Anzeige gegen Alfons Mensdorff-Pouilly: 1000e illegale Fasane, Enten und Rebhühner

Im Burgenland werden pro Jahr etwa 20.000 Fasane, 5.000 Rebhühner und 22.000 Enten geschossen. In den letzten Monaten haben wir die Lieferungen solcher Tiere aus ungarischen Zuchtstationen an Alfons Mensdorff-Pouilly in seinen Jagdrevieren in Luising im Südburgenland dokumentiert und schätzen, dass etwa die Hälfte dieser Fasane und Rebhühner und 10 % der Enten dort geschossen wird. Da es noch weitere Entenzuchten im Burgenland z.B. in Gattendorf an der Leitha gibt, und zahlreiche andere Volieren z.B. in Zurndorf und Nickelsdorf Fasane und Rebhühner halten, ist davon auszugehen, dass praktisch jeder Fasan, fast jedes Rebhuhn und gut die Hälfte der Enten, die überhaupt geschossen werden, aus künstlichen Züchtungen stammen!

Alfons Mensdorff-Pouilly ist mit seinen Jagdgattern und seinen Abschießbelustigungen von Zuchtvögeln – zusammen mit seinem politischen Einfluss – das Haupthindernis für ein Jagdverbot auf Zuchttiere im Burgenland. Grund genug die wenigen vorhandenen Gesetze, die die Jagd auf Zuchttiere regeln, anzuwenden und ihn anzuzeigen. Genau das haben wir jetzt gemacht.

Die zentralen Vorwürfe gegen Alfons Mensdorff-Pouilly in unserer Anzeige sind:

P1040911klein1) Die Fasane hätten bis 16. September ausgesetzt werden müssen.

 

 

 

 

 

IMG_1319klein2) Die Rebhühner hätten bis Anfang September ausgesetzt werden müssen.

 

 

 

P1040875klein3) Die Enten hätten bis Anfang August ausgesetzt werden müssen.

 

 

 

 

IMG_3606klein4) Viele Fasane tragen Schnabelsperren, das sind Plastikringe, die in den Nasenlöchern verankert so durch den Schnabel gezogen werden, dass dieser immer offen bleiben muss.

 

 

 

 

P1040864klein5) Es gibt einige Fallen mit lebenden Fasanen als Köder für Fuchs und Marder.

 

 

 

 

P1040902klein6) Es gibt Habichtfallen, um zu verhindern, dass die hilflosen Zuchtvögel diesen Raubvögeln zum Opfer fallen, bevor sie gegen Geld abgeschossen werden können.

6 thoughts on “Anzeige gegen Alfons Mensdorff-Pouilly: 1000e illegale Fasane, Enten und Rebhühner

  1. Heidi says:

    Eine schreckliche Praxis, die sofort abgeschafft gehört! Eine Frage: Auf Bild 3 ist nach oben hin kein Netz etc. zu sehen. Warum können die Enten nicht wegfliegen? (Ich gehe davon aus, dass die Flügel intakt sind, weil die Tiere ja später im Flug abgeknallt werden sollen.) Danke für Antwort und deinen Einsatz!

  2. Martin Balluch says:

    Die Enten könnten wegfliegen, aber wohin? Sie stammen aus einer Entenzucht, kannten die Freiheit nicht. Jetzt leben sie an einem eingezäunten, winzigen Teich und werden gefüttert. Bis die Jagdgäste kommen. Dann scheucht man sie auf und knallt sie ab.

  3. Martin Balluch says:

    In der Massenhaltung von Fasanen für die Jagd tritt häufig Aggression unter den Tieren auf und sie hacken sich gegenseitig tot. Dagegen werden manchmal die Schnäbel abgeschnitten, manchmal sogenannte Blinker ins Gesicht gesetzt, sodass die Tiere nicht nach vorne schauen können, und manchmal, so wie hier, klemmt man ihnen Sperren in den Schnabel, sodass sie diesen nicht schließen können und dadurch den anderen Fasanen weder Federn ausrupfen, noch besonders schwere Wunden zufügen können.

  4. Elke Würsching says:

    Kein Lebewesen darf zum Vergnügen der Menschheit gequält und getötet werden!

  5. Anonymous says:

    Wozu bitte braucht es diese Schnabelsperren?

  6. Martin Balluch says:

    Da es sich um eine typische Massentierhaltung handelt, werden die Tiere gegeneinander aggressiv und pecken sich. Die Schnabelsperren sollen Verletzungen durch Pecken so gering halten, dass die Tiere ihrer Bestimmung zugeführt werden können – fliegende Zielscheiben zu sein.

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