbehalten zurückholen können und anderseits die Interessen der Jägerschaft. Diese sind oft ganz verschieden. Beides in einem geht nicht. Entweder ist man Viehhalter oder Jäger.

  7. Margarete Friedam says:

    Jahrhunderte lang sind Rinder auf Almen getrieben worden, dies ist keine Erfindung der jetzigen Zeit. Lassen wir doch den Tieren diese wenigen Monate in der Natur. Oftmals sind die Rinder nur drei Monate auf der Alm. Übrigens, das Rinder ihren Kot an jeder beliebigen Stelle fallen lassen, lässt sich wohl nicht anders einrichten. Das tun sie halt, wo sie sich am häufigsten aufhalten und ihre Lieblingsstellen sind. Ich persönlich kenne keinen Menschen, der derart gereizt darauf reagiert. Das kann doch wohl nicht ernst sein!!!

  8. Martin Balluch says:

    @Margarete Friedam
    Aber was seit Jahrhunderten ist, könnte auch wert sein, geändert zu werden.
    Stimmt, für Rinder ist die kurze „Freiheit“ grundsätzlich gut, aber:
    – 1 x 3-4 Monate im Leben; dafür wird Wildnis zerstört, wurden andere Tiere wie Wolf, Bär, Luchs und Bison ausgerottet; und heute noch werden deshalb Murmeltiere geschossen, weil sie Löcher machen, in die angeblich Rinder treten
    – nicht vergessen: auf der Alm sind eigentlich nur Rinderkinder, also Tiere mit weniger als 18 Monaten Alter, wie z.B. Kalbinnen, d.h. weibliche Rinder vor ihrer Pubertät. Diese Kinder oder Jugendlichen wurden nie in das Leben in freier Natur eingeführt. Die kennen sich nicht aus. Deshalb rennen Sennen und Senninnen herum und sammeln sie ständig ein, vor allem bei Gewitter. Trotzdem stürzen sie ab. Habe ich schon öfter erlebt. Und Schafe sind überhaupt ohne Aufsicht auf der Alm, deshalb sterben in Österreich 10.000 pro Jahr am Berg. Sollte man Kinder und Jugendliche nicht eher im Tal auf einer Weide und unter Aufsicht halten?

  9. Hugo says:

    Nur weil wir Kohle schon seit jahrhunderten nutzen bedeutet das nicht, dass es 2020 gut ist damit weiterzumachen. Bisons, Wölfe und Bären gab es in Europa schon Millionen von Jahren.
    .
    Laut UN sind Rinder schlimmer als Erdöl für das Klima. „The beef and dairy industry (Rinder) is responsible for more greenhouse gas emissions than the world’s biggest oil companies.“
    https://news.un.org/en/story/2018/11/1025271
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    Das Argument, wilde Natur roden tut der Natur oder Biodiversität gut, kann nicht ernst gemeint sein. Nicht nur ist es ein logisches Oxymoron, Dekaden an Experimenten widerlegen es auch. Da es keine wissenschaftliches Argument ist, nehme ich an, dass es ein ideologisches ist. Was auf Almen passiert, ist nicht anders als Regenwald im Amazonas roden um Rinder dort weiden zu lassen. Der Unterschied, in Europa machen wir es seit 500 Jahren und im Amazonas erst seit ca 300 Jahren. In beiden Fällen jedoch, dient es dem Fleisch & Milch-Konsum der Europäer.
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    Der einizige Weg 2020 um den Rindern was gutes zu tun und der Natur zu helfen, ist weniger Rinder zu züchten und zu konsumieren. Wie wissen wir, dass wir wieder nachhaltig leben?
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    1. Als erstes dürfen wir nicht mehr Futter importieren. Es muss genug Platz geben, dass Tiere die in Österreich leben, auch hier ernährt werden können. Selbstversorgung sollte ein Ziel sein.
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    2. Mehr Natur. Die 2% Naturlandschaft sind laut Biologen zu wenig für gesunde Kreisläufe. Wir sollten 20% anstreben. Weniger Almen wären in diesem Kontext ein besseres Ziel, als so manche Weide im Tal.
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    Die Hälfte oder idealerweise 2/3 weniger Fleisch und Österreich kann das erreichen. Mehr Selbstversorgung, weniger Pandemie-Gefahr, bessere Gesundheit und mehr echte aka schöne Natur. Der Wirtschaft würde es auch besser gehen, das die Investition und Arbeit von tierischen Produkten nicht effizient ist. Dafür was man reinstecken muss, kriegt man wenig raus.
    .
    PS: Martin Balluch steht nicht alleine da, mit seiner Kritik an Wildnis Rodungen. Abgesehen von der Wissenschaft, denke ich persönlich seit Jahren ähnlich über Almen, ganz unabhängig von Balluch.

  10. jo says:

    Diese 2 Rinder auf dem Foto, durften zumindest ihre Hörner behalten – da haben sie nicht so einen „Eierkopf“ als wenn ihnen schon als Kalb die Hörner ausgebrannt werden.
    (da muss wohl ein Irrtum in der Schöpfung passiert sein)

    Rinder auf den Almen tragen fast ausnahmslos Glocken. Wenn eine Herde in einem Talkessel weidet, ist das ein ohrenbetäubender Radau. Auch der dicke, steife Lederriemen , der oft ziemlich eng mit einer wuchtigen Eisenschnalle um den Hals befestigt wird, ist meiner Ansicht eine Schikane für die Tiere. Das scheuert doch bei jeder Rückwärtsbewegung des Halses – die sie machen, um die grossen Bremsen am Rücken zu vertreiben.

  11. Martin Balluch says:

    @jo
    Dass die beiden Rinder am Foto Hörner haben, erklärt sich schnell: sie sind Kalbinnen, die für die Fleischproduktion gehalten werden. Und da brennt man bei uns nie die Hörner aus. Das geschieht nur bei Kälbern, die Milchkühe werden sollen. Begründung: das Melken sei für den Menschen gefährlicher und die erwachsenen Kühe (Masttiere werden mit spätestens 18 Monaten getötet) könnten sich gegenseitig verletzen.
    Ich weiß, dass das Kalbinnen für die Fleischproduktion sind, weil ich mit der Halterin gesprochen habe.

  12. Maria says:

    Eigentlich fand ich viele ihrer Beiträge gar nicht schlecht! Ich war oft ihrer Meinung und konnte mich gut damit identifizieren! Aber ich finde es sehr traurig dass jemand der sich beim VGT so für die Tiere einsetzt solche Artikel verfasst. Wenn wir ehrlich sind ist es eine Illusion die ganze Welt vegan zu ernähren… Dann sollte man seine Energie vielleicht für die Tiere aufwenden denen dabei geholfen werden kann ein besseres Leben zu haben. Nicht dafür dass wir auf tiergerechte Haltungsformen schimpfen! Indem wir die heimische Landwirtschaft ruinieren öffnen wir lediglich Tür und Tor für das Massenprodukt mit viel schlechteren Haltungsbedingungen und Tierschutzgesetzen. Jetzt werden sie wahrscheinlich sagen: „Wenn wir uns vegan ernähren brauchen wir keine Rinder! Die Natur regelt das von selbst!“ Aber wenn wir diesen Gedanken weiter verfolgen, wird man sehr schnell bemerken dass auch ein Veganer Zäune brauchen würde um seine Ernte vor Wildtieten udgl. zu schützen. Straßen benötigt jeder einzelne von uns…. ob es sich dabei um Autobahnen, Land oder Forststraßen handelt spielt dabei keine Rolle. Nährstoffe braucht jede Art der Bewirtschaftung. Und mit Methoden von Sepp Holzer kann man keine Milliarden Menschen ernähren. Abgesehen davon dass man im Alpenraum keine ordentlichen Erträge im Acker und Gemüsebau erwirtschafteten kann. Man kann es drehen und wenden, alles hat zwei Seiten!!
    Man muss als Österreicher kein Freund der Almen sein, aber man sollte vielleicht nicht alles verteufeln was man selbst nicht mag. Gegenseitiger Respekt für Mensch, Tier und Natur sollte wieder mehr Rolle im Leben der Menschen haben… Leider wird der Egoismus immer mehr und das Verständnis für andere immer weniger…
    Sehr geehrter Herr Balluch, es würde mich sehr freuen wenn sie sich für die Tiere einsetzen wo es tatsächlich notwendig ist! Die auf den Almen verbringen dort ein wunderschönes Leben! Gönnen wir es Ihnen!!
    Zum Schluss möchte ich noch ein Wort zu ihrer Freundin sagen: „Es tut mir natürlich leid dass sie sich verletzt hat, aber Augen auf beim Wandern!! Auch auf einer nassen Wurzel kann man ausrutschen und sich verletzen! Das geht mit ohne Rinder sehr schnell!!“

  13. Martin Balluch says:

    @Maria
    Mir scheint irgendwie, dass Sie an der mir zentralen Frage vorbei reden. Das Thema ist hier nicht vegan versus supertoller Rinderhaltung. Es geht darum, dass diese Rinderhaltung mitten in sensiblen Wildnisgebieten stattfindet, die eigentlich die Heimat von Wildtieren sein sollten. Es geht darum, dass WEGEN dieser Rinder die Wildtiere ausgerottet werden und wurden (Wolf, Bär, Luchs, Bison). Es geht darum, dass z.B. die Jagd auf Murmeltiere damit begründet wird, dass sie Löcher graben, in die dann Kühe treten könnten, und sich verletzen. Es geht darum, dass für eine für die Natur, das Klima und unsere Gesundheit schädliche Nahrungsmittelproduktion praktisch die gesamte Wildnis unserer Alpen zerstört wird. Warum muss die Wildnis als Weide herhalten? Haben domestizierte Rinder wirklich in einer Wildnis etwas verloren? Warum werden nicht nur Weiden in Menschennähe, im Tal, in der Zivilsation genutzt? Lassen wir doch die Wildnis wieder wild sein. Wenn in den Niederen Tauern bei mir in der Obersteiermark alle Almen aufgelassen würden, dann wäre das eine echte Wildnis. Dort wohnt praktisch kein Mensch. Da könnte sich eine ganz tolle Fauna und Flora entwickeln, da könnten auch wieder Bisons und Elche leben. Warum sollen wir eine so tolle Möglichkeit nicht nutzen, nur weil irgendjemand Rinder unbedingt auf den Bergen oben weiden will? Warum muss denn das sein? Die domestizierten Tiere gehören in die Zivilisation, die Wildnis sollte den Wildtieren gehören. Sehen Sie das nicht so?
    Haben Sie schon einmal eine echte Wildnis erlebt? Sie werden zugeben, dass die unvergleichlich viel schöner ist, als eine von Rindern genutzte Alm. Almen bedeuten also einen sehr großen Verlust für unsere Ökosysteme. Muss der Verlust sein? Was ist das Problem, die Tiere bei den Menschen zu behalten?
    Der Alpenverein baut seine Infrastruktur in den Bergen teilweise ab. Das ist eine Grundsatzentscheidung: es gibt zu viele Hütten in den Bergen. Almen sind auch Hütten, oft ganze Hüttendörfer, samt Zufahrtsweg. Ist es wirklich nicht an der Zeit, diesen Gedanken des Alpenvereins auch auf Almen zu übertragen, sich als Mensch ein bisschen zurück zu nehmen und die Wildnis wieder wild sein zu lassen?

  14. Beate Sackl says:

    Herr Balluch… Ich wäre Ihnen von ganzem Herzen sehr „Dankbar“, wenn Sie sich etwas zurück nehmen würden.
    Sie verurteilen, kritisieren und stellen Fakten auf… und behaupten, dass nur sie die Wahrheit sprechen bzw. schreiben.
    Ich würde ihnen vorschlagen einmal mit Menschen, die sie so verurteilen, zu sprechen und mit ihnen einige Wochen auf bäuerlichen Betrieben und Almen zusammen zu arbeiten… Mit lieben Grüßen Biobäurin Beate Sackl.

  15. Bavaricus says:

    Den Fall Stoißer Alm“ haben Sie leider im Detail falsch wieder gegeben. Es handelte sich bei der verunfallten Person um eine Skitourengeherin, die in einen durch Windvertragung aufgeladenen Hang fuhr. Am 5.1.2019 herrschte zudem eine Extremwettersituation, an die Sie sich bestimmt erinnern: Rekordschneefälle! Zudem ist diese Alm schon seit Jahrhunderten existent, ohne Erosion etc.

  16. Martin Balluch says:

    @Bavaricus
    Sie ist genau in den Hang eingefahren, der im Bild zu sehen ist. Und Sie werden sicher zustimmen, dass wenn die Frau in den am Bild hinten befindlichen Hang mit dichter Bewaldung eingefahren wäre, nicht in eine Lawine geraten wäre. Was, bitte schön, soll da falsch wiedergegeben worden sein? Faktum bleibt: eine Alm hat einen Menschen getötet. Möglicherweise hat die Alm dem Menschen auch eine falsche Sicherheit vorgegaukelt. Was soll auf Forststraßen und Almen schon passieren? Unfälle. Lawinenunfälle. Wie die Beispiele zeigen.

  17. Anton says:

    Die übliche Aneinanderreihung von Halbwahrheiten, unbewiesenen Behauptungen und Erfindungen.
    Aufgelassenen Almen wachsen zu. Über der Baumgrenze verbuschen sie, unterhalb verwalden sie. Die Artenvielfalt einer Almwiese ist damit verschwunden.
    Die angeführten Beispiele, wo aufgelassene Almen nicht zuwachsen, ist auf das Freischneiden der Jäger zurückzuführen, weil sie Äsungsflächen für das Wild erhalten wollen.
    Rinder reagieren nicht aggressiv auf Kleinkinder.
    Die Behauptung, dass die Freifläche einer Alm für Lawinenopfer verantwortlich ist, stimmt natürlich auch nicht. Lawinen werden meist von den Opfern selbst ausgelöst, wenn es keine Freifläche gäbe, würden auch die Tourengeher keinen Platz für die Ausübung ihres Sports finden und wären gar nicht dort.
    Auf vielen Almen werden bereits zu wenig Rinder aufgetrieben, daher nehmen Vertuschung und Verwaltung immer mehr zu. Also keine Rede von Überbesatz, die Tiere sind so lange dort, wie sie etwas zu fressen finden.
    Almen werden auch nicht gedüngt.
    Wald wird nicht für die Einrichtung von neuer Almfläche gerodet.
    Wanderer und Mountainbiker bevorzugen selbstverständlich bei einer Wanderung oder einer Tour den freien Blick auf einer Alm dem eingeschränkten Blickfeld im Wald. Und nicht umgekehrt.

    Und noch so einiges mehr an unsinnigen Behauptungen….

  18. Martin Balluch says:

    @Anton
    Ich habe das Gefühl, in diesem Beitrag selbst überhaupt nichts zu behaupten. Ich liefere nur eine Reihe von Fakten. Und Ihre „Widerlegung“ besteht darin, einfach zu sagen „das ist nicht so“. Haben Sie dazu auch Quellen oder reden Sie nur von Ihrem Bauchgefühl? Weil dieses interessiert mich, ehrlich gesagt, überhaupt nicht.

  19. Anton says:

    Nun, welche Gefühle Sie in Ihrem Bauch haben, weiss ich nicht. Und auch Trump hält sich ja nur an „Fakten“, die meistens halt nur alternativer Natur sind.
    Studien und Publikationen, welche den ökologischen und kulturellen Wert der Almwirtschaft untermauern, finden sich zu jedoch zuhauf: Wolfgang Holzner (u.a.): Nachhaltige Nutzung traditioneller Kulturlandschaften, Berglandökosysteme. Christoph Kirchengast: Über Almen – sozial- und kulturanthropologische Betrachtungen zur Almwirtschaft in Österreich. Des Weiteren empfehle ich einschlägige Publikationen von Hans Haid und Willi Senft. Also genug Möglichkeiten, den eigenen Wissensstand etwas aufzumöbeln, wenn man das will…

  20. Alex says:

    Komisch, der letzte Eintrag über „zugeschissene Almen“ zeigt einen völlig anderen Schreibstil, wie auch einen inhaltlichen Schwenk um 180° im Vergleich zu dem, was ich sonst von Dr. Balluch gelesen habe.
    Was ist da los?

  21. HdDany says:

    Bis dato habe ich sehr viel von Ihnen gehalten. Ich finde es allerdings nicht wirklich toll, wenn Sie nun über Kuhweiden herziehen. Auch habe ich angenommen, dass sie Wanderwege finden, ohne über Kuhweiden watscheln zu müssen.Vielleicht sogar welche mit Mutterkühen. Da dürfte ich mich offensichtlich vertan haben. In unserem Hotel in Südtirol wurden uns solche Karten schon am ersten Tag augehändigt. Da sollten sich österreiche Beherbergungsbetriebe vielleicht etwas abgucken. Abgesehen davon gäbe es bei Hühnern und Schweinen mehr Handlungsbedarf.

  22. cheetah says:

    Auf aufgelassenen Almen gibts halt dann weder Most und Speck noch Kuhglockengebimmel. Was aber manche Menschen anscheinend brauchen, damit sie das Gefühl haben, ganz urig österreichisch in der guten Natur zu sein…

  23. Elfriede Schramböck says:

    Die Besatzdichte ist auf alle Fälle ein Eingriff in die Natur. Auch die schwereren Rinder, die die Bauern auftreiben. Die Gier der Bauern ist unersättlich. Mehr Fleisch, mehr Milch, und die Landwirtschaftsminister betreiben dieses Geschäft noch immer anstatt die Förderungen komplett anders einzusetzen. Vasallen der Bauern. Unser Steuergeld.

  24. mario says:

    och du armer, dann geh doch besser die mariahilfer auf und ab oder sperr dich daheim im keller ein
    echt selten so nen schwachsinn gelesen

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