Die Gefahr durch das Coronavirus

Ich denke wir sitzen bei Corona alle im selben Boot: wir wollen keine gefährliche Krankheit riskieren, wir wollen aber auch keine möglicherweise sinnlosen Maßnahmen wie Lockdowns und sonstige Einschränkungen mitmachen. Klar ist, dass sich 99,99 % der Menschen bzgl. einer Einschätzung der Gefahr an die Expert_innen halten müssen, weil sie selbst keine sind. Aber an welche? Wie erkennt man die? Ich möchte hier 2 Beispiele von Aussagen von Medizinern zitieren, die direkt die Covid-19 Erkrankungen erleben und mich deshalb sehr beeindruckt haben. Beide Personen dürften real existieren, tatsächlich als Ärzte ständig mit Covid-19 Erkrankten in Berührung gekommen sein und definitiv nicht Teil einer Verschwörung sein, die uns irgendetwas vorgaukeln will.

Ramin Nikzad ist Arzt bei der Allgemeinmedizinischen Akutversorgung (AMA) des AKH in Wien. Er schrieb am 21. August 2020 folgenden Text (siehe https://www.facebook.com/wu.shu.99/posts/10157359355662466):

GRAUSTUFEN
Zu Beginn der Pandemie hatten wir so einen Schwarzweißblick auf Corona, auch wir Mediziner, so wie wir Menschen allgemein dazu neigen, neuartige Phänomene mit einem Schwarzweißblick zu betrachten.
Wir dachten: COVID-19 verläuft bei 90 Prozent der Infizierten entweder asymptomatisch, mit leichten Symptomen oder mit schweren Symptomen, aber ungefährlich.
Die restlichen 10 Prozent brauchen stationäre Behandlung, 5 Prozent sogar intensivmedizinische, und rund 1 Prozent verstirbt dennoch.
Unser Schwarzweißblick auf Sars-CoV-2 war: Für 9 von 10 ist es ein grippaler Infekt. Für 10 Prozent bedrohlich bis lebensbedrohlich.
Bei überlasteten Intensivstationen versterben also bis zu 5 Prozent und nicht 1 Prozent aller COVID-19-PatientInnen, da sie nicht mehr adäquat behandelt werden können, wie die herzzerreißenden Zahlen und Berichte aus Bergamo zeigen.
Im März und April 2020 hatte ich mir sogar insgeheim noch gedacht: „…Ich hätt‘ s am liebsten, dann hätt‘ ichs hinter mir und könnt’ entspannt meine Eltern treffen und entspannter zur Arbeit gehen…“
Heute denke ich: „Oh bitte nicht! Ich will es nicht kriegen! Niemals! Ich will gesund bleiben, bis es eine Impfung gibt!“
Denn in diesem ersten Halbjahr der Coronaviruspandemie hat sich unsere Sicht auf diese entsetzliche Seuche von diesem Schwarzweißblick zu einer Horrorshow in Graustufen gewandelt.
Wir wissen heute, dass COVID-19 keine Atemwegserkrankung, sondern eine Multiorganerkrankung ist.
Sie befällt die Lunge ebenso wie das Gehirn, das Herz, die Nieren, den Magen-Darmtrakt und das Gefäßsystem.
Wir auf der AMA im AKH sehen zum Beispiel mehr COVID-positive PatientInnen mit Benommenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall, oder ganz einfach nur bleierner Müdigkeit und Appetitlosigkeit, als den „klassischen“ fieberhaften Husten mit Kurzatmigkeit.
Die KollegInnen aus dem stationären und intensivmedizinischen Bereich berichten dementsprechend, dass bei weitem nicht alle COVID-19-PatientInnen von Lungenversagen bedroht sind oder letztlich daran versterben.
Viele kämpfen mit und versterben an Herzversagen, an Nierenversagen, oder thromboembolischen Ereignissen, also Blutgerinnseln, die sich aufgrund der Gefäßentzündung bilden, die Sars-CoV-2 auslösen kann.
Ich werde nie die 27-jährige Patientin vergessen, die völlig gesund und sportlich mit hohem Fieber kam, COVID-positiv getestet wurde, aufgrund einer schlechten Sauerstoffsättigung im Blut stationär aufgenommen wurde, zwei Tage darauf beatmungspflichtig wurde und auf der Intensivstation multiple Blutgerinnsel in ihren Handgefäßen entwickelte.
Ein Monat nach ihrer Entlassung kam sie über unsere AMA zur stationären Aufnahme an der Plastischen Chirurgie des AKH, da ihr die gesamte rechte Hand aufgrund dieser Blutgerinnsel schließlich abgestorben war und ihr die rechte Hand nun operativ entfernt werden musste.
Ich werde nie diese tote, kohlschwarze und regungslose Hand dieser jungen Frau vergessen.
Im Zuge dieser sechs Monate der Pandemie haben wir diese Grauschattierungen nach und nach gesehen, erkannt und in die wissenschaftliche Literatur zu COVID-19 aufgenommen.
Und tagtäglich fügen wir neue Graustufen hinzu:
Es zeigt sich dieser Tage zum Beispiel immer deutlicher, dass diese Folgeschäden nicht nur die Schwererkrankten betreffen, sondern auch die Leichterkrankten.
Anthony Fauci hat diese Woche sehr eindrücklich beschrieben, wie COVID-PatientInnen, die nur einige Tage leichte Symptome hatten, nach 3 bis 6 Monaten immer noch eine verminderte Lungenfunktion, eine verminderte Herzfunktion, Nierenfunktion oder auch eine beeinträchtigte Gedächtnis- und Merkfähigkeit hätten.
Und wir wissen heute noch nicht, wie lange diese Organschäden bestehen werden.
Meine Take-Home-Message ist:
Aus ethischer und epidemiologischer Sicht sollte jeder, egal wie alt und egal wie vorerkrankt, das Physical Distancing einhalten und einen Mundnasenschutz tragen, um alle Mitmenschen zu schützen.
Aber es erscheint zunehmend auch medizinisch ratsam, das Physical Distancing und den MNS ernst zu nehmen, um sich selbst vor lebenslänglichen Leiden und einer womöglich verminderten Lebenserwartung durch das neuartige Coronavirus zu schützen, egal wie jung und egal wie gesund man ist.

Schon deutlich früher, am 7. April 2020, schrieb Prof. Paul Vogt, Schweizer Chirurg und Hochschullehrer, Folgendes über seine Erfahrungen mit Covid-19 (https://www.mittellaendische.ch/2020/04/07/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zuk%C3%BCnftigen-politischen-entscheidungen#gsc.tab=0):

Handelt es sich hier nur um «eine gewöhnliche Grippe», die jedes Jahr vorüberzieht und gegen die wir üblicherweise «nichts» unternehmen – oder um eine gefährliche Pandemie, welche rigide Massnahmen benötigt?

Um diese Frage zu klären, muss man bestimmt keine Statistiker fragen, die noch nie einen Patienten gesehen haben. Die reine, statistische Beurteilung dieser Pandemie ist sowieso unmoralisch. Fragen muss man die Leute an der Front.

Keiner meiner Kollegen – und ich natürlich auch nicht – und niemand vom Pflegepersonal kann sich erinnern, dass in den letzten 30 oder 40 Jahren folgende Zustände herrschten, nämlich dass:

  • ganze Kliniken mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose besitzen;
  • ganze Intensivstationen mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose aufweisen;
  • 25% bis 30% der Pflegenden und der Ärzteschaft genau jene Krankheit auch erwerben, welche jene Patienten haben, die sie betreuen;
  • zu wenig Beatmungsgeräte zur Verfügung standen;
  • eine Patientenselektion durchgeführt werden musste, nicht aus medizinischen Gründen, sondern weil wegen der schieren Anzahl an Patienten schlicht das entsprechende Material gefehlt hat;
  • die schwerer erkrankten Patienten alle dasselbe – ein uniformes – Krankheitsbild aufgewiesen haben;
  • die Todesart jener, die auf der Intensivstationen verstorben sind, bei allen dieselbe ist;
  • Medikamente und medizinisches Material auszugehen drohen.

Aufgrund von 1-8) ist es klar, dass es sich um einen gefährlichen Virus handelt, der dieser Pandemie zugrunde liegt.

Die Behauptungen, eine «Influenza» sei genau gleich gefährlich und koste jedes Jahr gleich viele Opfer ist falsch. Zudem ist die Behauptung, man wisse nicht, wer «an» und wer «wegen» COVID-19 sterbe, ebenso aus der Luft gegriffen.

Vergleichen wir Influenza und COVID19: hat man das Gefühl, bei Influenza seien immer alle Patienten «wegen» Influenza gestorben und nie einer «mit»? Sind wir Mediziner im Rahmen der COVID-19-Pandemie nun alle plötzlich so verblödet, dass wir nicht mehr unterscheiden können, ob jemand «mit» oder «wegen» COVID-19 stirbt, wenn diese Patienten eine typische Klinik, typische Laborbefunde und ein typisches Lungen-CT aufweisen? Aha, bei der Diagnose «Influenza» waren natürlich alle immer hellwach und haben immer die ganze Diagnostik bemüht und waren immer sicher: nein, bei der Influenza sterben alle «wegen» und nur bei COVID-19 viele «mit».

Zudem: wenn es in einem Jahr in der Schweiz angeblich 1600 Influenza-Tote gab, so sprechen wir über 1600 Tote über 12 Monate – ohne präventive Massnahmen. Bei COVID-19 gab es jedoch 600 Tote in 1(!) Monat und das trotz massiver Gegenmassnahmen. Radikale Gegenmassnahmen können die Verbreitung von COVID-19 um 90% senken – man kann sich also vorstellen, welches Szenario ohne Gegenmassnahmen herrschen würde.

Zudem: in einem Monat wurden in der Schweiz >2200 Patienten wegen COVID-19 hospitalisiert und es wurden gleichzeitig bis zu 500 Patienten auf verschiedenen Intensivstationen hospitalisiert. Nie hat jemand von uns auch nur annähernd solche Zustände im Rahmen einer «Influenza» gesehen.

Im Rahmen einer «gewöhnlichen» Influenza erwerben ca. 8% der Betreuenden ebenfalls eine Influenza, aber niemand stirbt daran. Bei COVID-19 werden 25% bis 30% der Betreuenden infiziert und das ist mit einer signifikanten Mortalität verbunden. Dutzende von Ärzten und Pflegepersonen, die COVID-19 Patienten betreut haben, sind an derselben Infektion verstorben.

Zudem: suchen Sie einmal die harten Zahlen zu «Influenza»! Sie werden keine finden. Was sie finden, sind Schätzungen: ca. 1000 oder 1600 in der Schweiz; ca. 8000 in Italien; ca. 20’000 in Deutschland. Eine FDA-Studie (US Food and Drug Administration) hat untersucht, wie viele der 48’000 Influenza-Toten eines Jahres in den USA wirklich wegen klassischer Influenza-Pneumonie gestorben sind. Resultat: alle möglichen Krankheitsbilder wurden unter «Tod durch Pneumonie» subsummiert, so z.B. auch die Lungenentzündung eines Neugeborenen, der bei der Geburt Fruchtwasser in die Lunge aspiriert hat. Die Anzahl der effektiv «wegen Influenza verstorbenen» – Patienten sank in dieser Analyse dramatisch weit unter 10’000 ab.

[…]

Aufgrund des aktuellen Wissensstandes kann man insgesamt nicht von einer «gewöhnlichen Grippe» reden. Und deshalb ist die widerstandslose Durchseuchung der Gesellschaft auch kein Rezept. Ein Rezept, notabene, welches Grossbritannien, die Niederlande und Schweden versucht und nacheinander aufgegeben haben.

Und am 20. April 2020 ergänzte er:

27 führende Virologen aus 9 Ländern (USA, Europa, Australien) haben im «Lancet», einer renommierten, britischen Medizinzeitschrift einen Artikel verfasst («Statement in support of the scientists, public health professionals and medical professionals of China combatting COVID-19»). Weil die Aussage von Bedeutung ist, möchte ich sie hier zitieren:

«The rapid, open, and transparent sharing of data on this outbreak is now being threatened by rumours and misinformation around its origins. We stand together to strongly condemn conspiracy theories suggesting that COVID-19 does not have a natural origin. Scientists from multiple countries have published and analysed genomes of the causative agent, severe acute respiratory syndrome coronavirus 2 (SARS-CoV-2), and they overwhelmingly conclude that this coronavirus originated in wildlife, as have so many other emerging pathogens.»

Dr. Gunnar Jeremias, der Biowaffen-Experte in der «Interdisziplinären Forschungsgruppe zur Analyse biologischer Risiken an der Universität Hamburg» erteilt «Verschwörungstheoretikern eine Absage: „So etwas kann man im besten Labor der Welt nicht herstellen!”

[…]

In Deutschland verstarben zwischen 2001 und 2019 5575 Personen an serologisch bestätigter Influenza und/oder Influenza-Subtypen, also durchschnittlich 310 pro Jahr und das bei einer Bevölkerung von rund 82 Millionen (Robert-Koch-Institut: «Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2018/2019»). In der Schweiz fielen innerhalb von nur 45 Tagen 1368 Patienten COVID-19 zum Opfer – bei einer 10x kleineren Bevölkerung als sie Deutschland besitzt und trotz eines Lock-down, wenn auch eines inkompletten.

Am 21. August 2020 sprach der Infektiologe Franz Allerberger, Leiter einer Forschergruppe, die für das Österreichische Gesundheitsministerium die Ausbreitung der Corona-Pandemie beobachtet, im ORF auf ZIB2 (https://www.youtube.com/watch?v=qjsAy6cEGTk&fbclid=IwAR2aXCOeZAM9SV_dlTUXMGwCH0NkW-MhDrqInLRk4CouIdFyi-UCFCtBzNM). Er glaubt, dass die Infektionen viel weiter verbreitet sind (bis 300.000 allein in Österreich), als bisher angenommen, und dass daher die Sterberate 0,25 % der Infizierten ist, also vergleichsweise sehr gering. Aber er bestätigt, dass Covid-19, auch wenn es symptomlos verläuft, schwere Schäden an vielen Stellen im Körper hervorrufen kann, die sehr lange anhalten: „Ganz anders als bei der Grippe haben wir hier Dauerschäden, die Tage, Wochen, Monate und Jahre anhalten können.“ Das Tragen von Schutzmasken im Freien hält er für unnötig, und auch in Innenräumen sei eine Wirkung bisher nicht nachweisbar.

Hier haben wir also einen recht scharfen Kritiker der momentanen Maßnahmen, von dem aber niemand sagt, dass er ein Verschwörungstheoretiker ist. Da gehört offenbar viel mehr dazu. Beim Zusehen habe ich nicht den Eindruck, Allerberger ist ideologisch motiviert, sondern er argumentiert wissenschaftlich. Offenbar geht das also doch!

24 thoughts on “Die Gefahr durch das Coronavirus

  1. Sabri says:

    Ok, ich ändere meine Sichtweise – ein bisschen. Dass ihr Tierschützer einen Vorteil von den Coronamaßnahmen habt (allerdings verhüllt doch so eine Maske kaum, dich, Martin, erkennt man mit Kuksi und Kind ohne Brille auf 100 Meter Entfernung, ob mit Maske oder ohne?) und sie positiv seht, freut mich sehr – und die Risiko- und Hochrisikogruppen müssen vor diesem Virus geschützt werden, das sehe ich natürlich ein. Aber der Preis, der gezahlt wird, indem man die ganze Gesellschaft einschränkt, scheint einfach wahnsinnig hoch. Es sind keine Grundrechte (mehr) betroffen?! Ich wollte kein Wissenschaftsseminar an der Schule mehr anbieten, sondern ein Praxisseminar, das sollte mit behinderten Menschen stattfinden. Bloß, deren Förder- und Integrationsmaßnahmen werden beschnitten oder gestoppt, wegen der Coronainfektionsgefahr, das ist doch aber ein Grundrecht, wenn ich behindert bin? Also, das geht nicht mehr. Dann dachte ich – nachdem ich zu Hause ein langes Gespräch mit einer Frau aus dem Sozialministerium hatte, die die Behindertenbetreuung koordiniert, allerdings seit April nicht mehr im Ministerium war, um sich nicht anzustecken (in der Schule mit über 1000 Menschen können wir uns scheinbar nicht anstecken) – wenn das also nicht mehr sein soll, dann biete ich ein PraxisSeminar zum Thema Obdachlosigkeit im Münchner Umland an. Seit Corona ist die Zahl der obdachlos gemeldeten Personen deutlich angestiegen, zunehmend sind auch Familien mit Kindern oder Alleinerziehende mit Kindern betroffen, und die Plätze in den Odachlosenunterkünften sind wegen Corona auf fast die Hälfte von vor der Coronazeit reduziert: Die Menschen stehen dann im Winter ohne Notunterkünfte da, und wenn sie sich ein Sofa unter die Münchner Brücken stellen und einen Schlafsack darauf legen, lässt die Stadt das wegräumen, also wenn das kein Grundrecht ist, im Winter einen Raum zum Schlafen zu haben…? Die Pakete mit Essen für Menschen und Hunde hat die Stadt München entfernen lassen, damit die Obdachlosen sich im Gedrängel darum nicht mit Corona infizieren. In unseren reichen Ländern tragen die sowieso benachteiligten Randgruppen die Kosten der Maßnahmen (weltweit gesehen sieht es noch schlimmer aus) – und die Kinder. Es ist ja schön und gut, wenn sie eine (Corona-)Zeitlang weniger an Krankheiten leiden – aber braucht das Immunsystem kleiner Kinder nicht das Krankwerden, um sich aufzubauen? Im Herbst und Winter wird es eh in den Kinderarztpraxen fürchterlich, wenn wir Lehrer die Kinder mit Schnupfen und Erkältung nach Hause schicken müssen und die ‚Eltern, die keine Urlaubstage mehr haben und um ihre Existenz fürchten, ein Attest brauchen, dass ihr Kind kein Corona hat, um wieder in die Schule zu dürfen. Am schlimmsten für mich selbst ist, dass alles, was meinen Beruf mir am schönsten und sinnvollsten gemacht hat, nicht mehr möglich ist: mit Kindern spielen, spielend lernen, in Bewegung lernen, mit unserem (meinem) Schulhund spielen und agieren; die Schule verlassen und woanders lernen…Als der kleine Schulhund seine Trauer darüber, was aus den Schulen nun geworden ist, verarbeitet hatte, hat er beschlossen, nach über fünf Jahren wieder im Altenheim zu arbeiten… aber ins Altenheim darf man natürlich rein gar nicht rein. Ich kenne eine Frau, die im Altenheim lebt, sehr krank wurde, und angeben musste, welche zwei von ihren drei Kindern sie noch besuchen dürfen, um sie vor Corona zu schützen. Das konnte sie nicht entscheiden und wollte sterben. Sie lebt; aber mühsam.
    Es gibt schon Gründe, die Maßnahmen auch kritisch zu sehen. Selbst die Masken – ich habe jetzt in all meinen Gruppen gefragt: Etwa ein Drittel bis ein Viertel der Kinder und Jugendlichen stört sie gar nicht, aber genauso viele leiden sehr und permanent darunter. Es ist einfach besser, zu diskutieren, und alle Sichtweisen zu sehen, anstatt Verschwörungstheorien hochkochen zu lassen (und sich über den menschlichen Verstand schämen zu müssen), da stimme ich Dirk Lenssen voll zu. Für euch freut es mich wirklich – aber bitte seht auch die Anderen.

  2. Dirk Lenssen says:

    „Also ich kenne keinen einzigen Menschen, der auch nur irgendeinen Nachteil von den Coronamaßnahmen hatte.“

    Guten Tag Herr Balluch.

    Das freut mich für Sie und Ihr soziales Umfeld. Anderen ging es da anders. Ich möchte hier drei Beispiele nennen:

    – Einer Freundin wurde verweigert bei ihrer Mutter zu sein, während diese starb. Es durfte aufgrund der Regelung nur ein Angehöriger direkten Kontakt mit ihr haben, dies war dann die Schwester. Sie selbst erlebte den Tod ihrer Mom aus dem Nebenraum durch eine Glasscheibe.

    – Eine andere Freundin arbeitet im sozialen Bereich bei der psychologischen Betreuung von Gewaltopfern, zuvörderst Frauen häuslicher Gewalt. Die hierzu notwendigen Hausbesuche waren wochenlang untersagt, die betroffenen Frauen ohne Hilfe.

    – Gleiche Freundin arbeitet für ein autonomes Frauenhaus. Sie können sich bestimmt vorstellen was da gerade los ist. Wenn der gewalttätige Partner plötzlich den ganzen Tag daheim ist – frustriert weil er seinen Job im Imbiss verlor oder homeoffice macht. Dass sich die Problematik nicht gleich am Anfang der Krise in steigenden Fallzahlen bemerkbar machte, war auch klar: Wann greifen sie zum Telefon um sich Hilfe zu holen, wann treffen sie eine Freundin die ihre blauen Flecken bemerkt und sie zur Flucht überredet, wann trauen sie sich selbst abzuhauen und Hilfe zu holen? Bestimmt nicht wenn der Täter den ganzen Tag neben ihnen sitzt.
    Was hier zudem oft nicht gesehen wird: Es geht nicht allein um diese Frauen, sondern auch um deren Kinder. Und wie viele Kinder mussten den Stress, die Belastungen und den Frust ihrer Eltern ausbaden?

    – Viele Eltern waren mit der Situation vollkommen überfordert. Alleinerziehende konnten von Glück reden, wenn der Arbeitgeber mitspielte und die Betreuung der eigenen Kinder ohne finanzielle Einbußen möglich machte. Nicht alle kamen mit der Situation klar und waren Überfordert. Und was hat all das mit den Kindern gemacht?

    (ich lebe in Deutschland, bin mir aber sicher in Österreich gibt es ähnliche Beispiele)

    Kritik und Widerstand sind das Kennzeichen einer gesunden Demokratie und ihr eigentliches Erfolgsrezept – sie ermöglicht deren Adaption und Optimierung. Doch wurde diese Stärke von Anfang an verhindert oder verschenkt. Verhindert unter anderem von den Medien, da Kritik gleich als mangelnde Solidarität stigmatisiert wurde. Verschenkt wurde sie unter anderem von den Intellektuellen und Meinungsbildenden.

    Und nun? – haben wir immer mehr Menschen die sich einer Widerstands-Bewegung anschließen, welche zum Teil irrationale und vollkommen absurde Verbindungen konstruiert und somit Ängste, Unwissenheit und Überforderung ausnutzt. All das mittels teilweise verqueren Aussagen und Gedanken, welche argumentativ nicht zu widerlegen sind, da sie sich auf Glaubenssätze beziehen.
    Der dringend notwendige Widerstand verkommt zur Lächerlichkeit und wird von Menschen angeführt, welche intellektuelle Redlichkeit vermissen lassen und letztendlich die Kritik insgesamt mit in den Abgrund ziehen und deren Wirksamkeit verhindern.
    Die Verantwortung dafür liegt aber auch bei denen, die bisher geschwiegen haben.

    Es bleibt aber dennoch die Hoffnung, dass sich das nun ändert und eine wirkungsvolle Kritikbereitschaft wächst: auf Basis respektvollem Umgangs miteinander, wissenschaftlichen Fakten, konstruktiver Vorschläge, Kooperation und möglichst ohne noch mehr Angst zu schüren. Denn der Mensch entscheidet sich zuvörderst für das, was ihm am wenigsten Angst macht. Und ja, es gibt viel zu kritisieren, denn die sogenannten Kollateralschäden der bisherigen Maßnahmen sind für viele Menschen brutal, leidvoll und nicht hinnehmbar.

    Ich würde mir sehr wünschen, dass auch Sie diese Kritik in Ihrer Arbeit aufnehmen und dabei helfen, ihr Gehör zu verschaffen.

    Bleiben Sie gesund & heiter, trotz alledem.
    D.

  3. Robin says:

    @Martin Balluch
    Das Video ist grenzwertig skurril.
    Hier eine etwas längere Fassung, die auch das Vor- und Nachspiel zeigt: http://querdenken-in.at/downloads/Fahnenszene_Kamera_Q-5574-AT.mp4
    Die Wut der Frau richtet sich gegen das Herz in der Fahne, das einem Pädophilie-Symbol ähnelt. Beim Hakenkreuz wissen alle wofür das Symbol steht aber das sog. Doppelherz kennt fast niemand. In den USA listet das FBI das Doppelherz tatsächlich in diesem Kontext. Damit ist zumindest klar, wen die Frau aus der Gesellschaft ausgegrenzt sehen möchte. Das Video zeigt auch die Zuschauer, die von dem erzwungenen Themenwechsel überrascht und irritiert sind. Nur wenige applaudieren verhalten.
    Noch etwas mehr über die peinliche Situation verrät folgender Artikel:
    https://www.wochenblick.at/sie-hat-die-paedo-fahne-zerrissen-jetzt-spricht-die-aktivistin/
    Erschütternd ist, wie leichtfertig die Medien die Meinung der Menschen irreleiten und so aus dem Nichts Konfliktstoff erschaffen.
    Bedauernswert die Demo-Teilnehmer: Sie wollen ihre Ablehnung von zusätzlicher staatlicher Bevormundung ausdrücken und finden Bühnenkasperln vor, für die man sich nur fremdschämen kann, und schließlich werden alle noch mit einem Kübel mediengemachter Homophobie übergossen.
    Und Martin, ich bezweifle auch stark, dass eine allgemeine Maskenpflicht Dir mehr Anonymität bringt, da gerade Dich die Algorithmen schon an der Statur erkennen.

  4. Alex Winter says:

    „Wann ist schon wichtig: wenns in 10 Jahren wäre, oder 15, dann könnten die meisten der heute 80 oder 90 jährigen gesund weiterleben bis zu einem Tod aus anderen Gründen.“ Also bitte wer redet hier von 10 bis 15 Jahren? Hat der Bundeskanzler nicht gesagt nächsten Sommer ist die Pandemie vorbei? Aber wenn es massenhaft schlimme Langzeitfolgen gäbe und sich sowiso 70% innerhalb von Monaten, nicht Jahren, infizieren, na dann wärs mir eigentlich egal ob ich im April oder erst im Oktober dauerhaft Corona-geschädigt bin. Aber es scheint Gott sei Dank nicht so zu sein. Glauben Sie wirklich, daß ein Lockdown von ein paar Wochen Todesfälle für 10 bis 15 Jahren reduzieren kann und dadurch die 80 jährigen 90 werden? Das kann man doch nicht wirklich glauben. Dazu bräuchte es einen Lockdown für 10 Jahre. Oder am besten einen Dauerlockdown. Weil das wird nicht der letzte gefährliche Virus sein….

  5. Daniel says:

    Moin,

    ich stimme im Wesentlichen mit Dir überein, eine Sache ist mir jedoch unangenehm aufgefallen.
    Du zitierst Paul Vogt mit „In Deutschland verstarben zwischen 2001 und 2019 5575 Personen an serologisch bestätigter Influenza und/oder Influenza-Subtypen …“
    Abgesehen davon, dass die 5575 falsch addiert scheint, der RKI-Bericht kommt auf knapp 4600 bestätigte Fälle, ist die Zahl auch nur begrenzt aussagekräftig.
    Das RKI schreibt selbst im von Vogt verwendeten Bericht: „Auch die gemäß IfSG an das RKI
    übermittelten Todesfälle bilden keine Grundlage für Hochrechnungen. Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen wird Influenza auf dem Totenschein häufig nicht als Todesursache eingetragen, selbst wenn im Krankheitsverlauf eine Influenza labordiagnostisch bestätigt wurde und wesentlich zum Tod beigetragen hat (siehe auch Tab. 3).“
    Deswegen werden sog. „Exzess-Schätzungen“ vorgenommen. „Während hinreichend starker Influenzasaisons kann ein Mortalitätsanstieg beobachtet werden, der mehr oder weniger deutlich über die Hintergrundmortalität hinaus geht und der Influenza zugeschrieben wird. Dieser kann mittels statistischer Verfahren geschätzt werden und wird als Exzess-Mortalität bezeichnet.“
    „Konservativ“ geschätzt gab es in den letzten 10 Jahren vier Saisons mit jeweils über 20.000 Todesfällen durch Influenza in Deutschland.

    Deswegen ist Covid-19 trotzdem kein ’normales Grippe-Virus‘, aber Vogt tut der Sache keinen Gefallen, wenn er die Grippe-Zahlen auf diese leicht durchschaubare Weise herunterspielt.

  6. Sabri says:

    Sabri 3

    Ich möchte darauf hinweisen, dass ich kein Coronaleugner bin – natürlich nicht, noch habe ich meinen Verstand nicht verloren. Ich bin einfach ein Mensch, der in er ersten Zeit des Lockdowns aus so vielen Alpträumen schreiend aufgewacht ist wie in der restlichen Zeit des Lebens zusammen genommen nicht, weil ich schreckliche Angst hatte. Wenn sie an die Grundrechte gehen – wo werden sie Halt machen? Wen werden sie weiterhin schützen, wen nicht? Was wird mit meinem Hund geschehen, wenn sie erforschen, dass er das Virus überträgt? Unter welchen Bedingungen werden sie das erforschen? Wohin können wir fliehen, wenn der Staat ihn mir nehmen und töten will, wird Schweden eine Zuflucht? Wie und wie lange überleben wir dort? Wie kümmern sie sich um die Obdachlosen (gar nicht! – Die Stadt München hat die Tüten mit Nahrung für die Obdachlosen und ihre Hunde, die an die Wittelsbacher Brücke von empathischen Münchnern gehängt wurden, entfernen lassen mit der Begründung, die Obdachlosen könnten sich mit Corona infizieren, wenn sie sich um die Tüten drängen, diese städtische Begründung ist doch der reinste Hohn), wie um die Menschen in den völlig überfüllten Asylbewerberheimen (das wurde ein Nebenthema), wie um die Kinder, die eingesperrt sind, welche Regeln gelten nun in der „Notsituation“ für die Experimente, die sie mit Tieren machen (ich weiß es von einem Forschungsinstitut…), wie forschen sie in anderen Ländern mit Menschen, sobald sie Impfstoffe suchen? Wie viele Menschen werden sterben durch die Bedingungen, die jetzt gelten? Und so weiter und so fort… Nächte können lang sein! Ich möchte darauf hinweisen, dass ich wirklich nicht alleine war mit meinen Befürchtungen,. Einen offenen Brief des International Institute for Democracy and Electoral Assistence, in dem gewarnt wurde, die Coronamaßnahmen bedrohen die Zukunft freiheitlicher Demokratien, haben allein 13 Nobelpreisträger unterschrieben!
    Wenn ich etwas erlebt hätte wie der Arzt in dem Bericht mit der schwarzen Hand, wäre die mir auch zum Menetekel geworden – aber ich habe ganz andere Dinge erlebt. Eine mir gut bekannte 28-jährige Frau, die das Pech hatte, im April an einem Grippevirus zu erkranken und nicht an Corona, und die bei den auftrenden Komplikationen nicht rechtzeitig ins KH aufgenommen wurde, um Coronabetten freizuhalten, die weitgehend leer blieben – sie ist jetzt seit vier Monaten mit geschädigtem Herzen arbeitsunfähig zu Hause. Unsere Hundeomi, die vor Corona stundenlang mit zwei Hunden lief, brauchte eine BypassOp, die aber wegen Corona zwei Monate lang verschoben wurde – nun ist die alte Dame ein Pflegefall und läuft alleine wenige Meter am Rollator. Ich kenne durch den Lehrerberuf viele Menschen, aus deren Familie jemand an Corona erkrankt war, aber davon keinen einzigen Menschen, der einen ernsthaften Verlauf durchlitten hat oder gar gestorben wäre. Aber Menschen, deren Existenzen zerbrochen sind aufgrund der Maßnahmen , kenne ich etliche. Ich weiß von Menschen, die in der letzten Zeit Angehörige verloren haben und sich nicht von ihnen verabschieden konnten. Ich fand meinen Beruf weitgehend sinnvoll und mochte ihn, bevor Corona kam – und ich frage mich, wie ist all das möglich? – Vor wenigen Tagen stand im Internet ein Bericht über eine deutsche Professorin, die davor warnte, dass die Coronadiskussion die Gesellschaft in zwei extreme Lager spaltet, als könnte es nur Coronamßnahmenbejaher und Coronaleugner geben, und der ganze Zwischenbereich der Diskussion entfällt. Das ist sicher auch nicht gesund für eine demokratische Gesellschaft! Leider finde ich den Bericht nicht mehr. Naja, egal, ich erzähle ja jetzt eh Geschichten – die haben in Zeiten wie dieser viel zu sagen!

  7. Martin Balluch says:

    @Sabri
    Also ich kenne keinen einzigen Menschen, der auch nur irgendeinen Nachteil von den Coronamaßnahmen hatte. Alle in meiner Umgebung hat die Isolation gefreut, und die Aufhebung des Verhüllungsverbots sogar sehr. Aber das heißt nichts. Auch Deine persönlichen Erfahrungen heißen nicht viel, auch wenn sie vielleicht mehr heißen als meine, weil ich keinen Lehrberuf habe, und dadurch weniger Menschen kenne. Aber was es braucht ist eine wissenschaftliche Arbeit darüber, was die Isolationsmaßnahmen für Konsequenzen hatten. Und dann muss man nach bestem Wissen und Gewissen abwägen. Ohne Isolationsmaßnahmen, sagt man mir von berufener Seite (d.h. von vielen berufenen Seiten), wären 70 % infiziert worden. Wenn die obige Statistik nur halbwegs stimmt, dann hätte das allein in Österreich einige 100.000 Tote bedeutet, und darunter mit großer Wahrscheinlichkeit zumindest einer meiner Eltern, weil die im Hochrisikobereich sind. Also mein Eindruck: die Isolationsmaßnahmen haben meinen Eltern das Leben gerettet. Das ist schon einmal was, und einiges an Nachteilen wert.

    Mein Bruder ist Kinderarzt und hatte seine Ordination die gesamte Zeit durch offen. Er sagt mir, dass sehr viel weniger Kinder krank waren als sonst. Seine Begründung: weniger Kontakt zu anderen Kindern und weniger andere Krankheiten aufgrund der Isolation. Klingt für mich auch positiv. Aber nur persönliche Erfahrungen.

    Und der Klimawandel. Die Daten zeigen einen deutlichen Knick im CO2 Verbrauch. Super. Vielleicht haben die Menschen auch gelernt, dass man ohne so viel Konsum und ohne so viel Verkehr auskommen kann? Wäre super.

    Zur Zeit der Spanischen Grippe, die etwa 50 Millionen Menschen getötet hat (schwierig genaue Daten zu haben, weil halt viele „mit“ der Grippe und nicht unbedingt „an“ ihr gestorben sind, wie halt immer), haben manche Städte totale Isolationsmaßnahmen getroffen und Schutzmasken getragen und andere nicht. Und wie bei Corona gab es in den Städten ohne Schutzmaßnahmen urviel mehr Tote. Die Spanische Grippe und Covid19 sind meinem Eindruck nach nicht unähnlich in Übertragungsart und Gefährlichkeit.

    Also zusammengefasst: ich bin ideologisch dem gegenüber total offen. Wenn mir Expert_innen erklären, eine Isolation und/oder Schutzmaske ist wichtig, dann mache ich gerne mit. Wenn sich herausstellt, das ist oder war nicht so, dann ist mir das auch recht. Lieber man irrt sich mit zu viel Schutzmaßnahmen als mit zu wenig. Was ich nicht verstehe: die Ideologisierung des Ganzen. Also die Annahme, das sei alles nur erfunden oder eine Verschwörung von irgendwem oder ein geplanter Angriff auf Grundrechte. Das halte ich für völlig absurd.

    Zuletzt: was ist noch einmal der Angriff auf Grundrechte? Doch wohl nicht, dass ich Isolationsmaßnahmen einhalten soll? Ich bin sehr empfindlich in Sachen Einschränkung von Grundrechten, weil das dauernd geschieht, aber ich spüre das hier überhaupt nicht. Auch der VGT hat sehr viele Demos und Veranstaltungen absagen müssen. Aber es gab niemanden im VGT, der dafür kein Verständnis hatte. Jetzt gehts ja eh wieder. Also was ist das Problem? Dasselbe gilt für Schutzmasken. Das schränkt doch nicht meine Grundrechte ein, wenn ich eine derartige Schutzmaßnahme für andere treffen soll. Gesetzt sie wirkt. Und wenn sie nicht wirkt, ist auch nichts verbongt. Hatte ja keinen für mich erkennbaren Nachteil. Wie gesagt: eine sehr sehr ernste Einschränkung meiner Grundrechte war das Verhüllungsverbot und zahlreiche andere Gesetze in letzter Zeit: Einschränkungen für die Demofreiheit, kein anonymes Telefonieren mehr, Überwachung auf allen Ebenen, Kameras auf der Autobahn etcpp, DAS sind sehr ernste Einschränkungen meiner Grundrechte. Da kannst Du Alpträume haben. Aber, umgekehrt, weil ich eine Maske tragen soll, die endlich meine Anonymität und damit Privatsphäre sichert? Warum schränkt das meine Grundrechte ein? Das erweitert sie eher! Also ich kapiere ernsthaft nicht, was das Problem sein soll.

  8. Alex Winter says:

    „Ohne Isolationsmaßnahmen, sagt man mir von berufener Seite (d.h. von vielen berufenen Seiten), wären 70 % infiziert worden.“

    welche „berufenen Seiten“ sind das denn? Das stimmt doch alles so überhaupt nicht. Das sich 70% infizieren werden wurde sogar erwartet. Halt nicht alle zur gleichen Zeit. Es ging doch immer nur darum, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten aber doch niemals darum die Infektion zu verhindern, was doch komplett unmöglich ist.

    https://www.n-tv.de/panorama/Woher-kommen-diese-60-bis-70-Prozent-article21634342.html

  9. Martin Balluch says:

    Von den 70 % Infizierten haben sowohl die Expert_innen von der deutschen wie von der österreichischen Bundesregierung gesprochen. Zusätzlich einige mehr. Dass 70 % nicht sowieso kommen, verdanken wir dem „Hammer und Tanz“ Prinzip, das Tomas Pueyo so anschaulich beschrieben hat, Übersetzung siehe https://www.eurogroupforanimals.org/news/slaughter-equidae-now-prohibited-law-greece

  10. Alex Winter says:

    „Hammer und Tanz“ Prinzip: ja und? Wäre doch völlig egal WANN sich die 70% infizieren, wenn es nicht um die Intensivbettenauslastung ging…Wenn Sie behaupten Corona sei so arg daß einem die Hand abfällt, oder diverse „Organlangzeitschäden“ wie man nun in der Sensationspresse liest, dann ist es doch wurscht ob die Hand Dank Masken und Maßnahmen statt im März erst im Oktober abfällt oder die Organe statt im April erst im November dauergeschädigt werden… Darum ging es wie gesagt bei den Maßnahmen aber sowiso nie. Es ging nicht darum, irgendjemanden vor Corona, abfallenden Händen und möglichen Langzeitschäden zu retten sondern immer nur um die Auslastung der Spitalsbetten. So realistisch muss man doch bitte sein. Die abfallenden Hände und Langzeitschäden halten sich Gott sei Dank dermaßen in Grenzen, daß man davon so gut wie nie etwas hört. Die Geschichte mit der Hand war so ein Einzelfall, der gerade mal 4 Zeilen in der online Krone hatte. Das wars dann. Seither keine abgefallene Hand mehr in ganz Österreich.

  11. Martin Balluch says:

    @Alex Winter
    Wann ist schon wichtig: wenns in 10 Jahren wäre, oder 15, dann könnten die meisten der heute 80 oder 90 jährigen gesund weiterleben bis zu einem Tod aus anderen Gründen.
    Aber in dem Artikel wird das doch eh genau diskutiert: der Hammer reduziert die Infektionsraten und befreit die Intensivstationen vom großen Druck. Mit freien Intensivbetten sterben, Hausnummer, nur mehr 1/10 von denen ohne Intensivbetten. Und vielleicht wird eine Impfung gefunden, die auch wirkt. Dann ist die Zeit der wichtigste Faktor um eine Durchinfektion von 70 % zu verhindern.

  12. Sabri says:

    Sabri 2

    Das Einzige, was mir Sorgen macht, ist das Personal, sein Umgang mit den Menschen außer Haus, mit Tieren natürlich, das Herumwühlen in unhygienischen Lebensmitteln, in Erde geradezu, eigentlich sollte man das verbieten. Ich sehe noch nicht ganz, wie das zu handhaben ist, aber ich berate mich mit wohl situierten Freunden, man steht ja nicht ganz alleine da auf der Welt mit seinen Problemen. Ich bin sicher, eine Lösung wird uns einfallen, bevor wir die 100 erreicht haben! Das war ein Scherz, Sie wissen sicher, dass Methusalem 120 Jahre alt geworden ist, und wir werden hier nicht fortgehen, bevor nicht unser letztes Stündlein geschlagen hat.
    Einiges hat sich verändert… meine Frau ist gestorben. Nicht, dass mich das sehr erschüttert hätte. Aber bevor sie gestorben ist, hat sie mir ein Implantat geschickt. Sie wissen schon, diese Chipinnovation, die direkt ins Gehirn gelangt und die Gedanken oder Briefe des Urhebers in die eigenen Gedanken implantiert, ohne dass man den ganzen Sermon zeitaufwändig lesen müsste wie dies hier. Ich habe die Annahme des Implantats natürlich abgelehnt. Daraufhin hat sie mich angerufen und gesagt, ich solle einsehen, dass es nicht so weitergehen könne wie bisher und ihr versprechen, das Haus meiner Väter zu verlassen und die Dienerschaft oder Tierschaft unten zu entlassen, bevor es zu spät sei. Für unsere Kinder sollte ich das tun! Bevor ich auflegen konnte, denn ihre Anforderung war die reinste Zumutung, für die unten ja auch, nicht nur für mich oben, wie sollten die plötzlich in Freiheit sich zurechtfinden können – war sie tot. Sie musste immer das letzte Wort behalten!
    Ich fühle mich nicht gut, nicht so wie ein alter Mann, der bald sterben könnte, eher so wie ein Mann, der den Anzug einer Grippe fühlt. Einige meiner Kinder haben sich an mich erinnert und wollen, dass ich zur Beerdigung komme. Das werde ich sicher nicht tun… in diesem Zustand. Es ist so weit gekommen, dass ich mich vor meinen eigenen Kindern in Acht nehmen muss. Falls es die meinen sind – ich muss zugeben, ich erkenne sie nicht mehr alle, und wenn sie zu Besuch kommen, was selten geschieht, tragen sie Masken und sprechen mit dumpfer Stimme aus einem großen Abstand zu mir. Das habe ich selbst so angeordnet, soweit ich mich erinnere, denn als ihre Mutter tot war, sind die Kinder oder die Fremden zu einer Bedrohung für mich geworden. Es liegt Gefahr in der Luft. Wenn ich nicht vorsichtig bin, geht des zu Ende mit mir, das Haus meiner Väter wird zerfallen, und meine Nachfahren, zahllos wie Abrahams Sternenkinder, werden sich ins Universum zerstreuen. Die Fenster im Haus sind mehrfach verglast, und dennoch riecht es nach Öl. Wenn ich auf einen Balkon hinaustreten möchte, zieht ein Sturm auf und das Meer wirft nach mir mit spitzen Plastikteilen wie mit Speeren.
    Aber ich gebe nicht auf. Vielleicht habe ich doch ein Implantat bekommen. Meine Frau hatte Recht! Ich werde noch einmal heiraten. Eine junge Frau, die gut riecht und vollkommen echt ist. Wozu habe ich Ansehen und Einfluss? Und dann ziehen wir frisch Vermählten ins oberste Stockwerk und genießen die Aussicht. Wer zu uns kommt, der bleibt auf Abstand. Vor die Tür werde ich nicht mehr gehen. Nur ein einziges Mal vielleicht noch. Sollte bei all unserem Sex noch einmal ein Kind herauskommen, das ziehen wir nicht mehr groß, das Baby bette ich in ein Körbchen aus Moos wie Moses und öffne unten die Tür, wo das anströmende Wasser es mir aus den Händen reißen wird wie den Kindern ihre Luzienhäuschen, wenn sie sie aufs Wasser setzen; kurz vor Weihnachten, der schönsten Zeit des Jahres.
    —-

  13. Sabri says:

    Sabri 1
    Auch wenn das Gespräch über das Thema Corona für beendet erklärt wurde, möchte ich bitte noch etwas dazu sagen. Weil ich in den Bergen war, hatte ich kein Netz, sonst hätte ich früher geschrieben.
    Ich bin aus einer Familie, deren Hauptstamm aus Mathematikern und Naturwissenschaftlern besteht und hatte das Pech, als Geschichtenerzählerin geboren zu werden, mit 13 Jahren habe ich den ersten Preis „Jugend schreibt“ eines Bundeslandes gewonnen. Inzwischen gibt es seit längerem nur noch „Jugend forscht“ zu gewinnen, die schreibende Jugend ist fallen gelassen und nicht in ein Boot gesetzt worden, sondern ins Wasser gefallen. In diesem Blog habe ich in den letzten Jahren öfters mir wichtige Themen kommentiert, und noch nie irgend etwas geschrieben, was ausgedacht war (das ein oder andere habe ich vergessen zu schreiben, was mich nachher geärgert hat, aber ausgedacht habe ich nie etwas) – wenn Aussagen fiktiv klangen, dann hat das Leben sie ausgedacht, nicht ich. Aber gleich werde ich es tun. Denn ich glaube nicht, dass zu unseren (Corona-)Problemen nur die Naturwissenschaftler etwas zu sagen haben, und auch nicht, dass es alleine mehrere Hände voll Politiker sind, die ein Staatsschiff steuern können. Wir werden hier alle Wahrheiten brauchen können, an die wir gelangen können, um nicht unterzugehen, und deswegen werde ich eine Geschichte erzählen.
    ———-
    Ich bin ein alter Mann, der sehr nahe am Meer wohnt. Ich weiß, dass das Haus zu nahe am Meer steht. Aber meine Vorfahren haben das Haus bauen lassen – ich bewohne es nur. Es ist nicht irgend ein Gemäuer, sondern ein sehr prächtiges Bauwerk, es hat unzählige Stockwerke, bietet ungeheure Annehmlichkeiten, in meiner Lebenszeit sind allein Saunen, ein Whirlpool und Massagesalons zur Ausstattung hinzugekommen, das Leben in diesem Haus ist im Grunde Luxus pur. Nicht meine Vorfahren selbst haben es gebaut, das wäre ihnen zu mühsam gewesen, andere Menschen bauten es, die im Grunde Tiere waren, wenn man sie durch ein Fernrohr betrachtete, schon Galileo Galilei wusste, was für ein Lügenbold, das Fernrohr zu schätzen, und auch meine Vorfahren liebten die Technik. Wir echten Menschen wohnen in prächtigen Häusern, und die Tiere in, nun ich möchte nicht sagen in Ställen, ich sage in Behausungen in den unteren Stockwerken. Ob dort Stroh liegt? Ach, schweigen Sie doch bitte! Wo sollte auch das ganze Stroh herkommen? Seit längerem rückt das Meer näher, das wusste schon meine Mutter, aber sie sagte, wir schweigen darüber, Vater liebt es nicht, darüber zu reden.
    Unser Haus hat viele Stockwerke, wenn das Wasser steigt, ziehe ich ein Stockwerk höher, dann bemerke ich den steigenden Meeresspiegel kaum. Das mache ich schon seit langem so, es ist nicht der Rede wert. Jedenfalls komme ich bei normaler Windstärke noch aus dem Haus, ohne nasse Füße zu bekommen. Je höher ich wohne, desto besser ist der Ausblick. Unsere Kinder, viele hatten wir, meine Frau wurde ständig schwanger, mit 53 bin ich noch Vater geworden, falls es nicht mit 63 war, das ganze Haus war voll von uns, das können Sie sich kaum vorstellen, wie das hier vor Menschen geradezu überquoll – also unsere Kinder wollten plötzlich nicht mehr mit uns in den Urlaub fliegen. Dabei hätten wir über einen kleinen Landeplatz für unseren Familienjet nachdenken können, das Geld wäre da gewesen, jede Bank wäre bereit gewesen, uns weitere Kredite zu geben, das ist auch nichts besonderes, wie Sie vielleicht meinen, ich nehme jedes Jahr Kredite auf – das garantiert ja unser Leben. Alle Kontinente hatten wir mit dem Nachwuchs schon bereist, da waren die Jüngsten nicht einmal aus der Pubertät heraus – aber plötzlich fanden sie alles schlecht, was unser Leben wunderbar gemacht hatte, und eines Freitags haben sie uns verlassen. Kurz danach ist auch meine Frau ausgezogen. Der Auszug war lächerlich, die ganze Person war im Grunde nicht zurechnungsfähig, kaum zu rationalen Überlegungen fähig, das kam vielleicht von den vielen Geburten. Jedenfalls meinte sie, im Haus sei kein Platz für sie, das war sicher ein fehlerhafter Gedanke, denn das Haus stand ja nun fast leer, nur die Dienerschar wuselte unten herum, aber die wird nach und nach durch Roboter und KIs ersetzt, die arbeiten effektiver und sind anspruchsloser. Sie wolle näher an der Erde wohnen, sagte sie – soll sie sich meinetwegen in eine Erdhöhle eingraben! Ich trauere ihr nicht nach!, sie ist auch natürlich nicht mehr so schön anzuschauen gewesen wie in den früheren Jahren, und hier oben gibt es einen permanenten Lichteinfall, da bleibt nichts verborgen. Das Einzige, was an ihr nicht gealtert ist, war im Grunde ihre Prothese, eine wunderbare Beinprothese, nicht etwa eine Rippe, ein ganzes Frauenbein, allein die zarten Sehnen und die kleine Kniescheibe, zum Anbeißen schön, und die Prothese hat sie hier gelassen, beinlos ist sie fortgekrochen, das war meine Bedingung. Sie steht neben dem Whirlpool, und wenn ich mal was Schönes zum Anschauen brauche und von den Tieren keines Lust hat… Sie verstehen mich. Die Prothese ist immer bereit.
    So lebe ich, so lebe ich. Und ich habe nicht vor, hier so bald abzutreten. Das, was wir uns aufgebaut haben, ist ein Leben, das sie sich früher nicht einmal hätten erträumen können. Ich habe genug Bewegung, ein Fitnesssalon mit Meerblick ist vorhanden, ich besuche ihn ab und zu, aber mein Blutdruck ist höher als mein -Arzt es für gut befindet. Er könnte auch meine Betablocker erhöhen, aber er ist ein wenig stur geworden in der letzten Zeit, er meint, das könnte mit den Medikamenten kollidieren, die ich gegen die Abstoßung nicht körpereigener Organe einnehme. Wobei das in meinen Augen auch kein Problem darstellt, nur die eine Herzklappe aus Schweinematerial sollte mal erneuert werden.
    (Ich muss den Post unterbrechen, der PC wird zu langsam.)

  14. Martin Balluch says:

    Auf der „gegen Corona“ Demo in Berlin wurden Bilder gezeigt, auf denen die Demonstrant_innen Putin hochleben lassen. Es berichten ja auch nur so obskure, Putin nahe Sender wie RT und KenFM so begeistert von den Demos. Dass Putin ein vielfacher Mörder ist, zeigt sein neuester Mordversuch an Regimekritiker Nawalny: https://orf.at/stories/3179814/

    Dass man vollkommen emotionslos und naturwissenschaftlich Kritik an Schutzmasken und Faceschildern üben kann, beweist wieder eine Studie aus den USA: https://science.orf.at/stories/3201546. Warum demonstrieren statt die Wissenschaft die Fakten herausfinden zu lassen? Und sogar das Staatsfernsehen ORF bringt diese Fakten. Widerspruch zur Annahme, dass die konventionellen Medien alle gekauft sind und keine Kritik geäußert werden darf. Aber wenn man nicht rational sondern ideologisch diese ganze Sache angeht, dann sind auch Widersprüche kein Problem. Noch nie hat eine Ideologie aufgrund eines Widerspruchs umgedacht.

    Der ORF berichtet auch von der Kollision zweier sehr massiver Schwarzer Löcher, gemessen mit dem Gravitationswellendetektor: https://science.orf.at/stories/3201554. Für mich ein ganz ähnlich gelagertes Problem. Habe schon sehr oft totale Laien über die Existenz oder Inexistenz von Schwarzen Löchern fachsimpeln gehört, ohne dass die überhaupt im Entferntesten kapieren, was die Einsteinschen Feldgleichungen oder Gravitationswellen sind. Aber sie wissen (angeblich), dass es Schwarze Löcher gar nicht gibt und alles nur eine Verschwörung ist. Schuster bleibt bei deinem Leisten. Über naturwissenschaftliche Dinge muss man die Naturwissenschafter_innen reden lassen und darf nicht dreinquatschen. Bei Schwarzen Löchern genauso wie beim Coronavirus.

  15. Robin says:

    Ich war vor vielen Jahren auf einer Demo wegen dem Lissabon-Vertrag der EU. Dort waren viele eher biedere Leute, die sich, wie ich, mit dem Thema beschäftigt hatten und eine Volksabstimmung über den Vertrag wollten. Für die Berichterstattung in der ZIB hatte der ORF eine Gruppe berüchtigter Rechtsradikaler am Rande der Demo aufgespürt und vorwiegend diese ins Bild gesetzt. Deja-vu?
    Ö1 hat ein bemerkenswertes Interview mit Prof. Habitsch (Immunologe) online, das klar macht, wie Tatsachen verdreht, Angst geschürt und der Wissenschaftler zum Hofnarren der Politik wird:
    https://oe1.orf.at/player/20200903/611326 -ist leider nur mehr wenige Tage online.
    Als informierter Bürger kann man sich sehr wohl eine fundierte Meinung zu den Schutzmaßnahmen bilden, und man muss keine Henne sein, um ein faules Ei zu erkennen.

  16. Martin Balluch says:

    @Robin
    Also was ich von Coronaleugner_innen so höre und Emails bekomme, passt gut in das Bild im SpiegelTV. Ich rede von Rubikon, Wodarg, Arvay and co. Es ist mir vieles an dem allen völlig unklar. Wie z.B. warum das irgendwen interessiert ob es eine Maskenpflicht gibt oder nicht. Ist das wirklich wichtig? Wieso? Und warum ist das irgendwem wichtiger als das Gegenteil, das Verbot sich zu verhüllen? DAS ist ja wirklich eine sehr radikale Einschränkung von Grundrechten. Ich verstehe also die Aufregung nicht. Da gibts eine Pandemie, die Wissenschaft forscht verzweifelt und die Politik versucht darauf aufbauend zu handeln. Alles nicht so einfach und natürlich kann etwas falsch laufen, aber diese Coronaleugnerei hat ja eine ganz andere Agenda: da gehts offenbar darum, dass irgendwer die ganze Welt an der Nase herum führt und irgendwas (abwechselnd: das Virus selbst, oder seine Gefährlichkeit oder die Wirksamkeit von Maßnahmen oder was weiß ich) vortäuscht. Und diese Ansicht ist so – Entschuldigung – jenseitig, dass ich hier das Gespräch beende.

    Ich sage es gerne noch einmal. Man muss trennen in die naturwissenschaftliche Seite der Diskussion und in die politische Seite AUF BASIS NATURWISSENSCHAFTLICHER ERKENNTNISSE. Entweder man diskutiert über die wissenschaftlichen Erkenntnisse, dann aber bitte auf dem Niveau, auf dem diese Forschung stattfindet. Und da können praktisch alle von uns nicht mitreden. Da haben wir einfach auf Expert_innen zu hören, alles andere ist Quatsch. Und dann kann man nicht nur, sondern muss sogar, darüber mitreden, wie auf Basis der hinzunehmenden wissenschaftlichen Erkenntnisse Maßnahmen gesetzt werden.

    Mir sind ja Isolation und Maskentragen nicht nur wurscht, sondern ich finde beides sogar persönlich gut. Aber unabhängig davon brauchts wissenschaftliche Forschung dazu, ob diese oder jene Maßnahme auch wirklich diesen oder jenen Effekt hat. Diese Ergebnisse hat man hinzunehmen. Kürzlich gab es ja wieder Experimente in den USA zum Vergleich der Wirkung der Schutzmaske und des Face Shield. Niemand von uns kann solche Experimente selbst durchführen. Wir müssen diese Ergebnisse also hinnehmen, weil wir keine Grundlage haben, dagegen zu argumentieren. Unsinn wie, aber das glaube ich nicht blabla, ist heiße Luft und sonst nichts. Ergebnisse von Experimenten müssen wissenschaftlich widerlegt werden, man kann sie nicht einfach wegdiskutieren, weil man sie nicht mag.

  17. Robin says:

    Wenn man deine Argumentation auf den Tierschutz anwendet, dann wären die Wissenschatler, die Tierversuche publizieren, die Tierärzte und Jägermeister die Experten für Tierleid und Tierschutz, und der VgT dürfte in der komplexen Materie gar nicht mitreden („blabla“ und „Gebrabbel“) und du wärst in der Rolle des Verschwörungstheoretikers.

  18. Martin Balluch says:

    @Robin
    Was sagst Du zum Zerreissen einer Homosexuellen-Flagge auf der Bühne einer Anti-Corona Demo in Wien „unter tosendem Applaus“? War in allen Medien, u.a. https://www.krone.at/2225783. Seltsam dabei eine verlinkte Seite, die als Rechtfertigung versendet wurde. Darin spinnen sich die Schreiber_innen der Seite darüber aus, dass überall plötzlich geheime Zeichen weltuntergangsmäßig auftauchen usw. Das ist schon alles sehr seltsam. Und in Deutschland hat die Informationsstelle Antisemitismus bei 123 Anti-Corona Demos Antisemitismus identifiziert. Ich weiss ja nicht, ob das stimmt, aber gegen „die Juden“ hat es auch immer schon Verschwörungsmythen gegeben, z.B. die rituellen Kindstötungen, wie beim Anderl von Rinn. Ist das alles nicht gefährlicher als Maßnahmen gegen eine Pandemie?

    Das zum Beispiel, Gesichtserkennungssoftware der Polizei auf den Straßen Österreichs, halte ich für 1000 x gefährlicher: https://orf.at/stories/3180530/. Da werden wirklich Grundrechte bedroht und das wird wirklich zu einem autoritären Staat führen, wenn wir nicht aufpassen.

    Zu Deinem Statement: ich würde nie gegen etablierte wissenschaftliche Fakten argumentieren, außer es gibt wissenschaftlich fundierte Zweifel. Über die Ethik der Wissenschaft müssen wir sogar alle mitreden. Abgesehen davon gibt es viele wissenschaftsbasierte Kritik an Tierversuchen (siehe Ärzte gegen Tierversuche) und der Jagd.

    Ich würde den Verschwörungstheoretiker in dem Kontext etwa so definieren: Er leugnet bzw. bezweifelt wissenschaftliche Erkenntnisse, weil er glaubt, dass diese von einer geheimen Machtelite gefaked sind, um die ganze Menschheit reinzulegen (nicht nur Corona, sondern auch Mondlandung, 9/11, Tschernobyl, Chemtrails, Schwarze Löcher etc.). Das trifft wohl auf Tierschutzargumente nicht zu.

  19. InhalteSindWichtigerAlsNamen says:

    Lieber und geschätzter Martin Balluch,

    im Sinne des Humboldt`schen Bildungsideals in Kombination mit der Tatsache, das ein Diskurs aus verschiedenen Beiträgen besteht,

    bitte ich dich von Mensch zu Mensch: bitte schau dir die Dokumentation des Senders ARTE an. Name der Doku ist „Profiteure der Angst“.

    Findet man auf YouTube. Ist zirka aus dem Jahr 2009.

    Die 1. Hälfte lässt einen zweifeln am Sinn der Doku. Aber in der 2. Hälfte wirst du verstehen, warum der 1. Teil so quasi (!) aussagenlos schien.

    Ich garantiere dir, dass es keine verschwendete Lebenszeit ist.

    Bitte antworte kurz, gerne auch nur via Mail, ob es deine Einschätzungen weiter ausdifferenzieren konnte oder wir du diese Inhalte siehst. Ich verstehe auch, wenn du nicht antwortest, oder meinen Beitrag hier nicht veröffentlichen wirst.

    von Herzen

    ein junger neuer, den du nicht kennst.

  20. Alex Winter says:

    Sie sagen Regierungen hätten eher ein Interesse daran, die Zahlen runterzuspielen. Also haben Sie nicht mitbekommen dass Kurz gesagt hat, wir werden alle einen Coronatoten kennen? Haben Sie nicht mitbekommen dass Kurz laut einem Corona Task force Protokoll die Angst in der Bevölkerung verstärken wollte? Bitte schön:

    https://www.derstandard.at/story/2000117131591/sitzungsprotokoll-der-taskforce-corona-ueber-zu-wenig-angst-in-der

    Und die berühmte Aussage von Macron „wir sind im Krieg“ haben Sie auch nicht mitbekommen?
    Ist auch irgendwie logisch, wenn man strenge Maßnahmen durchsetzen will, schürt man eher Panik als dass man die Gefahr runterspielt. Immerhin wär es wirklich ganz schlechte Presse für ein Land, wenn sein Gesundheitsystem kollabiert, weil zu viele gleichzeitig ein Spitalsbett brauchen. Das ist doch der Hauptgrund für die diversen Maßnahmen, also ist es völlig unlogisch zu behaupten, Regierungen hätten ein Interesse an Verharmlosung.

  21. GG says:

    Martin, ist das eigentlich dein Ernst oder ist der Blog hier zur Satire verkommen.
    Bevor du hier munter weiter irgendwen zitierst und witzige Statistiken veröffentlichst, ermuntere ich dich dringlichst, dich hinzusetzen und zu recherchieren !

    RKI ohne blabla zum selber denken und rechnen:
    https://npgeo-corona-npgeo-de.hub.arcgis.com

    https://www.cdc.gov/nchs/nvss/vsrr/covid_weekly/index.htm?fbclid=IwAR23vpHBFZcBVsoEQWKVE8yuy7md44tEr2yFcrHl0j92LvdZDa1ataE1tF8#Comorbidities

    https://swprs.org/2018/10/01/covid-19-intro/

    Auch empfehle ich dir, den Corona Untersuchungsausschuss von OvalMedia… zirka 60 Stunden, internationale Wissenschaftler, internationale Berichte von Journalisten aus aller Welt, Juristen Unternehmer… zeigt auch andere Perspektiven auf! Die gibts nämlich, und die bringen dich hoffentlich wieder zum Zweifeln und zum recherchieren.

    Auf deine Argumentationen will ich garnicht näher eingehen, ich frag mich was da los ist. Aber irgendwo schreibst du ja auch davon das du kurz vorm BurnOut gestanden hast…

    Schon allein der letzte Satz des Kommentars : „Aber nachdem er genau in das Bild passt, das wir von überall aus der Welt berichtet bekommen, sehe ich keinen Grund, zu zweifeln“

    Martin, Medienkompetenz ? Das Bild das berichtet wird, ist das Bild das vermittelt wird. Medienagenturen kennst du ?

    Kleines Beispiel: Wie ist es dir denn mit der Berichterstattung über deine Tierrechtsaktivitäten ergangen in den letzten Jahrzehnten ? Tierschutzprozess ?!?! Alles cool gewesen ? Journalisten haben da neutral und objektiv ihren Job getan und die Öffentlichkeit deiner Meinung nach gut informiert ? Medienhäuser sind frei ? Journalisten auch ? Ärzte sowieso ….

    Und wenn du dir jetzt denkst „pah, scho wieder so ein Hirngwaschener….“ dann bitte, ich hab kein Interesse dich von meiner Meinung zu überzeugen. Aber ich bitte dich, dir eine eigene zuzulegen, und diese auch hin und wieder zu hinterfragen.

    Größten Respekt für dein Sein, das hab ich dir des öfteren auch schon persönlich gesagt.

    Lieben Gruß

  22. Martin Balluch says:

    @GG
    Also für mich ist die Sachlage erstaunlich klar:
    – Gegen den Tierschutz ist eine mächtige Industrie mit viel Einfluss. Diese Industrie und die politische Elite schalten Werbungen in den Medien und können auf diese Weise großen Druck ausüben, was berichtet wird. Daher ist zu erwarten, dass medial Tierschutzthemen runtergespielt und Tierschutzaktive kriminalisiert werden.
    – Das Coronavirus schadet der Wirtschaft und der politischen Elite massiv. Es besteht also ein großes Interesse, die Gefährlichkeit runterzuspielen, möglichst keine Maßnahmen zu setzen und sich selbst für die eigene Politik über den Klee zu loben. Ich erwarte also je autoritärer ein Staat, desto mehr wird das Virus verlacht, keine Maßnahme gesetzt und die Todeszahlen vertuscht oder nach unten korrigiert. Es gibt keinen Grund, der mir einfällt, warum Regierende ein Virus erfinden, seine Wirkung aufbauschen und Todeszahlen künstlich erhöhen sollten.
    – Ich kenne die Wissenschaftscommunity und ich weiss daher: sie ist global nicht zu bestechen, sie ist für wissenschaftliche Kritik total offen und sie hat die Kapazität, so einen Virus und die Pandemie ganz gut in den Griff zu bekommen. Und sie hat Sprachrohre für die nicht Fachleute, nämlich die Wissenschaftsmagazine. Alle diese Fakten zusammen sagen mir: das Virus wird ziemlich wahrheitsgetreu beschrieben, Widersprüche in der Beschreibung sind darauf zurück zu führen, dass das Virus erst seit 8 Monaten bekannt ist. Welche Maßnahmen welche Wirkung haben, stellt sich erst mit der Zeit heraus.
    – Ausnahmslos alle Staaten dieser Welt haben oder hatten Coronainfektionen, und ausnahmslos alle sind mehr oder weniger intensiv auf dieselben Maßnahmen zurück gefallen. Alle Staaten haben dafür ihre eigenen Expert_innen, die alle offenbar in Essenz so ziemlich dasselbe sagen. Es ist total absurd zu meinen, alle Regierungen der Welt sind bestochen und legen eine Weltbevölkerung herein. Oder alle Expert_innen aller Regierungen sind bestochen und haben sich verschworen oder irgendein Unsinn dieser Art.
    – Ich habe (leider) wenige Minuten eines SpiegelTV Beitrags einer Demo „gegen Corona“ in Berlin gesehen und mir war zum Erbrechen. Mein Eindruck ist, diese Leute sind total durchgeknallt und nicht zurechnungsfähig. Es mag sein, dass SpiegelTV die verrücktesten Aussagen gezeigt hat, aber Aussagen auf der Demo waren das, und kein Fake.
    – Ich habe von den Herren Wodarg und Arvay Aussagen gehört und mir sehr rasch eine Meinung gebildet: total uninteressant. Da versuchen Menschen vorzutäuschen, sich wissenschaftlich auszukennen, um eine ideologische Agenda zu verbreiten. Übel.
    – Ich habe kurze Inhalte der Aussagen eines Herrn Kennedy auf der Demo in Berlin gehört und es wurde mir ebenso übel: Bill Gates soll das Virus erfunden haben, um sich zu bereichern oder gar die Welt zu beherrschen? Die globale Wissenschaftscommunity, alle Medien der Welt und alle Regierungen? Wer so etwas glaubt ist nicht zurechnungsfähig. Das gebe ich ihm/ihr schriftlich.
    – Ich muss zugeben, nach dem Lesen zahlreicher Emails, die mir dauernd geschickt werden und von Rubikon, ist mir (und vermutlich niemandem) klar, was diese Corona-Leugner_innen eigentlich meinen oder wollen. Gibts das Virus? Oder ist es einfach nicht gefährlich? Oder wird seine Übertragung einfach nicht durch Isolation und Schutzmasken verhindert? Einmal ist es das, einmal das. Ich verstehe nicht einmal, warum das wen so interessiert. Das sind Fragen für Expert_innen und nicht für Laien, die irgendwas brabbeln. Ich erwarte, dass die Wissenschaftscommunity ohne Zwischenrufe oder Demos auf der Basis von objektiver Forschung diese Fragen beantwortet und eine verantwortliche Regierung auf Basis dieser Antworten Maßnahmen setzt, die alle schützen, auch diejenigen, die älter als 90 sind und zahlreiche Krankheiten haben. Fertig. Dann halte ich mich dran. Und mache Kampagnen gegen echte politische Probleme, wie den Vollspaltenboden in der Schweinehaltung.

  23. Robin says:

    Könnte es nicht auch sein, dass Ramin Nikzad’s Patientin falsch behandelt wurde, und sie deshalb ihre Hand verloren hat? Die Qualität der medizinischen Versorgung und die Sorgfalt bei Untersuchungen hat durch die Corona-Angst sehr gelitten. Mehr noch, haben es Politik und Medien doch geschafft, weltweit alle Aufmerksamkeit auf eine banale Infektionskrankheit zu fokussieren, während sich das Zeitfenster für die Klimarettung schließt, und wir tatenlos – aber coronakundig – einer apokalyptischen Zukunft entgegenschlittern.

  24. Martin Balluch says:

    @Robin
    Ich sehe keinen Grund an den Worten dieses Arztes zu zweifeln. Die obigen Graphen sind ja auch ziemlich beeindruckend. Und die Aussagen des Schweizer Arztes auch. Und die Filmaufnahmen der langen Schlange von Leichenwagen in Bergamo, die zu benachbarten Friedhöfen fahren mussten, und der Peak in der Todesrate in New York aufgrund von Corona usw. Wenn der Bericht des Arztes völlig aus der Norm schlagen würde, könnte man sich so etwas fragen. Aber nachdem er genau in das Bild passt, das wir von überall aus der Welt berichtet bekommen, sehe ich keinen Grund, zu zweifeln.

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